Frankfurt Schluss: Zollsorgen drĂŒcken Dax unter 25.000 Punkte
19.01.2026 - 17:56:22Der Leitindex kÀmpfte um die psychologisch viel beachtete Marke von 25.000 Punkten und gab letztlich um 1,34 Prozent auf 24.959,06 ZÀhler nach.
Am Wochenende kam es zur Eskalation zwischen Washington und Europa, weshalb sich nun ein nĂ€chster Handelsstreit anbahnen könnte. Trump beansprucht die zu DĂ€nemark gehörende Arktisinsel Grönland fĂŒr die USA. Die europĂ€ischen Nato-Partner lehnen dies ab, weshalb Trump ab dem 1. Februar neue Strafzölle von 10 Prozent verhĂ€ngen will. Vom 1. Juni an sollen es dann 25 Prozent sein. Am Donnerstag wird ein EU-Sondergipfel in BrĂŒssel stattfinden, um zu beraten, wie die EU am besten auf Trumps Drohungen reagieren kann.
Am vergangenen Dienstag war der Dax noch auf ein Rekordhoch ĂŒber 25.500 Punkte geklettert. Jetzt ist er erneut vom "Zollhammer getroffen" worden, und dabei geht es "um mehr als nur Handelspolitik", wie Christine Romar von CMC Markets kommentierte. Mit dem neuen Konflikt gehe es "um die Zukunft der transatlantischen Beziehungen, um die Zukunft der Nato und um die gesamte handelspolitische Ordnung zwischen zwei der weltweit gröĂten WirtschaftsmĂ€chte". Die US-Börsen seien an diesem Montag geschlossen und die Indikationen in New York sprĂ€chen fĂŒr eine tiefrote Eröffnung am Dienstag, aber eine derartige Eskalation sei lĂ€ngst nicht eingepreist, schrieb die CMC-Europa-Chefin.
Der MDax DE0008467416 der mittelgroĂen Börsenwerte beendete den Tag 1,61 Prozent tiefer auf 31.385,57 Punkten. Europaweit wurden ebenfalls Verluste verbucht. Der EuroStoxx 50 EU0009658145 bĂŒĂte 1,72 Prozent auf 5.925,82 ZĂ€hler ein und auch in der Schweiz und GroĂbritannien gaben die Leitbörsen nach.
Nach den Worten von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank, zeigt sich beim Grönland-Streit, dass die Handelsstreitigkeiten "bei weitem noch nicht beigelegt sind". Bisher hĂ€tten die verhĂ€ngten Zölle der US-Wirtschaft kaum geschadet und in Europa habe es in Deutschland zuletzt positive KonjunkturĂŒberraschungen gegeben. Doch der Grönland-Konflikt mahne zur Vorsicht. Die weltwirtschaftliche Entwicklung stehe "auf tönernen FĂŒĂen".
Besonders unter Druck gerieten angesichts der Zollsorgen vor allem deutsche Autoaktien. Der europÀische Branchenindex EU0009658681 fiel zwischenzeitlich auf den tiefsten Strand seit Oktober. BMW DE0005190003 brachen zeitweise um gut 7 Prozent ein - zusÀtzlich belastet durch einen Kommentar der Berenberg Bank, die im Premium-Segment eine schwierige Nachfragesituation in China sieht. Letztlich gaben die Titel um 3,4 Prozent nach. Mercedes DE0007100000 sanken um 2,2 Prozent. VW DE0007664039 und Porsche AG DE000PAG9113 verloren etwas weniger als 3 Prozent.
Adidas DE000A1EWWW0 bĂŒĂten als Dax-Schlusslicht 5,2 Prozent ein. Laut Analyst Thierry Cota von der Bank of America dĂŒrfte der Sportartikelhersteller mit seinem Umsatz im Schlussquartal 2025 die Markterwartung verfehlt haben. Dies belastete die zollbedingt ohnehin schwache Anlegerstimmung zusĂ€tzlich.
Bayer DE000BAY0017 sprangen um 7,0 Prozent hoch. Der Oberste Gerichtshof der USA hat am Freitag den Glyphosat-Fall "Durnell" zur PrĂŒfung angenommen. Damit steigen die Aussichten auf ein Grundsatzurteil im jahrelangen, belastenden Rechtsstreit um das Unkrautvernichtungsmittel.
RĂŒstungswert Rheinmetall DE0007030009 nĂ€herte sich wieder seinem Rekord vom Oktober und schloss 1,0 Prozent höher. Renk DE000RENK730 und Hensoldt DE000HAG0005 hielten sich angesichts der erneut wachsenden geopolitischen Unsicherheit im schwachen Markt relativ stabil./ck/he
--- Von Claudia MĂŒller, dpa-AFX --
@ dpa.de
Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Trading-Empfehlungen â dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.

