Amphenol Aktie: 10,5 Milliarden für CommScope
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 16:07 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Amphenol gerät unter Druck. Nach einem starken Lauf im ersten Halbjahr ziehen Anleger nun im großen Stil Kapital ab. Eine Sektor-Rotation trifft derzeit viele Unternehmen aus der Technologie-Hardware-Branche. Die Folge ist ein spürbarer Kursrutsch trotz bisheriger Rekordwerte.
Der Aktienkurs sank am Dienstag um knapp fünf Prozent auf 138,66 Euro. Damit notiert das Papier etwa elf Prozent unter seinem Rekordhoch vom 30. Juni. Seit Jahresbeginn bleibt für Investoren dennoch ein Kursplus von rund 16 Prozent stehen.
Uneinigkeit in der Chefetage
Die Aktivitäten der Insider zeichnen derzeit ein widersprüchliches Bild. CEO Richard Norwitt veräußerte in den vergangenen sechs Monaten Aktien für rund 19 Millionen Dollar. Im Gegensatz dazu investierte Director Robert Livingston rund 1,3 Millionen Dollar in neue Anteile.
Auch Großinvestoren positionieren sich neu. Während der Vermögensverwalter J. Stern & Co. seine Beteiligung fast vollständig auflöste, baute Capital International seine Position massiv aus. Der Fonds kaufte mehr als elf Millionen zusätzliche Aktien.
Milliarden-Wette auf KI-Infrastruktur
Operativ treibt das Management die Integration des CCS-Bereichs von CommScope voran. Der Zukauf kostete rund 10,5 Milliarden Dollar. Amphenol will damit seine Rolle beim Ausbau von Rechenzentren und Künstlicher Intelligenz weltweit stärken.
Die Strategie scheint bisher aufzugehen. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz um 58 Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar. Das ist ein neuer Rekordwert für den Konzern. Parallel dazu investiert das Unternehmen gezielt in Lobbying, um operative Risiken aus Handelskonflikten im USMCA-Raum zu minimieren.
Die Experten von Barclays und Evercore halten an ihren Kurszielen von 180 Dollar fest. JPMorgan sieht das Potenzial sogar erst bei 200 Dollar erreicht. In wenigen Wochen veröffentlicht das Unternehmen die nächsten Quartalsergebnisse. Diese Zahlen werden verdeutlichen, wie stark die Margen von den massiven Infrastruktur-Investitionen der großen Cloud-Anbieter profitieren.
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