Börsen/Aktien, Spanien

Aktien Europa: Leichte Verluste - Öl- und Rohstoffwerte schwach

15.10.2024 - 12:16:08

An Europas wichtigsten AktienmÀrkten ist es am Dienstag zu leichten Abgaben gekommen.

Vor der anstehenden Zinssitzung der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) herrschte damit ZurĂŒckhaltung. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 verlor 0,38 Prozent auf 5.022,07 Punkte. Auch außerhalb des Euroraumes gab es keine grĂ¶ĂŸeren SprĂŒnge. Der Schweizer SMI CH0009980894 tendierte kaum verĂ€ndert, wĂ€hrend der britische FTSE 100 GB0001383545 um 0,38 Prozent auf 8.260,99 Punkte nachgab.

Bei der EZB-Sitzung muss sich zeigen, ob die Erwartungen an den mittelfristigen Zinspfad gerechtfertigt sind. "Die MĂ€rkte preisen ein, dass die EZB ihren Leitzins bis Mitte 2025 auf zwei Prozent senken wird", merkte Shaan Raithatha, Senior Economist und Strategie bei der US-Fondsgesellschaft Vanguard, dazu an. EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde und der EZB-Rat dĂŒrften vermutlich versuchen, "diese Erwartungshaltung zu bremsen".

Zur ZurĂŒckhaltung trugen zudem die anstehenden Quartalszahlen einiger US-Großbanken wie Bank of America US0605051046, Citigroup US1729674242 und Goldman Sachs US38141G1040 bei.

StĂ€rkster Sektor waren die Telekommunikationsaktien. Hier ragten Ericsson SE0000108656 mit 8,9 Prozent Aufschlag hervor. Der schwedische TelekomausrĂŒster hatte im abgeschlossenen Quartal besser abgeschnitten als gedacht. Neben besseren Marktkonditionen und Kostensenkungen kamen zusĂ€tzliche 5G-Lizenzerlöse dem Unternehmen zugute. Auch Nokia FI0009000681 zogen im Sog des Wettbewerbers an.

Schwach tendierten dagegen die Öl- und Rohstoffwerte. Sie folgten damit den Vorgaben aus Fernost. Ein Bericht der chinesischen Wirtschaftszeitung "Caixin" ĂŒber weitere Maßnahmen zur StĂŒtzung der Wirtschaft hatte eher negativ gewirkt, da Marktteilnehmer die in Aussicht gestellten Schritte als nicht ausreichend erachteten. "Ob sich China tatsĂ€chlich eigenstĂ€ndig aus dem Konjunktursumpf ziehen kann, ist fraglich", stellte Marktexperte Andreas Lipkow fest. China ist am Weltmarkt ein großer Nachfrager fĂŒr Rohstoffe.

Bei den Ölwerten belasteten auch Nachrichten zur Entwicklung im Nahen Osten. Die Ölpreise hatten nach einem Bericht der "Washington Post" ĂŒber Details der möglichen AngriffsplĂ€ne Israels auf den Iran deutlich nachgegeben. Danach wird Israel sich bei seinem geplanten Vergeltungsschlag gegen den Iran auf militĂ€rische Einrichtungen konzentrieren und Atom- und Ölanlagen verschonen.

Aktien von KonsumgĂŒter- und Kosmetikherstellern reagierten unterdessen negativ auf Vorgaben des US-Konzerns Coty US2220702037. Coty habe wie zuvor bereits einige Wettbewerber vor einem Abschwung im weltweiten GeschĂ€ft mit Kosmetikprodukten gewarnt und einen enttĂ€uschenden Ausblick auf das erste GeschĂ€ftsquartal 2024/25 gegeben, sagte ein HĂ€ndler. L'Oreal FR0000120321 sanken vor diesem Hintergrund um 2,7 Prozent.

Aktien von DocMorris CH0042615283 gewannen dagegen 2,8 Prozent. Die Online-Apotheke hatte im dritten Quartal den Umsatz leicht gesteigert. Nicht zuletzt dank steigender UmsĂ€tze mit dem E-Rezept in Deutschland war es gelungen, die Markterwartungen beim Umsatzwachstum zu erfĂŒllen.

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