Android-Malware, Firmware

Android-Malware nutzt jetzt KI und infiziert Firmware

01.03.2026 - 01:09:13 | boerse-global.de

Sicherheitsforscher warnen vor einer neuen Generation von Android-Schadsoftware, die KI zur Steuerung nutzt und teils bereits in der Firmware verankert ist.

Android-Malware nutzt jetzt KI und infiziert Firmware - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Android-Malware nutzt jetzt KI und infiziert Firmware - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Eine neue Welle von Android-Schadsoftware setzt auf kĂŒnstliche Intelligenz und infiziert GerĂ€te bereits vor dem Kauf. Sicherheitsforscher haben Ende Februar 2026 mehrere gefĂ€hrliche Malware-Familien entdeckt, die eine neue Eskalationsstufe markieren.

Besonders beunruhigend ist der Trojaner „PromptSpy“. Er nutzt erstmals generative KI – konkret Google Gemini – als Steuerung. Statt auf feste Befehle zu warten, analysiert die KI den Bildschirminhalt und gibt kontextbezogene Anweisungen. So verhindert sie, dass Nutzer sie schließen oder deinstallieren.

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Kein Reset hilft gegen diese Malware

Noch tĂŒckischer ist „Keenadu“. Diese Malware wird bereits in der Produktion in die Firmware von Android-Tablets eingeschleust. GerĂ€te können somit schon beim Auspacken infiziert sein. Die Schadsoftware gewĂ€hrt Angreifern uneingeschrĂ€nkte Kontrolle. Selbst ein ZurĂŒcksetzen auf Werkseinstellungen entfernt sie nicht, da sie tief im System verankert ist.

Eine dritte Bedrohung tarnt sich als harmlose IPTV-App. „Massiv“ verbreitet sich ĂŒber SMS und legt gefĂ€lschte Anmeldefenster ĂŒber echte Banking-Apps. So stiehlt sie Zugangsdaten.

Ist Ihr Smartphone infiziert? Achten Sie auf diese Signale

Hochentwickelte Malware will unentdeckt bleiben. Dennoch gibt es Warnsignale. Typisch ist eine plötzliche, deutliche Verlangsamung des GerÀts. Apps laden langsamer, das System reagiert trÀge.

Ein sich schnell entleerender Akku ist ein weiteres Indiz. SchĂ€dliche Software belastet den Akku oft ĂŒbermĂ€ĂŸig. Gleiches gilt fĂŒr einen unerklĂ€rlich hohen Datenverbrauch – die Malware sendet Informationen an Kriminelle.

VerdĂ€chtig sind auch Apps, die Sie nicht installiert haben, eine Flut von Pop-up-Werbung oder eine grundlose Überhitzung des GerĂ€ts.

So entfernen Sie Schadsoftware von Ihrem Smartphone

Bei Verdacht auf eine Infektion handeln Sie systematisch.

Starten Sie zunĂ€chst im abgesicherten Modus. Halten Sie die Ein-/Aus-Taste gedrĂŒckt und tippen Sie dann lange auf „Ausschalten“, bis die Aufforderung zum Neustart im abgesicherten Modus erscheint. Hier werden nur System-Apps geladen, Drittanbieter-Apps – und damit die Malware – sind deaktiviert.

Gehen Sie nun in den Einstellungen zu „Apps“. Suchen und deinstallieren Sie verdĂ€chtige Anwendungen, die Sie nicht kennen oder kurz vor Beginn der Probleme installiert haben.

Manche Apps blockieren die Deinstallation durch Administratorrechte. Entziehen Sie diese Rechte in den Sicherheitseinstellungen unter „Apps zur GerĂ€teverwaltung“. Anschließend sollte die Deinstallation klappen.

FĂŒhren Sie dann einen vollstĂ€ndigen System-Scan mit einer seriösen Antivirus-App durch. Anbieter wie Bitdefender oder Norton sind darauf spezialisiert, schĂ€dliche Dateien zu erkennen und zu entfernen.

Bleibt alles wirkungslos, ist der letzte Ausweg das ZurĂŒcksetzen auf Werkseinstellungen. Achtung: Dieser Schritt löscht alle Ihre Daten. Sichern Sie vorher Ihre wichtigsten Dateien. Gegen Firmware-Malware wie „Keenadu“ hilft selbst das oft nicht.

Warum Android im Visier steht – und was Google tut

Android ist mit einem weltweiten Marktanteil von ĂŒber 70 Prozent ein Hauptziel fĂŒr Cyberkriminelle. Die neuen Angriffe zeigen, wie die TĂ€ter ihre Strategien anpassen.

Google bietet mit Diensten wie Google Play Protect und monatlichen Sicherheitsupdates einen Basisschutz. Kriminelle umgehen diese Barrieren jedoch immer wieder. Eine der grĂ¶ĂŸten Gefahren bleibt das Sideloading – die Installation von Apps außerhalb des offiziellen Play Stores.

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Da herkömmliche Updates oft nicht ausreichen, um komplexe SicherheitslĂŒcken zu schließen, empfiehlt sich ein proaktiver Ansatz. Erfahren Sie in diesem kompakten Leitfaden, wie Sie durch automatische PrĂŒfungen und gezielte Einstellungen eine hĂ€ufig unterschĂ€tzte LĂŒcke auf Ihrem Smartphone schließen. Kostenlosen Android-Sicherheits-Guide anfordern

Als Reaktion plant Google eine umfassendere Entwicklerverifizierung. Sie soll verhindern, dass Kriminelle unter dem Deckmantel der AnonymitÀt Schadsoftware verbreiten.

So schĂŒtzen Sie Ihr GerĂ€t vor Angriffen

Der beste Schutz ist PrÀvention. Mit grundlegenden Vorkehrungen reduzieren Sie das Infektionsrisiko drastisch.

Laden Sie Apps ausschließlich aus dem offiziellen Google Play Store herunter. Seien Sie misstrauisch gegenĂŒber Links in SMS oder E-Mails, die zur Installation einer App auffordern.

PrĂŒfen Sie vor jeder Installation die angeforderten Berechtigungen. Braucht eine Taschenlampen-App wirklich Zugriff auf Ihre Kontakte?

Halten Sie das Android-Betriebssystem und alle Apps stets aktuell. Updates schließen bekannte SicherheitslĂŒcken. Eine mobile Sicherheits-App bietet eine zusĂ€tzliche Schutzebene durch Echtzeit-Erkennung.

Lassen Sie die integrierten Schutzmaßnahmen wie Google Play Protect aktiviert. Sie blockieren bereits viele potenziell schĂ€dliche Anwendungen, bevor sie Schaden anrichten.

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