Anthropics Claude wird zum zentralen Arbeitsplatz-Hub
27.01.2026 - 03:43:12Claude AI verwandelt sich vom Chatbot in ein interaktives Arbeitsumfeld. Der KI-Anbieter Anthropic integriert ab sofort Live-Anwendungen von Slack, Asana und anderen Tools direkt in seine Oberfläche. Das soll das ständige Hin- und Herwechseln zwischen Programmen beenden.
Die neue Funktion „Interactive Apps“ ist ab heute für zahlende Pro-, Team- und Enterprise-Kunden verfügbar. Sie erlaubt es, Aufgaben von der Projektplanung bis zur Grafikgestaltung per Sprachbefehl zu steuern – ohne den Chat verlassen zu müssen. Claude wird so zum zentralen Steuerpult für die digitale Arbeit.
Vom Gesprächspartner zum Arbeitsraum
Das Update markiert einen strategischen Schwenk. KI-Assistenten entwickeln sich von rein textbasierten Helfern zu dynamischen Arbeitsumgebungen. Statt nur Vorschläge zu machen, kann Claude nun live funktionierende Oberflächen von Drittanbietern im Chatfenster anzeigen.
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Ein Beispiel: Ein Nutzer bittet Claude, eine Nachricht zu entwerfen. Sofort erscheint ein interaktives Slack-Fenster innerhalb des Chats. Der Nutzer kann die Nachricht überprüfen, anpassen und direkt aus Claude heraus abschicken. Die KI übernimmt die Vorarbeit, die finale Kontrolle bleibt beim Menschen.
Das initiale Ökosystem umfasst Schlüsseltools für verschiedene Berufsgruppen:
* Kommunikation: Slack
* Projektmanagement: Asana und monday.com
* Design & Content: Figma und Canva
* Daten & Analyse: Box, Clay, Amplitude und Hex
Weniger Wechsel, mehr Fokus
Der größte Vorteil liegt in der drastisch reduzierten „Context-Switching“-Last. Ein Projektmanager kann Claude bitten, die neuesten Updates aus einem Slack-Kanal zusammenzufassen, daraus neue Aufgaben in Asana zu erstellen und einen Fortschrittschart in Canva zu generieren – alles in einem durchgängigen Workflow.
Die Integration mit Slack ist besonders tief. Über eine spezielle Such-API erhält Claude Zugriff auf Kanäle, Nachrichten und Dateien des Unternehmensworkspace. So kann die KI ihre Antworten im Kontext der firmeninternen Kommunikation und des Wissens fundieren. Das führt zu präziseren und relevanteren Ergebnissen.
Technisch basiert die Funktion auf dem offenen Model Context Protocol (MCP), speziell der Erweiterung „MCP Apps“. Dieser Standard erlaubt es externen Tools, sichere, interaktive Elemente in einem abgeschotteten Bereich des KI-Chats anzuzeigen. Berichten zufolge plant auch OpenAI, diesen Standard für ChatGPT zu unterstützen.
Offenes Ökosystem gegen geschlossene Systeme
Mit dem Schritt tritt Anthropic in direkte Konkurrenz zu anderen Tech-Giganten, die den KI-Arbeitsplatz der Zukunft definieren wollen. Während Microsoft seinen Copilot tief in Office 365 und Windows einbettet und OpenAI ein eigenes App-Integrationssystem hat, setzt Anthropic auf ein offenes, interoperables Ökosystem.
Die Strategie könnte Entwickler anlocken, die ihre Tools nur einmal für mehrere KI-Assistenten anbinden müssen. Doch die neuen Möglichkeiten werfen auch kritische Fragen auf: Wer kontrolliert den Datenfluss, wenn KI-Agenten direkt auf sensible Firmendaten in Slack oder Box zugreifen?
Einige Partner betonen bereits Sicherheitsaspekte. Salesforce, das bald sein Agentforce-360-Tool integrieren will, stellt klar, dass Kundendaten in seiner eigenen, sicheren Umgebung bleiben und nicht zum Training externer KI-Modelle verwendet werden.
Der nächste Entwicklungsschritt steht bereits bevor: Die baldige Einführung von „Claude Cowork“, einer agentenhaften KI für komplexe, mehrstufige Aufgaben. In Kombination mit den interaktiven Tools könnte Claude dann nicht nur eine Slack-Nachricht entwerfen, sondern auch eigenständig Daten aus einem Analytics-Dashboard holen und einen Projektzeitplan aktualisieren. Die Vision ist klar: Der KI-Assistent wird zum proaktiven, unverzichtbaren Mitarbeiter.
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