Andritz Aktie: EDF-Auftrag für Vouglans
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der österreichische Anlagenbauer Andritz zeigt sich im Vorfeld seiner anstehenden Halbjahresbilanz äußerst abschlussstark. Wie das Unternehmen und die Kleine Zeitung am 20. Juli 2026 bekannt gaben, sicherte sich der Konzern einen bedeutenden Auftrag des französischen Energieversorgers Électricité de France (EDF). Für das Pumpspeicherprojekt Vouglans/Saut-Mortier wird Andritz eine neue Pumpturbine mit einer Leistung von 17 Megawatt liefern, wobei der Auftragswert im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegt. Der Vertrag umfasst neben der detaillierten Planung auch die vollständige Montage der Anlage.
Globale Dynamik in allen Geschäftsbereichen
Die jüngste Vereinbarung mit EDF reiht sich in eine Kette internationaler Projekterfolge ein. In Japan beauftragte Hyogo Pulp Industries das Unternehmen mit der Lieferung eines zweiten Drum Displacer Wäschers sowie eines Blowline-Refiners für das Werk in Tanigawa. Auch auf dem österreichischen Markt meldete Andritz signifikante Fortschritte: Für den Faserhersteller Lenzing AG wird eine komplette Entrindungs- und Hackschnitzellinie errichtet. In Nordamerika sicherte sich der Konzern zudem die Modernisierung von Turbinen-Generator-Sätzen für das Wasserkraftwerk McCormick in Québec im Auftrag der Société en Commandite Hydroélectrique Manicouagan (SCHM).
Zusätzlich zur klassischen Industrieausrüstung setzt Andritz verstärkt auf grüne Zukunftstechnologien. Gemeinsam mit RAG Austria feierte das Management am 12. Juli 2026 den Spatenstich für das größte Vorhaben zur Erzeugung von grünem Wasserstoff in Österreich. Andritz agiert hier als Partner für Engineering, Procurement und Construction (EPC) und trägt die Verantwortung für die geplante Inbetriebnahme am Standort Ende 2026. Parallel dazu wurde in Italien eine neue Stoffaufbereitungslinie für den Verpackungskonzern DS Smith erfolgreich in Betrieb genommen, die über den laut Herstellerangaben größten Trommelauflöser Europas verfügt.
Spannung vor den Zahlen am 30. Juli
Die hohe operative Schlagzahl folgt auf ein starkes Auftaktquartal, in dem das Unternehmen bereits einen Rekord-Auftragseingang von 3,6 Milliarden Euro gemeldet hatte. Dieser Zuwachs von mehr als 54 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum wurde maßgeblich durch Großprojekte im Bereich Hydropower getrieben. Anleger blicken nun gespannt auf den 30. Juli 2026, wenn Andritz den Finanzbericht für das zweite Quartal und das erste Halbjahr vorlegen wird.
Medienberichten zufolge prognostizieren Analysten für das abgelaufene Quartal einen Umsatz von rund 1,95 Milliarden Euro. Beim Gewinn je Aktie (EPS) wird eine Steigerung auf 1,24 Euro erwartet, nachdem dieser Wert im Vorjahresquartal noch bei 1,05 Euro gelegen hatte. Diese positiven Erwartungen spiegeln sich auch in der bisherigen Jahresperformance wider: Seit Beginn des Jahres konnte der Titel bereits um 13,11 % zulegen.
Trotz der Kursgewinne notiert die Aktie mit einem Stand von 75,50 Euro derzeit noch 6,21 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 80,50 Euro, das Mitte Juni erreicht wurde. Ein quantitatives Bewertungssystem beziffert den fairen Wert des Unternehmens derweil auf 97,27 Euro, was Medienberichten zufolge ein signifikantes theoretisches Aufwärtspotenzial suggeriert. Die Marktkapitalisierung des Industriekonzerns beläuft sich aktuell auf 7,34 Milliarden Euro.
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