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Arbeitnehmer drÀngen VW-Vorstand zu GesprÀchen

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 17:29 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach der Einigung im VW-Aufsichtsrat DE0007664039 auf einen schÀrferen Sparkurs drÀngt die Arbeitnehmerseite auf GesprÀche mit dem Management.

Nach der Einigung im VW-Aufsichtsrat DE0007664039 auf einen schĂ€rferen Sparkurs drĂ€ngt die Arbeitnehmerseite auf GesprĂ€che mit dem Management. Dazu beschloss die Tarifkommission der IG Metall einstimmig, eine Klausel aus dem Zukunftstarifvertrag von Ende 2024 in Anspruch zu nehmen. Das teilte die Gewerkschaft in Hannover mit. Volkswagen begrĂŒĂŸte den Schritt wenig spĂ€ter und erklĂ€rte, fĂŒr GesprĂ€che zur VerfĂŒgung zu stehen.

In dem GesprĂ€ch will die Gewerkschaft die Einhaltung der Zukunftszusagen ĂŒberprĂŒfen. Im Zentrum stehen sollen demnach Investitionen in neue Modelle, Zukunftsprodukte und Produktionsverfahren. "Wir akzeptieren keine Politik des Aufschiebens, Relativierens oder Verwischens verbindlicher Zusagen. Wer von den BeschĂ€ftigten Verzicht verlangt, muss selbst verlĂ€sslich liefern", sagte der niedersĂ€chsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger. VW dĂŒrfe seine Seite des Pakets nicht nachtrĂ€glich zur Disposition stellen. Die Erwartung sei, dass die GesprĂ€che noch in diesem Quartal stattfinden, also bis Monatsende.

Das Verfahren Ă€ndert der Gewerkschaft zufolge nichts an den Bestimmungen des Tarifvertrags und löst keine KĂŒndigung desselben aus. Auch die bis Ende 2030 vereinbarte BeschĂ€ftigungssicherung werde dadurch nicht angetastet.

Tarifabschluss mit weitreichenden ZugestÀndnissen

Der Tarifabschluss war 2024 hart erkĂ€mpft worden. Erst nach Warnstreiks und einem einwöchigen Verhandlungsmarathon kurz vor Weihnachten gab es eine Einigung. Der Kompromiss sieht den Abbau von 35.000 Jobs in Deutschland bis 2030 vor. Außerdem wurden diverse Bonuszahlungen und Zulage gekĂŒrzt und Lohnerhöhungen auf Eis gelegt. Im Gegenzug verzichtet der Autokonzern auf betriebsbedingte KĂŒndigungen und Werkschließungen - und sagte Investitionen und neue Produkte fĂŒr die deutschen Standorte zu.

Die Arbeitnehmer haben nun aber erhebliche Zweifel daran, ob Volkswagen an den vereinbarten Investitions- und Produktzusagen uneingeschrÀnkt festhalten will. "Die ZugestÀndnisse der Belegschaft aus der Auseinandersetzung 2024 gab es nicht zum Nulltarif, sie wurden im Vertrauen auf die Zusagen gemacht", sagte VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo. Deshalb erwarte sie, dass diese Vereinbarungen Bestand haben.

VW: Maßnahmen reichen nicht aus

Volkswagen begrĂŒĂŸte den Schritt der IG Metall und teilte mit: Das GesprĂ€ch sei nötig, um die 2024 beschlossenen Maßnahmen konsequent umzusetzen und sich gleichzeitig den zusĂ€tzlichen Herausforderungen zu stellen, vor denen die gesamte Automobilindustrie stehe. Das wirtschaftliche Umfeld habe sich in den vergangenen 18 Monaten grundlegend verĂ€ndert - unter anderem durch geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren, verĂ€nderte MĂ€rkte und den zunehmenden Wettbewerb chinesischer Hersteller. "Vorstand und Aufsichtsrat sind ĂŒbereinstimmend der Überzeugung, dass die Ende 2024 vereinbarten Maßnahmen nicht ausreichen, um die gemeinsam vereinbarte operative Umsatzrendite von 9 Prozent zu erwirtschaften", hieß es.

Konzern steht vor historischem Umbau

Der Aufsichtsrat des Autobauers hatte sich vergangene Woche einstimmig auf einen "Zukunftsplan" des Vorstands geeinigt. Das finanzielle Kernziel: Von 100 Euro Umsatz sollen dann 9 Euro operativer Gewinn ĂŒbrig bleiben. Zum Halbjahr waren es 3,80 Euro.

Das Management um VW-Chef Oliver Blume will unter anderem rund 50.000 Stellen weltweit streichen - zusĂ€tzlich zu den bisherigen PlĂ€nen. "An die Marken und Gesellschaften ergeht der Auftrag, diese im Detail auszuplanen", hieß es von dem Autobauer. Die HĂ€lfte davon könnte auf deutsche Standorte entfallen. Konkrete Abbauprogramme mĂŒssen noch mit Arbeitnehmervertretern ausgehandelt werden.

Zukunft der Werke ungewiss

Außerdem sieht der Vorstand derzeit keine wettbewerbsfĂ€hige Folgebelegung fĂŒr die VW-Werke in Emden, Zwickau, Hannover sowie den Audi-Standort in Neckarsulm. Das hat der Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen. Schließungen wurden aber nicht beschlossen. Bis Mitte 2027 soll nun vielmehr ein Konzept fĂŒr eine wettbewerbsfĂ€hige europĂ€ische Produktionsstruktur vorliegen. FĂŒr die vier bedrohten Standorte werden "parallel und ergĂ€nzend alternative Verwendungsmöglichkeiten geprĂŒft", hieß es.

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