Apotheken, Digitalisierungs-Druck

Apotheken im Digitalisierungs-Druck: Zwischen System-AusfÀllen und neuer Konkurrenz

26.01.2026 - 07:13:12

Apotheken stehen unter Druck durch technische Störungen der Telematik-Infrastruktur, neuen Wettbewerb von DrogeriemĂ€rkten und mĂŒssen gleichzeitig Innovationen wie RFID nutzen.

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens stellt Apotheken vor immense Herausforderungen. Während das E-Rezept zum Alltag wird, kämpfen sie mit instabiler Technik und neuem Wettbewerb durch Drogeriemärkte.

Stabilität als Grundvoraussetzung: Wacklige Telematik-Infrastruktur

Eine zuverlässige Telematik-Infrastruktur (TI) ist das Rückgrat der digitalen Gesundheitsversorgung. Doch regelmäßige Wartungsarbeiten führen immer wieder zu spürbaren Beeinträchtigungen. Erst in der vergangenen Woche waren Komponenten wie das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) betroffen, das für die Verarbeitung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) essenziell ist.

Solche Arbeiten können vorübergehend die Abwicklung von E-Rezepten oder den Zugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA) blockieren. Die zuständige gematik überwacht zwar Störungen über ein öffentliches Status-Portal – selbst bei kurzen Ausfällen von nur wenigen Minuten. Doch für die Apotheken vor Ort bedeutet jeder Stillstand Frust und organisatorische Probleme. Apothekerverbände fordern seit langem mehr Systemstabilität, um die Patientenversorgung nicht zu gefährden.

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Die nächste digitale Welle: Von der eGK zur EU-Identität

Während sich das E-Rezept etabliert, zeichnet sich bereits die nächste große Veränderung ab: die Europäische Digitale Identität (EUDI Wallet). Dieses EU-Projekt könnte langfristig die physische Gesundheitskarte ersetzen. Patienten könnten sich dann in der Apotheke oder Praxis einfach per Smartphone identifizieren.

Gleichzeitig entstehen praktische digitale Lösungen für alltägliche Probleme. So geben Plattformen jetzt schon Auskunft über die Verfügbarkeit spezieller Medikamente – etwa von Medizinal-Cannabis. Patienten können so vor der Erstellung des E-Rezepts prüfen, welche Apotheke vorrätig hat. Das spart frustrierende Wege und vermeidet Versorgungsengpässe.

Automatisierung gegen Personalmangel: RFID revolutioniert die Logistik

Der chronische Fachkräftemangel und der digitale Verwaltungsaufwand zwingen Apotheken zur Automatisierung. Eine Schlüsseltechnologie ist RFID (Radio Frequency Identification). Sie revolutioniert die Arzneimittel-Logistik.

Durch winzige Funkchips auf Medikamentenpackungen lässt sich der Bestand in Echtzeit und automatisch erfassen. Manuelle Inventuren entfallen, Nachbestellungen laufen automatisch, und Warnungen vor ablaufenden oder zurückgerufenen Produkten kommen sofort. Das steigert nicht nur die Effizienz, sondern erhöht auch die Patientensicherheit, etwa durch besseren Schutz vor gefälschten Arzneimitteln. Apotheker gewinnen so wertvolle Zeit für ihre Kernaufgabe: die persönliche Beratung.

Schärfere Konkurrenz: Drogeriemärkte drängen auf den OTC-Markt

Die Digitalisierung verändert das Wettbewerbsfeld grundlegend. Das E-Rezept hat Versandapotheken starken Rückenwind gegeben. Jetzt kommt neuer Druck aus dem stationären Handel: Die Drogeriekette Rossmann kündigte am 23. Januar 2026 an, rezeptfreie Apothekenware (OTC) verkaufen zu wollen – nach dem Vorbild des Konkurrenten dm.

Für die oft inhabergeführten lokalen Apotheken ist das eine weitere Belastungsprobe. Sie kämpfen bereits mit steigenden Betriebskosten und Personalsorgen. Die Verbände warnen vor einer Aushöhlung der beratungsintensiven Apotheken vor Ort. Der Verkauf eines Medizinprodukts sei mehr als ein simpler Kaufakt – er erfordere fachkundige Aufklärung.

Ausblick: Der Balanceakt zwischen Stabilität und Innovation

Die Zukunft der Apotheken hängt an zwei strategischen Säulen. Die erste ist eine stabile und verlässliche Telematik-Infrastruktur. Nur mit einer hohen Systemverfügbarkeit kann das E-Rezept das notwendige Vertrauen bei Patienten und Leistungserbringern behalten.

Zweitens müssen Apotheken selbst innovativ bleiben und digitale Werkzeuge wie RFID-Systeme oder Verfügbarkeits-Plattformen nutzen, um effizienter zu werden und Mehrwert zu schaffen. Langfristig könnte die EUDI-Wallet die Patientenschnittstelle neu definieren. Der Erfolg der traditionellen Apotheke wird davon abhängen, ob sie die digitale Transformation meistert und gleichzeitig ihre unverzichtbare Rolle als kompetenter und persönlicher Gesundheitsberater in einem immer härter umkämpften Markt behauptet.

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