New York Schluss: Dow steigt gen Rekord - Kein Angriff auf Iran
Veröffentlicht am: 03.08.2026 um 22:31 Uhr | dpa.deDie Absage neuer Angriffe auf den Iran durch die Vereinigten Staaten verlieh am Montag den beiden viel beachteten Indizes und dem New Yorker Aktienmarkt insgesamt Rückenwind. Insbesondere die zuletzt etwas ins Hintertreffen geratenen Technologiewerte zogen deutlich an.
Für den technologielastigen Nasdaq 100 US6311011026 ging es um 1,78 Prozent auf 28.776,80 Punkte nach oben. Der Dow Jones Industrial stieg um 1,32 Prozent auf 53.178,41 Punkte. Damit fehlt dem Leitindex nicht mehr viel zum Rekordwert vom 7. Juli bei 53.289 Zählern. Der marktbreite S&P 500 gewann 1,48 Prozent auf 7.600,50 Zähler. Auch er befindet sich knapp unter seinem Höchststand.
US-Präsident Donald Trump bezeichnete neue Gespräche mit dem Iran als "letzte Chance" für Teheran. Man befinde sich in Gesprächen - und zwar auf Wunsch des Irans, sagte Trump im Weißen Haus. Er bekräftigte, dass verschiedene Staaten die USA darum gebeten hätten, der Diplomatie eine letzte Chance zu geben.
Trumps Darstellung zufolge drehen sich die Gespräche um die Öffnung der für den internationalen Gas- und Ölhandel zentralen Straße von Hormus. Demnach geht es darum, die Meerenge bis diesen Dienstag vollständig zu öffnen. In einer zweiten Phase soll es seiner Darstellung nach dann um die "Denuklearisierung" des Irans gehen - das werde länger dauern, räumte Trump ein.
Unter den größten Gewinnern im Dow knüpften die Anteilscheine von Amazon US0231351067 an ihren Kurssprung vom Freitag an und stiegen am Ende um 4,6 Prozent. Sie traten damit erstmals in den exklusiven Club derjenigen Konzerne ein, die an der Börse drei Billionen Dollar oder mehr wert sind. Amazon profitiert derzeit vom aktuellen Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI) vor allem über die Cloud-Sparte AWS, die der weltgrößte Anbieter von Rechenleistung aus dem Netz ist. Im vergangenen Quartal stieg der AWS-Umsatz deutlicher als vom Analysten im Schnitt erwartet.
Laut dem Experten Brent Thill vom Analysehaus Jefferies haben die drei sogenannten Hyperscaler Amazon, Alphabet US02079K3059 und Microsoft US5949181045 einen Wendepunkt beim Umsatzwachstum erzielt. Unter Hyperscaler versteht man sehr große Cloud-Anbieter, die weltweit eine Recheninfrastruktur mit Servern betreiben. Die Anteilscheine von Alphabet und die von Microsoft gewannen jeweils fast fünf Prozent.
An der Dow-Spitze zogen die Papiere von Boeing US0970231058 um acht Prozent an. Auch den Papieren des Flugzeugbauers kamen positive Analystenkommentare zugute. So stufte Exane BNP Paribas die Aktien auf "Outperform" hoch und rechnet so damit, dass sich die Papiere in den kommenden zwölf Monaten besser als der Sektor entwickeln werden. Sheila Kahyaoglu von Jefferies schrieb, das abgelaufene Jahresviertel sei ein voller Erfolg gewesen. Im Kerngeschäft hätten sich die Dinge weiter verbessert.
Zudem gab es für Boeing eine positive Unternehmensnachricht: Nach jahrelangen Verzögerungen wurde nun eine Zulassung für das kleinste Flugzeug der Modellfamilie 737 Max erteilt. Der Airbus-Rivale NL0000235190 kann jetzt Maschinen des Typs 737 Max 7 an Kunden ausliefern.
Dagegen büßten die Anteilscheine von Chevron US1667641005 fast zwei Prozent ein, Exxon-Mobil-Aktien US30233Q1085 gaben leicht nach. Trump hatte beide Ölkonzerne wegen ihrer sprunghaft gestiegenen Gewinne im Zuge der mit dem Iran-Krieg in die Höhe geschnellten Ölpreise kritisiert.
Als Schlusslicht im S&P 500 knickten die Papiere von Marriott International US5719032022 um rund sieben Prozent ein. Eine höhere Gewinnprognose für das laufende Jahr war den Anlegern bei der Hotelkette nicht genug gewesen./la/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
