ASML Aktie: Zahlen-Countdown läuft!
Veröffentlicht: 09.07.2026 um 11:00 Uhr, Redaktion boerse-global.de
ASML steht vor spannenden Tagen. Die Erwartungen an den europäischen Chip-Ausrüster sind gewaltig. Am 15. Juli präsentiert der Konzern seine Zahlen für das zweite Quartal. Zuvor erlebte das Papier einen scharfen Rücksetzer. Ein technischer Ausverkauf im südkoreanischen KOSPI-Index drückte den Kurs am 7. Juli intraday um mehr als fünf Prozent.
Aktuell notiert die Aktie bei 1.552,00 Euro. Damit liegt der Kurs knapp elf Prozent unter dem Rekordhoch von Ende Juni. Dennoch blicken Anleger auf eine beeindruckende Jahresbilanz. Seit Januar legte ASML um gut 57 Prozent zu.
Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate hat sich der Wert sogar mehr als verdoppelt. Nun verschiebt sich der Fokus des Marktes. Die technologische Monopolstellung gilt als eingepreist. Anleger hinterfragen jetzt die Nachhaltigkeit der hohen Bewertung.
Die entscheidende Kennzahl: Netto-Auftragseingang
Der Markt achtet nächste Woche auf ein spezifisches Detail. Das Volumen der neuen Aufträge entscheidet über die kurzfristige Kursrichtung. Besonders die margenstarken High-NA-EUV-Systeme stehen im Fokus.
Der Vorstand hat die Umsatzprognose angehoben. Für das Gesamtjahr peilt ASML bis zu 40 Milliarden Euro an. Um dieses Ziel zu untermauern, braucht das Unternehmen eine massive Nachfrage für 2- und 3-Nanometer-Chips. Nur so kann der Anlagenbauer eine mögliche Abkühlung im breiten KI-Sektor ausgleichen.
Bullen-Szenario: Monopolstellung und Milliarden-Budgets
Optimisten verweisen auf die absolute Marktmacht von ASML. Der Konzern hält ein Monopol bei EUV-Lithografiesystemen. Ohne diese Maschinen können Halbleiterhersteller keine hochmodernen Chips produzieren. Jüngste Berichte stützen diese Zuversicht. Offenbar plant SK Hynix umfangreiche Neubestellungen.
Analysten teilen diese positive Einschätzung. Morgan Stanley hob das Kursziel kürzlich auf 1.830 Euro an. Susquehanna sieht die Aktie sogar bei 2.350 Euro. Experten stützen sich dabei auf gigantische Investitionen. Große Tech-Konzerne dürften im laufenden Jahr bis zu 725 Milliarden Dollar in ihre KI-Infrastruktur stecken.
Übertrifft ASML die Schätzungen beim Auftragseingang, könnte die Aktie schnell ihr Rekordhoch angreifen. Mit einem RSI von knapp 50 ist der Wert derzeit weder überkauft noch überverkauft.
Bären-Szenario: KI-Müdigkeit und hohe Bewertungen
Kritiker warnen indes vor einem drohenden Bewertungsabschlag. Das rasante Wachstum des vergangenen Jahres könnte seinen Höhepunkt erreicht haben. Goldman Sachs mahnte kürzlich zur Vorsicht. Die Ära der massiven positiven KI-Überraschungen neige sich dem Ende zu.
Spekulative Positionen im Halbleitersektor hätten ein extremes Ausmaß erreicht. Kurz gesagt: ein Risiko. Die ASML-Aktie tendierte in den letzten 30 Tagen weitgehend seitwärts. Dies deutet auf schwindendes Momentum hin.
Die neuen High-NA-EUV-Maschinen kosten rund 350 Millionen Euro pro Stück. Zeigen sich große Auftragsfertiger hier zögerlich, dürften Investoren die hohe Bewertung hinterfragen. Ein enttäuschender Auftragseingang könnte den Kurs belasten. Dann rückt der 50-Tage-Durchschnitt bei 1.463 Euro als erste Unterstützung in den Fokus.
Ausblick: Szenarien für den 15. Juli
Bestätigt das Management die angehobene Jahresumsatzprognose, bleibt die Wachstumsstory intakt. Wichtig ist dabei eine stabile Bruttomarge nahe der erwarteten 52 Prozent. Ein starker Bericht über neue Bestellungen dürfte den Kurs wieder in Richtung der Marke von 1.748 Euro treiben.
Zeigt das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz jedoch Schwächen, droht Gegenwind. Gleiches gilt für einen vorsichtigen Ausblick auf das zweite Halbjahr. In diesem Fall wäre ein Rücksetzer in Richtung der 200-Tage-Linie bei 1.159 Euro möglich.
Gewissheit gibt es am 15. Juli. Dann veröffentlicht ASML um 07:00 Uhr MESZ offiziell die Quartalszahlen.
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