Archer Aviation Aktie: Rüstungspartner Anduril
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 13:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Archer Aviation verlässt den reinen Lufttaxi-Markt und wagt sich ins Verteidigungsgeschäft. Zusammen mit dem Rüstungs-Startup Anduril stellte das Unternehmen auf der Luftfahrtmesse in Farnborough eine neue autonome VTOL-Plattform vor, die sowohl militärisch als auch zivil einsetzbar sein soll. Für ein Unternehmen, dessen Aktie zuletzt nahe ihrem 52-Wochen-Tief notierte, ist das ein bemerkenswerter strategischer Schwenk.
Thunder soll Kampfhubschrauber ergänzen
Die Militärvariante trägt den Namen Thunder und ist als autonomes Angriffs-Drehflügler-System der Kategorie Group 5 konzipiert. Das Fluggerät nutzt einen seriellen Hybrid-Elektroantrieb und eine Dual-Tiltrotor-Konfiguration, die senkrechten Start und Landung mit effizientem Flügelflug kombiniert. Dadurch soll Thunder unabhängig von Start- und Landebahnen operieren können, auch unter schwierigen Bedingungen.
Beide Unternehmen haben nach eigenen Angaben bereits mehrere Testflüge mit maßstabsgetreuen Surrogat-Flugzeugen abgeschlossen. Der erste reguläre Flug von Thunder ist für 2027 geplant. Archer bringt dabei seine Erfahrung aus der Entwicklung ziviler Lufttaxis ein, Anduril steuert die Verteidigungsexpertise bei.
Auf der kommerziellen Seite bleibt Archer nicht untätig: Noch in dieser Woche will das Unternehmen erste kommerzielle Kunden für die neue Plattform bekanntgeben. Details dazu stehen noch aus.
Zahlen sprechen für Wachstum, aber auch für Risiko
Die Aktie kämpft trotz der Nachrichtenlage mit Kursdruck – zuletzt notierte sie bei 4,44 Dollar, was einer Marktkapitalisierung von 3,37 Milliarden Dollar entspricht. Profitabel ist Archer nach wie vor nicht: Der Verlust je Aktie lag über die vergangenen zwölf Monate bei 1,09 Dollar. Im ersten Quartal 2026 übertraf das Unternehmen allerdings die Erwartungen leicht, mit einem Verlust von 0,28 Dollar je Aktie gegenüber prognostizierten 0,30 Dollar und einem Umsatz von 1,6 Millionen Dollar.
Analysten rechnen für das laufende Jahr mit einem Umsatzwachstum von rund 28 Prozent. Ob die neue Verteidigungssparte diese Prognose stützt, dürfte sich erst zeigen, wenn die ersten kommerziellen Partnerschaften rund um Thunder bekannt werden – möglicherweise bereits im Laufe dieser Woche.
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