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Apple Pay schützt vor Millionenbetrug durch Kartenskimmer

05.02.2026 - 12:43:12

US-Behörden gehen massiv gegen physische Kartenskimmer vor, während digitale Bezahldienste wie Apple Pay durch Tokenisierung die Betrugsraten deutlich senken. Die Kriminalität verlagert sich jedoch auf Phishing-Angriffe.

Die US-Behörden gehen massiv gegen physische Kartenskimmer vor – doch die beste Verteidigung ist bereits in vielen Smartphones integriert. Digitale Zahlungsmethoden wie Apple Pay machen die kriminellen Geräte wirkungslos, wie aktuelle Ermittlungsergebnisse zeigen.

Gezielte Schläge gegen ein Milliardengeschäft

In dieser Woche starteten US-Bundesbehörden eine großangelegte Offensive gegen manipulierte Geldautomaten und Kartenterminals. Der Fokus liegt auf sogenannten Skimming-Geräten, die heimlich an Bezahlterminals angebracht werden, um Kartendaten auszulesen. Allein 2025 entfernten Ermittler über 400 solcher illegalen Vorrichtungen. Sie verhinderten damit mutmaßlichen Betrug im Wert von mehr als 428 Millionen Euro.

Besonders im Visier stehen Betrugsfälle mit Sozialhilfekarten. „Wir müssen diese Geräte entfernen, bevor sie Daten abgreifen können“, betonte Matthew Quinn, stellvertretender Direktor des US Secret Service. Eine Razzia in Cleveland Ende Januar zeigt die Dimensionen: Bei der Überprüfung von über 1.580 Terminals wurden sechs Skimmer entdeckt. Der potenzielle Schaden belief sich auf rund 6,25 Millionen Euro.

Warum Apple Pay Skimmer austrickst

Der Sicherheitsvorteil von Apple Pay liegt in der Tokenisierung. Anders als bei einer physische Karte, die eine statische Kontonummer überträgt, generiert der digitale Dienst für jede Transaktion einen einzigartigen, dynamischen Code. Dieser wird per NFC-Technologie übertragen.

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„Selbst wenn Kriminelle diesen Code abfangen sollten, ist er für weitere Transaktionen unbrauchbar“, erklären Cybersicherheitsexperten. Die eigentliche Kartennummer verlässt niemals das verschlüsselte Secure Element des iPhones. Diese Architektur zerstört das Geschäftsmodell der Skimmer-Banden.

Die Zahlen sprechen für sich: Laut Apple reduzierte der Dienst die Betrugsrate bei Transaktionen im vergangenen Jahr um mehr als 60 Prozent. Über eine Milliarde Euro an potenziellem Schaden wurde so verhindert.

Neue Gefahr: Phishing statt Hardware

Während die physische Bedrohung schwindet, verlagern Kriminelle ihre Aktivitäten. Seit Mittwoch warnen Sicherheitsforscher vor einer neuen Phishing-Welle, die gezielt Apple Pay-Nutzer anvisiert.

Betrügerische SMS oder E-Mails simulieren Warnungen vor „verdächtigen Transaktionen“ oder „gesperrten Konten“. Das Ziel: Verunsicherte Nutzer sollen auf Links klicken oder ihre Zugangsdaten preisgeben. Hier hilft keine technische Absicherung mehr – nur gesunder Menschenverstand.

„Apple und Banken fordern niemals per unaufgefordertem Link zur sofortigen Eingabe von Passwörtern auf“, betonen Sicherheitsexperten. Der menschliche Faktor bleibt die letzte Schwachstelle.

Politik und Industrie ziehen nach

Auf die neue Betrugswelle reagiert nun auch die Politik. Am Mittwoch brachten US-Senatoren beider Parteien den „SCAM Act“ ein. Das Gesetz soll Betrugswerbung auf Social-Media-Plattformen eindämmen, die oft den ersten Kontakt zu Opfern herstellt.

Die Finanzbranche fordert unterdessen eine engere Zusammenarbeit mit Tech-Unternehmen und Telekom-Anbietern. Denn viele Betrugsmaschen starten außerhalb des Bankensystems. Die Einführung des SCAM Acts zeigt einen wachsenden Konsens: Der Schutz des Zahlungsverkehrs erfordert ein gemeinsames Vorgehen auf allen digitalen Kanälen.

Fazit: Tippen statt Stecken

Die Entwicklung folgt einem Muster: Wird eine Schwachstelle geschlossen, weichen Kriminelle auf eine andere aus. Die physischen Skimming-Angriffe betreffen heute vor allem Nutzer veralteter Magnetstreifenkarten – eine Technologie aus den 1960er Jahren.

Für sicherheitsbewusste Verbraucher lautet die Empfehlung klar: „Tap to Pay“ wird 2026 zum neuen Standard. Das Bezahlen per Smartphone oder Smartwatch bietet nicht nur Komfort, sondern einen konkreten Sicherheitsvorteil, den aktuelle Ermittlungsdaten belegen. Doch Vorsicht ist geboten: Vor trickreichen Nachrichten mit angeblichen Dringlichkeitsmeldungen schützt auch die beste Technologie nicht.

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