Hessen verliert mehr EU-ArbeitskrÀfte als neu zuziehen
06.05.2026 - 11:13:11 | dpa.deEntsprechende ĂuĂerungen seien auch ein wirtschaftlicher "Standortnachteil", sagte die SPD-Politikerin laut Mitteilung anlĂ€sslich der Vorstellung der achten Auflage des Hessischen Integrationsmonitors in Wiesbaden. Dieser basiert auf einer Auswertung von Statistiken, Umfragen und Ă€hnlichen Zahlenwerken.
Hessen ist laut Hofmanns Ministerium angesichts des Fach- und ArbeitskrĂ€ftemangels auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen. "Schon seit 2020 ist der BeschĂ€ftigungszuwachs am hessischen Arbeitsmarkt allein auf auslĂ€ndische BeschĂ€ftigte zurĂŒckzufĂŒhren - gleichzeitig aber ziehen mehr Menschen aus klassischen LĂ€ndern der Arbeitsmigration wie Polen, Bulgarien oder RumĂ€nien von hier weg, als neu hinzukommen", hieĂ es.
Polnische ArbeitskrÀfte zieht es wieder in die Heimat
Polnische BĂŒrger in Hessen etwa kehrten teils zurĂŒck in ihre Heimat, wo die Wirtschaft heute besser floriere als vor mehreren Jahren. Auch in anderen HerkunftslĂ€ndern habe sich die ökonomische Perspektive verbessert, ergĂ€nzte das Integrationsministerium.
Weiter erklĂ€rte es: "2024 sind aus RumĂ€nien, Polen und Bulgarien weniger Menschen nach Hessen gekommen als in ihr Heimatland zurĂŒckgingen - damit hat Hessen erstmalig einen negativen EU-Zuwanderungssaldo."
Ein weiterer Grund fĂŒr weniger ZuzĂŒge ist laut Hofmann, dass Menschen von einer abnehmenden Willkommenskultur und von Ausgrenzungserfahrungen in Deutschland berichteten. "Das muss uns wirklich groĂe Sorgen bereiten." Eine Prognose gehe von 240.000 fehlenden FachkrĂ€ften in Hessen bis 2030 aus.
Hofmanns Ministerium verwies auf Zahlen des Integrationsmonitors, wonach der BeschĂ€ftigtenzuwachs in Hessen allein auf sozialversicherungspflichtige AuslĂ€nder zurĂŒckzufĂŒhren sei: "Von Januar 2020 bis Juni 2025 stieg deren Zahl um 28 Prozent von knapp 440.000 auf jetzt rund 560.000 BeschĂ€ftigte. Die Zahl der deutschen sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten sank im selben Zeitraum hingegen minimal um 6.000 auf rund 2,2 Millionen."
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Hinsichtlich der Bildung deckt der Integrationsmonitor ein weiteres Defizit auf: 46 Prozent der NeuntklĂ€ssler mit auslĂ€ndischen Wurzeln erreichen demnach beim Lesen nicht die schulischen Mindeststandards - mit steigender Tendenz. Hofmann betonte: "Das ist ein klarer Auftrag an uns: Wir mĂŒssen weiter intensiv an der Sprachbildung arbeiten."
Bei Asylsuchenden, die meist erst mit Verzögerung in Deutschland arbeiten dĂŒrfen, sind die Zahlen in Hessen laut Integrationsmonitor deutlich gesunken: "2025 kamen demnach knapp 8.000 Asylbewerberinnen und -bewerber nach Hessen - der abgesehen vom Corona-Jahr 2020 niedrigste Wert seit 2012."
Ein Krieg endet, ein neuer beginnt
Hofmann erklĂ€rte dies vor allem mit einer "verĂ€nderten Situation in Herkunfts- und TransitlĂ€ndern". Als Beispiel nannte sie unter anderem Syrien - dort war vor eineinhalb Jahren ein lange andauernder BĂŒrgerkrieg zu Ende gegangen. Der aktuelle Iran-Krieg hat dagegen laut Hofmann "bislang noch keinen Einfluss auf die Zahl der GeflĂŒchteten in Hessen".
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