Android-Nutzer, Visier

Android-Nutzer im Visier: Spyware-Kampagne „Morpheus“ entdeckt

Veröffentlicht am: 27.04.2026 um 16:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsexperten warnen vor massivem Anstieg von Smartphone-Angriffen. Die Spyware-Kampagne Morpheus und Smishing-Wellen gefÀhrden Android- und iOS-Nutzer.

Android-Nutzer im Visier: Spyware-Kampagne „Morpheus“ entdeckt Illustration mit AI erstellt.
Android-Nutzer im Visier: Spyware-Kampagne „Morpheus“ entdeckt Illustration mit AI erstellt.

Im Zentrum steht die Spyware-Kampagne „Morpheus“, die gezielt Android-GerĂ€te infiltriert.

Anzeige

Banking, E-Mails, WhatsApp – auf keinem GerĂ€t speichern wir so viele sensible Daten wie auf dem Smartphone, was sie zum idealen Ziel fĂŒr Hacker macht. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen in 5 einfachen Schritten, wie Sie Ihr Android-GerĂ€t effektiv vor Spionage und Datenmissbrauch schĂŒtzen. 5 sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen entdecken

Die Morpheus-Kampagne: Wenn das System-Update zur Spionagefalle wird

Die Angreifer tarnen ihre Malware als dringende System-Updates. Einmal installiert, missbraucht die Software die Android-Eingabehilfen (Accessibility-Services). Das verschafft ihr nahezu uneingeschrÀnkten Zugriff auf das GerÀt.

PrimĂ€res Ziel: Kommunikationsdienste wie WhatsApp. Die Spyware kapert Konten und liest NachrichtenverlĂ€ufe mit. Die Erstinfektion erfolgt oft ĂŒber gefĂ€lschte SMS, die angeblich von Internetanbietern wie dem italienischen Provider Fastweb stammen.

Branchenbeobachter bringen die Infrastruktur hinter Morpheus mit dem italienischen Überwachungs-Dienstleister IPS Intelligence in Verbindung. Ein besorgniserregender Trend: Kommerzielle Überwachungstechnologie findet ihren Weg in kriminelle Kampagnen.

Parallel warnen Polizeibehörden aus Devon und Cornwall vor einer Àhnlichen Masche. Hier geben sich Angreifer als E-Mail-Provider wie Outlook, Gmail oder iCloud aus. Die vermeintlichen Sicherheits-Apps entpuppen sich als Keylogger, die sÀmtliche Tastatureingaben aufzeichnen.

Smishing-Welle: FBI meldet 700 Prozent mehr Angriffe

Das FBI schlĂ€gt Alarm: Die Zahl der Smishing-Angriffe (SMS-Phishing) ist explosionsartig gestiegen. Die Kriminellen betreiben ein Netzwerk von over 10.000 betrĂŒgerischen Domains, die Behörden oder Logistikunternehmen imitieren.

Ein einzelner Akteur kann technisch bis zu zwei Millionen schĂ€dliche SMS pro Tag versenden. Die Auswirkungen unterscheiden sich je nach Betriebssystem: Android-Nutzer werden oft Opfer von „Silent Downloads“, bei iOS-Nutzern zielen die Angreifer auf das Abgreifen von Zugangsdaten ab.

Ein Vorfall aus Detroit zeigt die fatale Kombination aus Social Engineering und technischer Manipulation. Ein Betroffener verlor 37.000 US-Dollar, nachdem sich BetrĂŒger als Apple-Mitarbeiter und Bankangestellte ausgegeben hatten. Das Opfer zahlte Geld an einem Bitcoin-Automaten ein – angeblich zum Schutz seines Kontos.

Trojaner in offiziellen Stores entdeckt

Trotz strenger Kontrollmechanismen schaffen es Schadsoftware immer wieder in die offiziellen App-Stores. Kaspersky-Analysten entdeckten Ende April eine Variante des SparkCat-Trojaners in zwei Apps im Apple App Store und einer Anwendung bei Google Play.

Die Malware scannt die Fotogalerie nach Wiederherstellungsphrasen fĂŒr Krypto-Wallets. Die Android-Variante zielt vor allem auf den asiatischen Markt, die iOS-Version auf englischsprachige Nutzer.

Anzeige

Veraltete Systeme und manipulierte Apps sind wie eine offene HaustĂŒr fĂŒr Cyberkriminelle, die es auf Ihre privaten Zugangsdaten abgesehen haben. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Experten-Report, wie Sie SicherheitslĂŒcken schließen und durch die richtigen Updates Ihre Daten dauerhaft vor Malware schĂŒtzen. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen

Eine weitere perfide Methode: manipulierte CAPTCHA-Seiten. Sie bringen das Smartphone unbemerkt dazu, bis zu 60 SMS an kostenpflichtige Premium-Nummern zu senden. Pro Sitzung können so Kosten von bis zu 30 US-Dollar entstehen.

Angriff auf Unternehmen: Neue HöchststÀnde

Barracuda Networks registrierte innerhalb von nur vier Wochen ĂŒber sieben Millionen Phishing-Angriffe, die auf GerĂ€te-Codes basieren. Die Angreifer nutzen das „EvilTokens“-Kit, um Nutzer zur Autorisierung eines fremden GerĂ€ts ĂŒber eine legitime Microsoft-Anmeldeseite zu bewegen.

Die TĂŒcke: Da es sich um eine offizielle Authentifizierung handelt, können selbst Maßnahmen wie die Multi-Faktor-Authentifizierung umgangen werden. Angreifer erhalten so ĂŒber Tage oder Wochen Zugriff auf Unternehmensressourcen.

Geopolitische Dimension: Russische Akteure im Visier

Die deutsche Bundesanwaltschaft ermittelt seit Mitte Februar gegen russische Akteure. Sie sollen hinter einer Phishing-Kampagne gegen den Messenger-Dienst Signal stehen. Ziel waren hochrangige Politiker, darunter zwei Minister, sowie MilitÀrangehörige und Journalisten.

Bisher wurden etwa 300 kompromittierte Konten identifiziert. Die Angreifer nutzten gefÀlschte Sicherheits-Chatbots, um Zugriff zu erlangen.

Auch das BSI warnte kĂŒrzlich vor einer hochriskanten LĂŒcke im Linux-Komponenten-System PackageKit. Die als „Pack2TheRoot“ bezeichnete Schwachstelle ermöglicht lokalen Nutzern, ihre Privilegien auf Root-Ebene auszuweiten. Entdeckt wurde sie mithilfe von KI – ein Beispiel fĂŒr die Doppelseitigkeit technologischer Fortschritte.

Ausblick: WhatsApp stellt Support fĂŒr alte Android-Versionen ein

WhatsApp hat angekĂŒndigt, den Support fĂŒr Ă€ltere Betriebssysteme zum 8. September 2026 einzustellen. Betroffen sind GerĂ€te mit Android 5.1.1 oder Ă€lter. Mehrere Millionen Nutzer weltweit wĂ€ren dann ohne Sicherheits-Updates besonders anfĂ€llig.

FĂŒr Nutzer aktueller Google-Pixel-GerĂ€te steht die Behebung von Software-Fehlern im Vordergrund. Nach dem MĂ€rz-Update kam es zu Boot-Loops und Performance-Problemen. Google arbeitet an einem Fix.

Experten betonen die Bedeutung der „digitalen Hygiene“: starke Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung und regelmĂ€ĂŸiges Löschen nicht mehr benötigter Konten. Automatische Updates gelten als eine der effektivsten Maßnahmen gegen bekannte SicherheitslĂŒcken. Denn ein einziger Klick auf eine tĂ€uschend echte SMS kann existenzbedrohende Folgen haben.

Disclaimer...

de | boerse | 69249176 |