Android-GerÀte: Millionen GerÀte bereits ab Werk infiziert
14.09.2025 - 11:46:02Eine massive Malware-Kampagne namens „BadBox 2.0“ hat millionenfach Android-GerĂ€te bereits vor dem Verkauf infiziert und verwandelt Smart-TVs, Streaming-Boxen und andere Internet-GerĂ€te in eine heimliche Armee fĂŒr Cyberkriminelle. Das FBI und Google schlagen Alarm.
Bedrohung direkt aus der Fabrik
Anders als herkömmliche Schadsoftware nistet sich BadBox 2.0 bereits wĂ€hrend der Produktion oder des Vertriebs in die GerĂ€te-Firmware ein. Cybersecurity-Forscher entdeckten eine Backdoor-Bibliothek namens libanl.so tief im System – das GerĂ€t ist vom ersten Einschalten an kompromittiert.
Das macht die Bedrohung besonders heimtĂŒckisch: Ein normaler Werksreset kann die Infektion nicht beseitigen, da die Malware in den Systemkerndateien sitzt. FĂŒr Verbraucher ist eine Erkennung oder Entfernung praktisch unmöglich.
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Sobald aktiviert, verbinden sich die infizierten GerĂ€te mit Kommando-Servern und werden Teil eines gewaltigen globalen Botnets. Die Kriminellen nutzen das Netzwerk fĂŒr Werbebetrug, als Proxy-Server fĂŒr andere Cyberverbrechen und zum Datendiebstahl.
Ăber eine Million GerĂ€te in 222 LĂ€ndern betroffen
Die Dimensionen sind erschreckend: Mehr als eine Million GerĂ€te in ĂŒber 222 LĂ€ndern sind infiziert. Google bezeichnete BadBox 2.0 in einer Klage als das „gröĂte bekannte Botnet aus internetfĂ€higen Fernsehern“ und spricht von ĂŒber zehn Millionen kompromittierten GerĂ€ten.
Betroffen sind hauptsĂ€chlich gĂŒnstige Smart-TVs, Streaming-Boxen und andere Internet-of-Things-GerĂ€te ohne offizielle Google-Zertifizierung – vielen fehlen dadurch wichtige SicherheitsschutzmaĂnahmen.
Massive Datenlecks und Ransomware-Risiko
Die finanziellen und Datenschutz-Folgen fĂŒr Nutzer sind gravierend. Die Malware zielt speziell auf Banking-Apps, Krypto-Wallets und persönliche Kommunikation ab. Sicherheitsforscher ermittelten: Ein durchschnittlich infiziertes GerĂ€t leakt etwa 2,3 Gigabyte Daten monatlich.
Einige Malware-Varianten können sogar Ransomware-Angriffe auslösen und das GerÀt sperren. Zu den betroffenen Modellen gehören die Android-TV-Boxen X88 Pro 10, T95 und QPLOVE Q9.
FBI und Google gehen in die Offensive
Das FBI warnt eindringlich vor verdĂ€chtigen Anzeichen: ungewöhnliche GerĂ€teverlangsamung, Ăberhitzung, unerklĂ€rliche InternetaktivitĂ€t im Leerlauf und Aufforderungen, Sicherheitseinstellungen wie Google Play Protect zu deaktivieren.
Google kĂ€mpft aktiv gegen das Botnet: Das Unternehmen aktualisierte seinen Play Protect-Service, um BadBox-Software automatisch zu blockieren. ZusĂ€tzlich reichte Google Klage gegen die kriminelle Organisation ein – ein ungewöhnlich drastischer Schritt.
Schwachstelle Supply Chain bleibt bestehen
Vorinstallierte Malware ist kein neues PhĂ€nomen, aber BadBox 2.0 zeigt eine beunruhigende Eskalation. Die Kriminellen umgehen traditionelle SicherheitsmaĂnahmen, indem sie bereits die Lieferkette kompromittieren.
Obwohl die koordinierte Antwort von Google und FBI die aktuelle Bedrohung eindĂ€mmen könnte, bleibt die grundsĂ€tzliche Schwachstelle bestehen. Solange es einen Markt fĂŒr billige, nicht-zertifizierte Android-GerĂ€te mit laxen Sicherheitskontrollen gibt, werden Ă€hnliche Bedrohungen entstehen.
FĂŒr Verbraucher gilt: Nur bei vertrauenswĂŒrdigen HĂ€ndlern kaufen und auf Google Play Protect-Zertifizierung achten. GerĂ€te mit kostenlosen Premium-Inhalten oder der Aufforderung, Sicherheitsfeatures zu deaktivieren, sind oft verdĂ€chtig.

