Venezuela beginnt GroĂmanöver
12.11.2025 - 11:13:03An dem zweitÀgigen Manöver beteiligen sich nach Angaben von Verteidigungsminister Vladimir Padrino Soldaten aller Waffengattungen sowie Mitglieder paramilitÀrischer Milizen.
Der Minister kritisierte die US-PrĂ€senz in der Karibik als "vulgĂ€ren Einsatz gegen die SouverĂ€nitĂ€t und den Frieden" nicht nur Venezuelas, sondern der gesamten Region. Er sprach in diesem Zusammenhang von einer "imperialistischen Bedrohung". Zugleich richte sich die Ăbung gegen Drogenhandel und "terroristische Gruppen", sagte er.
Das Manöver ist Teil des sogenannten "Plan Independencia 200" (Plan UnabhÀngigkeit 200), den der autoritÀr regierende Staatschef Nicolås Maduro im September zur Landesverteidigung ausgerufen hatte. Am Dienstag verabschiedete das von den Regierungsparteien kontrollierte Parlament zudem ein Gesetz zum "integralen Schutz der Nation". Es sieht laut Staatsmedien die Beteiligung der Bevölkerung beim Schutz des Landes gegen Bedrohungen vor.
USA schicken gröĂten FlugzeugtrĂ€ger
Das US-MilitĂ€r stockt derzeit seine Streitmacht in den GewĂ€ssern vor Lateinamerika auf. Der gröĂte FlugzeugtrĂ€ger der Welt, die vor einiger Zeit vom Pentagon aus dem Mittelmeerraum abgezogene "USS Gerald R. Ford", hat inzwischen das Einsatzgebiet des US-SĂŒdkommandos erreicht, wie die US-Marine am Dienstag mitteilte. Der genaue Standort wurde nicht mitgeteilt. Das Einsatzgebiet erstreckt sich ĂŒber die Karibik und auch ĂŒber GewĂ€sser, die an Mittel- und SĂŒdamerika grenzen.
Der US-FlugzeugtrĂ€ger "USS Gerald R. Ford" ist das gröĂte Kriegsschiff der Erde. Es ist 333 Meter lang und bietet Platz fĂŒr bis zu 90 Kampfflugzeuge und Hubschrauber sowie mehrere Tausend Soldaten. Es wird von einem Atomreaktor angetrieben und ist nach dem 38. PrĂ€sidenten der USA benannt.
Die USA begrĂŒnden die MilitĂ€rprĂ€senz mit dem Kampf gegen transnationale kriminelle Organisationen und den Schutz des Heimatlandes vor Drogen. Jedoch kommt es wegen zunehmender Spannungen zwischen den USA und Venezuela zu Spekulationen ĂŒber den tatsĂ€chlichen Grund fĂŒr die Verlegung des FlugzeugtrĂ€gers in die Region. So mehren sich Hinweise, US-PrĂ€sident Donald Trump wolle einen Machtwechsel in Venezuela erzwingen.
USA beschuldigen Maduro des Drogenschmuggels
Die Regierung von Trump beschuldigt Venezuelas Staatschef Maduro, in den Drogenschmuggel in die USA verwickelt zu sein. Nicht nur die venezolanische Regierung betrachtet das Zusammenziehen zusĂ€tzlicher MilitĂ€reinheiten in der Karibik als DrohgebĂ€rde, sondern auch sĂŒdamerikanische NachbarlĂ€nder wie Kolumbien und Brasilien.
In den vergangenen Wochen griffen US-StreitkrĂ€fte auf Befehl von Trump in der Karibik und im östlichen Pazifik immer wieder Schnellboote mutmaĂlicher DrogenhĂ€ndler an. Dabei wurden bereits Dutzende Menschen getötet. Das Vorgehen sorgt fĂŒr viel Kritik. Aus Sicht von UN-Menschenrechtsexperten verstoĂen die USA damit gegen das Völkerrecht.
Kolumbien setzt Kooperation mit den USA aus
Kolumbiens PrĂ€sident Gustavo Petro hat daher nun den Austausch von Geheimdienstinformationen mit den USA ausgesetzt. Das betrifft den Geheimdienst der StreitkrĂ€fte, zudem sollen auch andere Kontakte mit US-Sicherheitsbehörden ausgesetzt werden, wie Petro am Dienstag (Ortszeit) auf der Plattform X erklĂ€rte. Die MaĂnahme gelte, "solange die Angriffe mit Raketen auf Boote in der Karibik andauern". Der gemeinsame Kampf gegen Drogen mĂŒsse "den Menschenrechten des karibischen Volkes untergeordnet werden". Laut Petro wurde bei den US-Angriffen auch ein kolumbianischer Fischer getötet.
CNN: Auch GroĂbritannien stoppt Austausch von Informationen
Einem Bericht Senders CNN zufolge stoppte wegen des umstrittenen US-Vorgehens auch GroĂbritannien bereits den Austausch bestimmter Geheimdienstinformationen mit den USA. Dabei gehe es um Informationen zu mutmaĂlichen Drogenschmugglern in der Karibik. London wolle sich nicht zum Komplizen der US-Angriffe machen, die es fĂŒr illegal halte, berichtete der Sender weiter. Auch die "New York Times" berichtete unter Berufung auf einen ranghohen westlichen Regierungsvertreter darĂŒber.

