ArcelorMittal, Gewinn

ArcelorMittal: 48,50% Gewinn seit Jahresbeginn

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 07:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ArcelorMittal profitiert von Branchenoptimismus und hebt sich im CAC 40 ab. Analysten zeigen sich vor den Q2-Zahlen am 30. Juli zuversichtlich.

ArcelorMittal Aktie: Starker Kursanstieg vor Quartalszahlen
Abstrakte atmosphärische Szene, die die Stahlindustrie darstellt. Eine kraftvolle, optimistische Stimmung mit warmem Licht, das von metallischen Oberflächen reflektiert wird. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der luxemburgische Stahlkonzern ArcelorMittal verzeichnete zum Wochenbeginn eine deutliche Belebung an den europäischen Börsenplätzen. Während der Gesamtmarkt eher verhalten tendierte, setzte sich das Papier am Montag mit einem zeitweisen Plus von über drei Prozent an die Spitze des französischen Leitindex CAC 40. Diese Dynamik wird durch ein freundliches Branchenumfeld und die Erwartung der kommenden Quartalsberichte gestützt.

Kursgewinne im Sog der Konkurrenz

Die Stimmung im europäischen Stahlsektor hellte sich zuletzt spürbar auf. Maßgeblichen Anteil daran hatte der Wettbewerber Salzgitter, der seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 nach einer starken Performance im ersten Halbjahr anhob. Das deutsche Unternehmen rechnet nun mit einem Jahresumsatz von rund 10 Milliarden Euro und einem deutlich höheren operativen Ergebnis. Diese Entwicklung strahlte positiv auf ArcelorMittal aus, da Anleger auf eine ähnlich robuste Verfassung des Marktführers hoffen.

An der Börse spiegelt sich die Zuversicht in einer starken Jahresbilanz wider. Seit Jahresbeginn konnte der Wert um 48,50 % zulegen und notierte am Montag bei einem Schlusskurs von 57,84 €. Damit bewegt sich das Papier weiterhin in Schlagdistanz zum 52-Wochen-Hoch von 62,50 €, das Anfang Juni markiert wurde.

Analysten optimistisch vor dem 30. Juli

Mit Blick auf die für den 30. Juli 2026 angekündigten Ergebnisse zum zweiten Quartal haben mehrere Analysehäuser ihre Einschätzungen aktualisiert. Die Deutsche Bank bekräftigte ihre Kaufempfehlung und hob das Kursziel von 67 auf 70 US-Dollar an. Auch Barclays zeigte sich zuversichtlicher und passte das Ziel für die Aktie von 45 auf 55 Euro an, behielt jedoch die Einstufung auf „Halten“ bei. Wells Fargo sieht den fairen Wert bei 61 US-Dollar.

Die Erwartungen basieren auf den soliden Zahlen des Auftaktquartals. In den ersten drei Monaten des Jahres erwirtschaftete ArcelorMittal einen Umsatz von 15,457 Milliarden Euro und ein EBITDA von 1,679 Milliarden Euro. Trotz eines negativen freien Cashflows von 1,341 Milliarden Euro blieb die Nettoverschuldung mit 9,3 Milliarden US-Dollar stabil. Positiv hervorgehoben wurde zudem, dass das Unternehmen beim Gewinn je Aktie in drei aufeinanderfolgenden Quartalen die Marktschätzungen übertreffen konnte.

Strategiewechsel bei den Klimazielen sorgt für Kritik

Parallel zur operativen Erholung steht die langfristige Strategie des Konzerns unter genauer Beobachtung. Berichten von Organisationen wie BankTrack zufolge hat ArcelorMittal seine Klimaziele für das Jahr 2030 angepasst. Statt der ursprünglichen Verringerung der Emissionsintensität um 25 % wird nun nur noch ein Ziel von „bis zu 10 %“ angestrebt. Zudem wurde das spezifische Ziel für den europäischen Markt gestrichen.

Kritik entzündet sich vor allem an der Diskrepanz zwischen erhaltenen Subventionen und tatsächlichen Investitionen. Laut Medienberichten erhielt der Konzern zwischen 2021 und 2025 kostenlose Emissionszertifikate im Wert von über 15,5 Milliarden Euro, während im gleichen Zeitraum lediglich 0,69 Milliarden Euro in die Dekarbonisierung flossen.

Zusätzlich belasten juristische Altlasten die Bilanz: In Quebec wurde das Unternehmen wegen Wasserverschmutzung in einer Mine zu einer Geldstrafe von 100 Millionen US-Dollar verurteilt. Operativ investiert ArcelorMittal hingegen weiter in Spezialsegmente und stellt 52 Millionen Euro für den Standort Industeel in Burgund bereit, um die Produktion hochwertiger Stähle auszubauen. In Frankreich bestätigte zudem das Berufungsgericht die Rechtmäßigkeit des im Dezember 2025 verabschiedeten Sozialplans für die dortigen Standorte.

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