Apple Aktie: Kursrally dank Zulieferern
03.07.2026 - 08:25:02 | boerse-global.de
Ein Bericht ĂŒber schĂ€rfere ProduktionsplĂ€ne fĂŒr die nĂ€chste iPhone-Generation hat am Donnerstag eine breite Rally bei asiatischen Apple-Zulieferern ausgelöst. Die Apple-Aktie selbst legte rund fĂŒnf Prozent zu und nĂ€hert sich damit wieder ihrem Allzeithoch. Auslöser war ein Nikkei-Asia-Bericht, wonach der Konzern die Fertigung seiner kommenden iPhones deutlich hochfahren will.
Zulieferer schieĂen nach oben
Die Kursreaktion in der Lieferkette fiel deutlich aus. Der chinesische Komponentenhersteller Luxshare Precision sprang um 7,4 Prozent, Lens Technology um 3,5 Prozent. Bei den Speicherchip-Herstellern war die Bewegung noch heftiger: SK Hynix kletterte um 12 Prozent, Samsung Electronics um 7 Prozent â beide beliefern Apple mit DRAM- und NAND-Speicher. Auch AAC Technologies aus Hongkong sowie die japanischen Komponentenbauer Murata und TDK verzeichneten Kursgewinne.
Die Rally lief parallel zu einer breiteren Erholung bei asiatischen Technologiewerten. Ein schwĂ€cher als erwarteter US-Arbeitsmarktbericht hatte zuvor die Erwartung gestĂ€rkt, dass die Federal Reserve die Zinsen vorerst nicht anheben muss â ein Umfeld, das Wachstumswerten grundsĂ€tzlich zugutekommt.
FĂŒnf neue Modelle, Fokus auf Falt-iPhone
Kern des Nikkei-Berichts: Apple plant zwischen der zweiten JahreshĂ€lfte 2026 und der ersten JahreshĂ€lfte 2027 mindestens fĂŒnf neue iPhone-Modelle. Besonders auffĂ€llig ist die Anpassung bei den Faltmodellen â die Zulieferer sollen sich auf rund 10 Millionen faltbare iPhones in diesem Jahr einstellen, statt der zuvor kommunizierten 7 bis 8 Millionen Einheiten. Hinzu kommen Planungen fĂŒr 80 Millionen GerĂ€te der Pro- und Pro-Max-Reihe fĂŒr die zweite JahreshĂ€lfte 2026.
Die Offensive kommt zu einer Zeit, in der ein globaler Speichermangel die Bauteilpreise nach oben treibt. Der Konzern setzt dem Bericht zufolge auf Premium-Modelle, um trotz steigender Kosten Marktanteile zu gewinnen.
Parallel dazu verhandelt Apple ĂŒber den Bezug von Speicherchips des chinesischen Herstellers CXMT â ein Schritt, der bereits Kritik hervorgerufen hat, am Markt aber positiv aufgenommen wurde und zur KursnĂ€herung an das Allzeithoch beitrug.
UBS dÀmpft die KI-Euphorie
Nicht alle Signale sprechen fĂŒr ungebremste Nachfrage. Eine UBS-Umfrage unter mehr als 7.500 Smartphone-Nutzern in fĂŒnf LĂ€ndern zeigt, dass Apple Intelligence als Kaufauslöser an Kraft verliert. Der Anteil der Befragten, die wegen der KI-Funktionen frĂŒher upgraden wollen, sank auf etwa 24 Prozent â ein RĂŒckgang von 500 Basispunkten gegenĂŒber der Vorumfrage. Gleichzeitig stieg der Anteil derer, fĂŒr die die Funktionen keine Kaufrelevanz haben, auf rund 31 Prozent.
Beim generellen Kaufinteresse zeigt sich ein gemischtes Bild: In den USA legte die Zwölf-Monats-Kaufabsicht um rund 300 Basispunkte auf etwa 20 Prozent zu, in GroĂbritannien und Deutschland fiel der Anstieg noch deutlicher aus. China bleibt dagegen ein Schwachpunkt mit einem RĂŒckgang um rund 100 Basispunkte auf etwa 15 Prozent. Das durchschnittliche Alter der iPhones im Bestand liegt weiterhin nahe einem Umfragehoch von etwa 22,9 Monaten â ein Hinweis auf verhaltene Wechselbereitschaft.
UBS belieĂ ihre Prognosen fĂŒr das September-Quartal und das Gesamtjahr unverĂ€ndert und nennt ein Kursziel von 296 US-Dollar, basierend auf dem 30-Fachen der fĂŒr das Kalenderjahr 2027 erwarteten Gewinne je Aktie von 9,86 US-Dollar.
Die kommenden Wochen dĂŒrften zeigen, ob sich die Produktionsausweitung tatsĂ€chlich in Bestellzahlen niederschlĂ€gt â insbesondere bei den Faltmodellen, deren Nettointeresse laut UBS zuletzt leicht nachgegeben hat, wĂ€hrend ihre AttraktivitĂ€t gegenĂŒber generischen Falt-Smartphones spĂŒrbar zunahm.
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