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ASML Aktie: Pax-Silica belastet China-Geschäft

Veröffentlicht: 29.06.2026 um 19:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Trotz starkem Gewinn und Umsatz im ersten Quartal belasten Exportkontrollen und Wettbewerbsdruck den HalbleiterausrĂĽster.

ASML Aktie: Geopolitische Risiken trotz Rekordrally im Jahr 2026
ASML - Abstrakte, atmosphärische Szene einer hochmodernen Mikrochip-Fertigung mit kühlem Licht und einem subtilen roten Schimmer, der Marktunsicherheit andeutet. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

59 Prozent Kursgewinn seit Jahresbeginn — und trotzdem wächst der Druck. ASML steht kurz vor dem Q2-Bericht und gleichzeitig vor einer geopolitischen Weichenstellung, die direkt ins Geschäftsmodell greift.

Pax Silica: Die Niederlande wählen die Seite

Am 23. Juni 2026 unterzeichnete der niederländische Außenhandelsminister Sjoerd Sjoerdsma die Pax-Silica-Erklärung. Das ist eine US-geführte Initiative zur Koordinierung von Halbleiter- und KI-Lieferketten — mit dem erklärten Ziel, die Abhängigkeit von China zu reduzieren. Die Niederlande hatten beim Launch im Dezember noch gezögert. Jetzt ist der Schritt vollzogen.

Für ASML ist das keine abstrakte Diplomatie. Der Beitritt erhöht den Druck auf multilaterale Exportkontrollen — besonders für DUV-Systeme. Dieser Bereich macht rund 20 Prozent des für 2026 prognostizierten Umsatzes aus. ASMLs eigene Jahresprognose von 36 bis 40 Milliarden Euro geht von einem beherrschbaren Exportrisiko aus. Kippt dieses Szenario, droht der Umsatz unter die untere Grenze zu fallen.

Die Verschiebung im China-Geschäft ist bereits messbar. Im vierten Quartal 2025 kamen 36 Prozent der Systemverkäufe aus China. Im ersten Quartal 2026 waren es nur noch 19 Prozent. Chinesische Kunden haben offenbar Bestellungen vorgezogen — in Erwartung kommender Beschränkungen.

Starke Zahlen, aber mit Fragezeichen

Das operative Fundament ist solide. Im ersten Quartal erzielte ASML 8,8 Milliarden Euro Umsatz und 2,76 Milliarden Euro Nettogewinn. Das entspricht 7,15 Euro je Aktie — deutlich über dem Analystenkonses von 6,00 Euro. Die Bruttomarge lag bei 53 Prozent, am oberen Ende der eigenen Zielspanne.

EUV-Systeme trugen allein mehr als 4,1 Milliarden Euro zu den Systemverkäufen bei. Darunter waren auch zwei High-NA-Einheiten. Speicherchip-Kunden dominierten mit 51 Prozent der Systemverkäufe — DRAM-Hersteller treiben die EUV-Nachfrage.

FĂĽr das zweite Quartal erwartet ASML einen Umsatz zwischen 8,4 und 9,0 Milliarden Euro sowie eine Bruttomarge von 51 bis 52 Prozent. Die Zahlen erscheinen am 17. Juli 2026.

High-NA und Nikon: Zwei Baustellen

Neben dem Exportrisiko gibt es zwei weitere Unsicherheiten. Erstens: die Nachfrage nach High-NA-EUV-Systemen. TSMC und andere Großkunden zeigen sich zurückhaltend bei diesen Geräten, die zwischen 350 und 400 Millionen Euro kosten. Stattdessen setzen sie auf günstigere Packaging-Alternativen.

Zweitens: Nikon greift im DUV-Segment aggressiv an. Der japanische Wettbewerber unterbietete ASMLs Preise für ältere Systeme — und gefährdet damit Marktanteile im Reifetechnologie-Bereich.

Kurs nahe Allzeithoch, Volatilität hoch

Die Aktie notiert bei 1.571 Euro — rund 8 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom 22. Juni. Auf Jahressicht steht ein Plus von 131 Prozent. Der RSI liegt bei 54, die annualisierte 30-Tage-Volatilität bei knapp 56 Prozent. Kein Wunder, dass jede geopolitische Meldung den Kurs bewegt.

133 Hedgefonds hielten ASML-Aktien zum Ende des ersten Quartals — 32 mehr als im Vorquartal. Von 40 Analysten empfehlen 38 den Kauf. Der 17. Juli wird zeigen, ob das Vertrauen gerechtfertigt ist.

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