Arbeitgeber gegen Kapitalrente und Ende der Minijobs
Veröffentlicht am: 22.06.2026 um 15:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Sehr kritisch sehen wir die angepeilte staatliche Kapitalrente", erklÀrte ArbeitgeberprÀsident Rainer Dulger in Berlin. Auch die Abschaffung von Minijobs wÀre aus seiner Sicht ein Fehler.
Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission will ihre VorschlĂ€ge erst am Dienstag offiziell vorstellen. Bekannt ist aber schon, dass eine Kapitalrente empfohlen wird: Zwei Prozent des Bruttoeinkommens sollen verpflichtend dafĂŒr genutzt werden, einen Kapitalstock aufzubauen. Dies soll je zur HĂ€lfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert werden.
Dulger betonte: "Mehr Kapitaldeckung in der Alterssicherung ist grundsĂ€tzlich sinnvoll, aber nicht durch Zwang und nicht durch den Staat, sondern freiwillig privat und betrieblich. Die Kapitalrente wĂŒrde eine massive Mehrbelastung von mehr als 40 Milliarden Euro pro Jahr fĂŒr Unternehmen und BeschĂ€ftigte bedeuten." SozialbeitrĂ€ge von deutlich mehr als 40 Prozent seien eine GefĂ€hrdung fĂŒr den Standort.
Zum Vorschlag, Minijobs nur noch fĂŒr SchĂŒler zuzulassen, Ă€uĂerte sich der ArbeitgeberprĂ€sident ebenfalls ablehnend: "Minijobs verdrĂ€ngen keine Vollzeitstellen, sondern aktivieren Arbeitspotential", meinte der Chef der Bundesvereinigung der Deutschen ArbeitgeberverbĂ€nde (BDA).
Positiv bewertete Dulger VorschlĂ€ge, die abschlagsfreie FrĂŒhrente abzuschaffen und das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Doch plĂ€diere man "fĂŒr einen schnelleren Anstieg des Renteneintrittsalters". Erfreulich sei auch die geplante RĂŒckkehr und VerschĂ€rfung des Nachhaltigkeitsfaktors. Allerdings solle dies möglichst sofort passieren, meinte Dulger. "Insgesamt hĂ€tten wir uns mehr Ambition vorstellen können."
