ASML, Aktie

ASML Aktie: Spannung vor Ausblick

27.01.2026 - 17:36:31

Der Halbleiterausrüster ASML legt Jahreszahlen vor. Der Fokus liegt auf der Prognose für 2026 und der Buchungslage, die die jüngste starke Kursentwicklung rechtfertigen muss.

ASML steht kurz vor einem der wichtigsten Termine des Jahres. Morgen legt der Chipausrüster Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 vor – und vor allem einen Ausblick auf 2026, an dem sich die jüngste Kursrally messen lassen muss. Die Erwartungen sind hoch, getrieben von KI-Investitionen und steigenden Budgets der Großkunden.

Analysten treiben Erwartungen nach oben

Im Vorfeld der Zahlen haben mehrere große Häuser ihre Einschätzungen angehoben. Sie verweisen auf eine bessere Visibilität im Halbleiteranlagen-Sektor und stärkere Signale aus den Bestelldaten.

Am Montag bekräftigte Bernstein SocGen sein „Outperform“-Rating und beließ das Kursziel bei 1.642 US-Dollar. Die Analysten sehen laut Importstatistiken Spielraum nach oben bei den Umsatzschätzungen und heben insbesondere eine robuste Nachfrage aus China im vierten Quartal hervor.

Rückenwind kommt auch von Kundenseite. TSMC, der weltweit größte Auftragsfertiger für Chips, kündigte Mitte Januar an, seine Investitionen 2026 auf 52 bis 56 Milliarden US-Dollar zu erhöhen. Da ASML der einzige Anbieter von EUV-Lithografiesystemen für modernste Chips ist, können solche Capex-Erhöhungen direkt in einem wachsenden Auftragsbuch landen – vorausgesetzt, die angekündigten Budgets werden auch tatsächlich abgerufen.

Hohe Bewertung, „Sell-the-News“-Risiko

Parallel zu dieser positiven Nachrichtenlage ist die Aktie kräftig gelaufen. In den vergangenen 30 Tagen legte der Kurs um rund ein Drittel zu und markierte gestern mit 1.413,35 US-Dollar ein neues 52‑Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf über 20 Prozent, auf Zwölfmonatsbasis liegt der Zuwachs sogar bei gut 100 Prozent.

Daraus ergibt sich ein klassisches „Sell-the-News“-Risiko: Die Erwartungen an die Prognose für 2026 sind entsprechend ambitioniert. Analysten, unter anderem von Morgan Stanley und UBS, betonen, dass ASML bei seinem Ausblick deutlich über bisherige Andeutungen hinausgehen müsse, um die Rally zu rechtfertigen.

Im Fokus stehen vor allem die Netto-Buchungen als Frühindikator für künftige Umsätze. Einige Häuser rechnen damit, dass die Bestellungen im vierten Quartal die Marke von 8 Milliarden Euro übertreffen. Fällt dieser Wert schwächer aus oder bleibt die 2026er-Revenue-Guidance hinter den optimistischen Szenarien zurück, könnte es trotz solider Zahlen zu Gewinnmitnahmen kommen.

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China, Exportregeln und Handelsrisiken

Neben der Höhe der Bestellungen spielt die regionale Zusammensetzung der Nachfrage eine zentrale Rolle. In den Jahren 2024 und 2025 hatten Kunden aus China Bestellungen für DUV-Anlagen vorgezogen, um sich vor verschärften Exportkontrollen abzusichern. ASML hatte bereits signalisiert, dass die Umsätze aus dieser Region 2026 eher stagnieren oder sogar zurückgehen könnten.

Für den morgigen Bericht bedeutet das: Der Markt wird genau darauf achten, wie stark das China-Geschäft tatsächlich eingebrochen ist oder ob der erwartete Rückgang milder ausfällt. Das Verhältnis zwischen China, TSMC, US-Kunden und anderen asiatischen Foundries liefert Hinweise, wie ausgewogen die Nachfragebasis in den kommenden Jahren sein kann.

Zusätzliche Unsicherheit kommt von der politischen Seite. Jüngste US-Zollankündigungen gegenüber Südkorea halten die Branche in Alarmbereitschaft. Noch sind die direkten Auswirkungen auf ASML begrenzt, aber weitere Maßnahmen entlang der Lieferkette könnten die Investitionspläne von Kunden verschieben oder verteuern – ein Punkt, zu dem viele Investoren morgen ebenfalls Aussagen des Managements erwarten.

Was morgen zählt

Die Agenda für Mittwoch steht fest:

  • Q4- und Gesamtjahr 2025-Zahlen
  • 2026-Umsatzprognose und Buchungslage
  • Einschätzung zu China, Exportkontrollen und globalen Investitionsplänen

Laut den bisherigen Angaben von ASML werden für das vierte Quartal Umsätze zwischen 9,2 und 9,8 Milliarden Euro und eine Bruttomarge von 51 bis 53 Prozent angepeilt. Entscheidend wird sein, ob die tatsächlichen Zahlen innerhalb dieser Spanne liegen, ob die Netto-Buchungen die anvisierten mehr als 8 Milliarden Euro erreichen oder übertreffen und wie offensiv der Vorstand den Ausblick für 2026 formuliert. Damit liefert der morgige Bericht eine klare Messlatte, ob der aktuelle Bewertungsaufschlag angesichts des KI- und Investitionsbooms gerechtfertigt bleibt.

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