Aktien New York: Weiter bergab - Dow auf Tief seit Oktober
20.03.2026 - 19:21:24 | dpa.deWeitere Angriffe des Irans auf Ăl- und Gasinfrastrukturen der Golfstaaten fĂŒhrten dazu, dass Anleger vor dem Wochenende das Risiko mieden. VerstĂ€rkt wurde die Anspannung von einem Bericht im "Wall Street Journal" ĂŒber die US-Entsendung weiterer Kriegsschiffe und Truppen.
Der Dow Jones Industrial US2605661048 stand zwei Stunden vor Schluss 0,6 Prozent tiefer bei 45.740 Punkten. Im Verlauf hatte der US-Leitindex mit 45.684 ZĂ€hlern sein niedrigstes Niveau seit Oktober erreicht. FĂŒr die laufende Woche bahnt sich ein Abschlag von 1,8 Prozent an.
Andere US-Indizes fielen am Freitag deutlicher: Der S&P 500 US78378X1072 um 1,1 Prozent auf 6.533 Punkte und der technologielastige Nasdaq 100 US6311011026 um 1,6 Prozent auf 23.975 Punkte. Das charttechnische Bild gilt damit als eingetrĂŒbt, denn die drei groĂen US-Indizes notieren inzwischen allesamt unterhalb ihrer 200-Tage-Durchschnittslinien.
"Da der Konflikt bisher innerhalb des von der US-Regierung angegebenen Zeitrahmens von 4 bis 6 Wochen bleibt, befinden wir uns möglicherweise noch in der Eskalationsphase", warnte der Barclays-Stratege Emmanuel Cau vor der Gefahr weiterer Verluste. Eine Deeskalation sei zwar nicht absehbar, wegen der wachsenden wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Kosten des Krieges aber der wohl logischste nÀchste Schritt.
Neben den erneut gefragten Ălwerten waren am Freitag die Aktien von Fedex US31428X1063 eine positive Ausnahme. Sie stiegen um zwei Prozent in Richtung ihres Ende Februar erreichten Rekordhochs. Der Logistikkonzern prĂ€sentierte einen starken Quartalsbericht und hob trotz der kriegs- und zollbedingten Unsicherheiten sein Gewinnziel fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr an. Den Grund dazu lieferten Fortschritte beim Netzwerk-Umbau sowie beim Sparprogramm.
Im Technologiesektor fielen ARM Holdings US0420682058 mit einem Anstieg um 3,6 Prozent positiv auf. Als Treiber fungierte hier eine Kaufempfehlung der britischen Bank HSBC. Analyst Frank Lee begrĂŒndete dies mit der Erwartung, dass der Chipentwickler in das GeschĂ€ft mit Prozessoren fĂŒr KI-Server einsteigen wird, was die GeschĂ€fte antreiben und zu einer Neubewertung der Aktien fĂŒhren sollte.
Einen heftigen Kursrutsch um 27 Prozent machten dagegen die AktionĂ€re von Super Micro US86800U3023 durch. Die USA haben einen MitgrĂŒnder des Rechenzentren-Ausstatters angeklagt wegen des Verdachts, dass illegal Server mit Nvidia US67066G1040-Chips nach China geliefert wurden - und dies im Milliardenwert. Mehreren Mitarbeitern wird vorgeworfen, dass die KI-Technologie ĂŒber ein Unternehmen in SĂŒdostasien transferiert wurde.
Um 14 Prozent hoch sprangen die Aktien des Solartechnik-Herstellers Solaredge US83417M1045, der vom Analysehaus Jefferies hochgestuft wurde. Julien Dumoulin-Smith verwies auf die Perspektiven in Europa angesichts der Energiepreise, die dort auf den Nahostkonflikt reagieren. Seiner EinschĂ€tzung nach spiegelt dies die Entwicklung wĂ€hrend der frĂŒhen Russland-Ukraine-Krise wider, die Einnahmen von Solaredge in Europa auf einen Höchststand getrieben habe.
Einen Kursrutsch um 7,5 Prozent gab es aber umgekehrt bei Mosaic US61945C1036 wegen einer Analystenabstufung. Die Bank of America hatte fĂŒr den DĂŒngemittelkonzern ihre bisherige Kaufempfehlung aufgegeben in der Erwartung, dass eine Margenausweitung bei PhosphatdĂŒngemitteln in Zeiten des Iran-Konflikts voraussichtlich um ein Jahr verzögert werde.
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