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29.04.2026 - 10:22:32 | dpa.deAPA ots news: Nationalbank: Bargeld bleibt beliebt und fĂŒr die Bevölkerung unverzichtbar
Digitales Bezahlen gewinnt an Bedeutung - Digitaler Euro als öffentliche Alternative zu auĂereuropĂ€ischen Zahlungsanbietern
Wien (APA-ots) - Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) fĂŒhrt regelmĂ€Ăige Befragungen zum Zahlungsverhalten der Ăsterreicher:innen durch. Die aktuellen Ergebnisse der Zahlungsmittelstudie 2025 zeigen, dass 94 % der Befragten nicht auf Bargeld verzichten wollen. Bei kleinen BetrĂ€gen gewinnt das digitale Bezahlen aber weiter an Bedeutung.
Euro-Banknoten und -MĂŒnzen bleiben in Ăsterreich trotz fortschreitender Digitalisierung ein zentrales Zahlungsmittel. 91 % der Zahlungen insgesamt werden im stationĂ€ren Handel (Point-of-Sale, POS) getĂ€tigt. Zwar geht die Bargeldnutzung im GeschĂ€ft vor Ort langsam zurĂŒck, macht aber weiterhin 55 % aller Transaktionen (2022: 63 %) und 45 % des Umsatzes (2022: 48 %) aus. Besonders bemerkenswert ist, dass Bargeld trotz wachsender digitaler Angebote und steigender Kartennutzung weiterhin fast die HĂ€lfte des gesamten POS-Umsatzes trĂ€gt und so seine wirtschaftliche Relevanz und Akzeptanz im Alltag der Bevölkerung zeigt.
Der Konsum findet lĂ€ngst auch digital statt: 67 % aller Befragten kaufen im Internet ein, etwa 50 % mindestens einmal im Monat. Die meistgenutzten Zahlungsmittel dafĂŒr sind Karten (35 %) und Wallets ( 30 %). Obwohl es fĂŒr 79 % der Befragten wichtig ist, immer und ĂŒberall mit einem öffentlichen Zahlungsmittel bezahlen zu können, fehlt derzeit noch die öffentliche Alternative einer digitalen Bezahlmöglichkeit. Zwei Drittel der elektronischen Zahlungen in Europa laufen ĂŒber US-Anbieter. 13 von 21 Euroraum-LĂ€ndern sind im Handel vollstĂ€ndig abhĂ€ngig von nicht-europĂ€ischen Zahlungssystemen - auch Ăsterreich. Der digitale Euro wird hier Abhilfe schaffen und die derzeitige alternativlose AbhĂ€ngigkeit von US-Anbieter beenden.
Zwtl.: Bargeld unverzichtbar und legt an Bedeutung zu
Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der Befragten, fĂŒr die Bargeld "seine derzeitige Bedeutung behalten" soll, sogar um fĂŒnf Prozentpunkte auf 66 % gestiegen (2024: 61 %), wĂ€hrend 28 % der Befragten angeben, dass sie jedenfalls nicht "ganz ohne Bargeld" leben möchten. Das unterstreicht die anhaltende Relevanz von Bargeld - insbesondere in Zeiten globaler Unsicherheiten und als verlĂ€ssliche Konstante im Zahlungsverkehr.
"In einer Zeit, in der FlexibilitĂ€t und Sicherheit gefragt sind, ist Bargeld einfach eine kluge Wahl, weil es immer funktioniert", betont OeNB-Direktor Thomas Steiner. Die hohe PraktikabilitĂ€t bestĂ€tigt sich auch in der Wahrnehmung der Bevölkerung: 94 % stimmen zu, dass Bargeld besonders praktisch ist. Nicht zuletzt deshalb, weil es jederzeit und ĂŒberall funktioniert. Besonders gut benotet wird auch der Schutz von persönlichen Daten und die Wahrung der PrivatsphĂ€re mit 85 % bzw. 83 % Zustimmung. Ein "sehr wichtiger" bzw. "wichtiger" Grund fĂŒr die Barzahlung liegt fĂŒr 88 % der Befragten darin, dass Bargeld eine gute Kontrolle ĂŒber die eigenen Ausgaben ermöglicht.
Kleine BetrĂ€ge unter 10 EUR werden hingegen mittlerweile hĂ€ufiger mit Wallets (ApplePay, GooglePay etc.) bezahlt (von 4 % 2022 auf 8 % 2025). Insgesamt macht der Anteil von Zahlungen mit Wallets noch weniger als 10 % am gesamten Zahlungsverkehr am POS (beides in Transaktionen und Volumen) aus, allerdings hĂ€lt mehr als die HĂ€lfte der Befragten das Bezahlen per Smartphone fĂŒr praktisch, und 43 % sehen es sogar als optimales Zahlungsmittel am POS.
"Wenn Sie heute beim BĂ€cker Ihre Semmeln mit der Karte zahlen oder den Haarschnitt beim Friseur mit dem Handy, dann brauchen Sie dafĂŒr einen US-Anbieter. Digitales Bezahlen gehört fĂŒr die Ăsterreicherinnen und Ăsterreicher ganz selbstverstĂ€ndlich zum Alltag. Gleichzeitig sind wir bei der Abwicklung von auĂereuropĂ€ischen Unternehmen abhĂ€ngig. Diese AbhĂ€ngigkeiten sind nicht gesund. Darum werden wir mit dem digitalen Euro eine europĂ€ische Alternative aufbauen, auf die sich alle jederzeit verlassen können", erklĂ€rt OeNB-Direktor Josef Meichenitsch.
Umso jĂŒnger, desto digitaler: Personen unter 50 Jahren zahlen lieber elektronisch (59 % aller Zahlungen). Alle Altersgruppen schĂ€tzen Wahlfreiheit zwischen bar und digital (81 %). 16- bis 29- JĂ€hrige bezahlen 38 % ihrer Zahlungen am POS bar und 62 % digital. FĂŒr diese Altersgruppe zeigt die detailliertere Auswertung des Zahlungstagebuchs (Aufzeichnung aller Zahlungen innerhalb einer Woche ) klar, dass Bargeld nach wie vor einen relevanten Stellenwert einnimmt: Mehr als 76 % der jungen Menschen nutzen Bargeld zumindest einmal wĂ€hrend der aufgezeichneten sieben Tage.
"Bargeld ist zwar mehrere tausend Jahre alt, hat aber dennoch nichts von seiner AktualitĂ€t eingebĂŒĂt und gilt mehr denn je fĂŒr alle Bevölkerungsgruppen als zeitloses und ĂŒberaus beliebtes Zahlungsmittel", unterstreicht Matthias Schroth, Direktor der OeNB- Hauptabteilung Recht, Bargeld und Beteiligungen. "Bargeld ist modern in seiner Einfachheit und UnabhĂ€ngigkeit. Bargeld ist sicher in seiner Struktur. Und Bargeld ist menschlich in seiner Wirkung", hĂ€lt Schroth fest. Die menschliche Bargeld-Komponente zeigt sich besonders durch seine InklusivitĂ€t: Bargeld schlieĂt niemanden aus. Es schafft persönliche Begegnungen und verbindet Menschen in ihrem Alltag.
Bargeld gilt weiterhin als das sicherste Zahlungsmittel: Die EuropĂ€ische Zentralbank bereitet derzeit die dritte Euro- Banknotenserie vor, damit auch in Zukunft höchstmögliche Sicherheitsstandards eine leichte ĂberprĂŒfbarkeit auf Echtheit ermöglichen.
Zwtl.: Wahlfreiheit entscheidend
"Wir wollen, dass öffentliches Geld allen Menschen auch im digitalen Raum zugĂ€nglich ist. Jede:r soll jederzeit, sicher und ĂŒberall ohne EinschrĂ€nkungen am digitalen Wirtschaftsleben teilhaben können", so Petia NiederlĂ€nder, Leiterin der Hauptabteilung Zahlungsverkehr, RisikoĂŒberwachung und Finanzbildung. "Der digitale Euro wĂ€re als digitales Zentralbankgeld eine gebĂŒhrenfreie und sichere Möglichkeit fĂŒr digitales Bezahlen", so NiederlĂ€nder weiter.
FĂŒr die OeNB ist letztlich entscheidend, die Wahlfreiheit bei Zahlungsmitteln sicherzustellen: Um den Konsument:innen diese Freiheit zu ermöglichen setzt sich die OeNB zum einen mit eigenen Bankomaten fĂŒr eine flĂ€chendeckende Versorgung mit Bargeld ein, zum anderen engagiert sie sich auf EU-Ebene im Rahmen des ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens fĂŒr eine strenge und grundsĂ€tzlich umfassende Annahmepflicht von Bargeld mit nur wenigen, sachlich gerechtfertigten Ausnahmen. Die Bargeld-Annahmepflicht soll auch fĂŒr Automaten gelten und fĂŒr jede einzelne Person konkret durchsetzbar sein. Ein Ausschluss der Annahme von Bargeld mittels "no cash"-Schildern oder in den Allgemeinen GeschĂ€ftsbedingungen soll -wie auch beim digitalen Euro - nicht zulĂ€ssig sein. Ziel ist die zukĂŒnftige Gleichstellung von Bargeld mit dem digitalen Euro als gesetzliches Zahlungsmittel.
RĂŒckfragehinweis: Oesterreichische Nationalbank Pressesprecherin Mag.a Marlies Schroeder, MiM Telefon: (+43-1) 404 20-6900 E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at Website: https://www.oenb.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/156/aom
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