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AMD Aktie: Microsoft vertieft Chip-Allianz

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 18:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft setzt bei Azure künftig verstärkt auf AMDs Helios-Plattform für KI-Inferenz. Analysten sehen weiteres Wachstumspotenzial.

Microsoft baut Chip-Partnerschaft mit AMD deutlich aus
Abstrakte Darstellung der Halbleiterindustrie mit Fokus auf Chip-Technologie und strategische Partnerschaften in einem modernen Umfeld. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Microsoft hat die Zusammenarbeit mit AMD auf eine neue Stufe gehoben. Azure wird künftig in großem Maßstab auf die neueste AMD-Chipgeneration setzen — von GPUs über CPUs bis zur Netzwerktechnik. Für AMD ist das ein handfester Beleg dafür, dass die eigene KI-Infrastruktur bei den großen Cloud-Anbietern ankommt.

Helios soll Azure-Inferenz antreiben

Im Zentrum der Ausweitung steht die AMD-Helios-Rackscale-Lösung, die Microsoft für die Inferenz großer KI-Modelle einsetzen will — sowohl für eigene Dienste als auch für Kunden von Azure AI. Helios kombiniert die Instinct-MI455X-Beschleuniger mit den kommenden EPYC-"Venice"-Prozessoren, Pensando-Netzwerktechnik und der ROCm-Software in einer offenen Gesamtarchitektur. Ausgeliefert werden soll die Plattform an Kunden wie Microsoft ab der zweiten Jahreshälfte 2026.

Parallel dazu bringt Azure zwei neue virtuelle Maschinen-Serien auf Basis der sechsten EPYC-Generation an den Start: HDv2 für agentenbasierte KI und Datenpipelines sowie HXv2 für Halbleiterdesign. Zudem integriert Microsoft AMD-Pensando-DPUs tiefer in die eigene Azure-Boost-Infrastruktur, um Netzwerkleistung und Effizienz in der Cloud zu steigern. AMD-Chefin Lisa Su sprach von einem wichtigen Meilenstein beim Ausbau der KI-Infrastruktur mit Azure.

Analysten sehen Kapazitäten wachsen

Die Investmentbank KeyBanc bestätigte ihre Kaufempfehlung für die Aktie und beließ das Kursziel bei 725 Dollar. Als Treiber nennt das Haus die anhaltend starke Nachfrage nach Server-CPUs und den Trend zu agentenbasierter KI, der laut KeyBanc überproportional AMD zugutekommt. Für 2026 rechnet die Bank mit einem Einheitenwachstum von 15 bis 20 Prozent, für 2027 mit einem Plus von mehr als 50 Prozent bei Server-CPUs.

Möglich wird das auch durch mehr Fertigungskapazität: Die CoWoS-Packaging-Kapazitäten steigen laut KeyBanc 2026 von 80.000 auf 90.000 Einheiten und sollen 2027 auf 130.000 klettern. Der Hochlauf der MI455-Beschleuniger wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet, mit GPU-Rampe im dritten und Rack-Rampe im vierten Quartal. Die Aktie notierte zuletzt bei 517,71 Dollar, ein Plus von 4,43 Prozent, bei einer Marktkapitalisierung von 808 Milliarden Dollar und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 164 — ein Bewertungsniveau, das einige Marktbeobachter bereits als ambitioniert einstufen.

Auch abseits der Hyperscaler wächst das AMD-Ökosystem: Der Edge-Computing-Anbieter Scale Computing hat seine Virtualisierungssoftware um Unterstützung für AMD-EPYC- und Ryzen-AI-Prozessoren erweitert und bringt damit KI-Fähigkeiten näher an dezentrale Standorte wie Filialen oder Fertigungsanlagen. Diese Woche, am 22. und 23. Juli, treffen sich Branchenvertreter zur Konferenz AMD Advancing AI 2026 — für den weiteren Ausbau der Partnerlandschaft dürfte das Event ein wichtiger Termin werden.

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