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Frankfurt Schluss: Powells vage Zins-Aussagen belasten den Dax

09.07.2024 - 18:03:47 | dpa.de

Anleger haben am Dienstag enttÀuscht auf die Rede des US-NotenbankprÀsidenten vor dem US-Kongress reagiert.

Erneut gab es keine klaren Signale fĂŒr baldige Zinssenkungen. Das entmutigte, denn an den MĂ€rkten werden zwei Zinsschritte nach unten erwartet, beginnend im September. Doch Jerome Powell gab keine Hinweise, dass sich eine solche Hoffnung erfĂŒllen könnte.

Der bereits zuvor schwĂ€chelnde Dax DE0008469008 reagierte mit weiteren Verlusten. Letztlich stand ein Minus von 1,28 Prozent auf 18.236,19 Punkte zu Buche. Dabei sackte der deutsche Leitindex unter die viel beachtete 21-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend angibt und fand erst knapp oberhalb der 100-Tagelinie Halt. Diese Trendlinie fĂŒr den Dax-Verlauf auf mittelfristige Sicht verlĂ€uft derzeit knapp unter 18 160 Punkten.

Der MDax DE0008467416, der Index fĂŒr die mittelgroßen Unternehmen, gab um 1,15 Prozent auf 25.252,18 Punkte nach. Europaweit wurden ebenfalls teils deutliche Verluste verbucht: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 beendete den Tag mit minus 1,33 Prozent auf 4903,62 ZĂ€hlern und auch die LĂ€nderbörsen in Paris und London schlossen schwĂ€cher. In den USA setzten unterdessen die Nasdaq-Börse und der S&P 500 US78378X1072 ihren Rekordlauf mit kleinen Schritten fort, der Wall-Street-Index Dow Jones Industrial US2605661048 gab jedoch leicht nach.

"Der oberste US-WĂ€hrungshĂŒter lĂ€sst sich weiterhin nicht genau in die Karten schauen, wie lange die US-Notenbank noch am aktuellen Leitzinsniveau festzuhalten gedenkt", kommentierte Volkswirt Elmar Völker von der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg (LBBW). Vielmehr habe Powell betont, dass die Geldpolitik von mehreren Seiten her Risiken ausgesetzt sei.

Der LBBW-Experte hĂ€lt die nĂ€chste Zinsentscheidung der US-Notenbank noch fĂŒr einen zu frĂŒhen Termin, um die erhoffte Zinswende einzuleiten, doch angesichts der sich eintrĂŒbenden US-Konjunktur sieht er den September weiterhin als den "passenden Startpunkt fĂŒr eine Phase der geldpolitischen Lockerung".

GrĂ¶ĂŸter Verlierer im Dax waren die Aktien von Mercedes-Benz DE0007100000 mit minus 3,4 Prozent. Sie litten unter einer Abstufung auf "Underperform" durch die Bank of America. Analyst Horst Schneider verwies auf den Modellzyklus des Stuttgarter Autokonzerns und die dadurch zu erwartenden ErtrĂ€ge der kommenden Jahre. Das Durchschnittsalter der Mercedes-Flotte steige im Vergleich zur Konkurrenz, monierte er.

Die BMW DE0005190003-Aktien stiegen entgegen dem schwachen Trend des europĂ€ischen Autosektors EU0009658681 um 0,7 Prozent. Ihnen half eine Kaufempfehlung der Großbank HSBC. Mit der KursschwĂ€che in den vergangenen drei Monaten seien die Marktsorgen inzwischen ĂŒber GebĂŒhr eingepreist und zugleich sei bei BMW eine konstante Leistung zu erwarten. Das mache die Aktie attraktiv, schrieb Analyst Michael Tyndall.

Unter den Nebenwerten sackten im SDax DE0009653386 die Papiere von Compugroup DE000A288904 um knapp ein Drittel auf den tiefsten Stand seit Sommer 2013 ab. Das Software-Unternehmen fĂŒr die Gesundheitsbranche kappte seine Ziele fĂŒr den Jahresumsatz und das operative Jahresergebnis und schockte damit die Anleger.

Am Devisenmarkt wurde der Euro EU0009652759 mit 1,0812 US-Dollar gehandelt. Die EuropÀische Zentralbank setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0814 (Montag: 1,0835) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9247 (0,9229) Euro.

Am Anleihemarkt fiel die Umlaufrendite von 2,59 Prozent am Montag auf 2,58 Prozent. Der Rentenindex Rex DE0008469107 stieg um 0,10 Prozent auf 124,22 Punkte. Der Bund-Future DE0009652644 verlor zuletzt 0,35 Prozent auf 130,81 Punkte./ck/he

--- Von Claudia MĂŒller, dpa-AFX ---

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