Siemens-Gesamtbetriebsrat: BĂ€umler folgt Steinborn an Spitze
14.08.2025 - 14:22:07 | dpa.deNach elfeinhalb Jahren im Amt legt Birgit Steinborn ihr Amt zum Monatsende nieder, wie das Gremium mitteilt. Als Nachfolger wurde demnach einstimmig ihr bisheriger Stellvertreter Tobias BÀumler gewÀhlt, der am Standort Karlsruhe Betriebsrat ist. Ihr Amt als stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats behÀlt Steinborn allerdings.
"Es waren durchweg bewegte Zeiten und wir konnten viel gemeinsam fĂŒr die BeschĂ€ftigten erreichen", sagt Steinborn ĂŒber ihre Amtszeit, in die groĂe UmbrĂŒche fĂŒr Siemens fielen - unter anderem die Abspaltung von Siemens Energy DE000ENER6Y0 und Siemens Healthineers DE000SHL1006, aber auch immer wieder der Kampf gegen Jobabbau und WerksschlieĂungen.
Wertekompass statt Ideologie
Zuletzt hatte Steinborn - die mit ihrem Amt zu den mÀchtigsten Frauen im Konzern gehört - mit dem Management den Interessenausgleich zum laufenden Abbau einiger tausend Jobs in der Automatisierung und eine Transformationsvereinbarung verhandelt. Nun war es ihr nach eigener Aussage "wichtig, das Amt rechtzeitig vor den anstehenden Betriebsratswahlen in die HÀnde der neuen Generation zu legen".
Steinborns Nachfolger BĂ€umler sieht es als "groĂe Herausforderung", den Gesamtbetriebsrat weiterzuentwickeln "und die Interessen der BeschĂ€ftigten zu vertreten". Der zweite Vorsitzende der IG Metall, JĂŒrgen Kerner, sieht in BĂ€umler und seiner ebenfalls neu gewĂ€hlten Stellvertreterin Stefanie Lengfelder aber "genau die Richtigen, um die Mitbestimmung bei Siemens in Zukunft weiterzuentwickeln". Steinborn lobte er als "stets unideologisch, aber immer mit klarem Wertekompass und groĂem Engagement fĂŒr die Belange der BeschĂ€ftigten". Persönlichkeiten wie sie machten die IG Metall erst zu dem, was sie sei.
Beharrlich fĂŒr die Interessen der Arbeitnehmer
Auch Siemens Personalchefin Judith Wiese - die Steinborn immer wieder auf der anderen Seite eines Verhandlungstisches gegenĂŒbersaĂ - wĂŒrdigte die scheidende Gesamtbetriebsratsvorsitzende. Sie beide hĂ€tten "aus unterschiedlichen Perspektiven immer den Erfolg der Menschen und des Unternehmens im Blick" gehabt, sagte die Managerin und dankte fĂŒr die "immer konstruktive Zusammenarbeit".
Steinborn gilt als FunktionÀrin, die eher sachlich aber beharrlich die Interessen der Siemens-Arbeitnehmer vertrat, statt mit der Faust auf den Tisch zu hauen - auch wÀhrend der bewegten Jahre ihrer Amtszeit.
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