ASML: China-Anteil fÀllt auf 19 Prozent
Veröffentlicht am: 04.07.2026 um 08:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht macht ASML zum Gewinner am europĂ€ischen Aktienmarkt. Die Aktie des niederlĂ€ndischen ChipausrĂŒsters schoss am Freitag um fast fĂŒnf Prozent nach oben. Der Grund liegt tausende Kilometer entfernt: enttĂ€uschende Jobzahlen aus den USA schĂŒren neue Hoffnung auf lockerere Zinspolitik der Fed.
Schwache US-Daten befeuern Tech-Rally
Am Freitag, den 3. Juli, schloss die ASML-Aktie bei 1.628,00 Euro. Das entspricht einem Tagesplus von 4,98 Prozent und hievt den Wochengewinn auf 2,91 Prozent. Ăber 30 Tage steht sogar ein Anstieg von 9,61 Prozent zu Buche.
Auslöser war der US-Arbeitsmarktbericht fĂŒr Juni. Die Wirtschaft schuf nur 57.000 neue Stellen, Ăkonomen hatten mit 115.000 gerechnet. Investoren werten die schwachen Zahlen als Signal fĂŒr eine baldige geldpolitische Wende der Federal Reserve. Die Folge: STOXX 600 und niederlĂ€ndischer AEX-Index kletterten am Freitag auf neue RekordstĂ€nde.
Der Kurssprung bringt ASML wieder nĂ€her an die eigene Bestmarke heran. Zum 52-Wochen-Hoch von 1.748,00 Euro vom 30. Juni fehlen nur noch 6,86 Prozent. Auf Jahressicht steht ein Plus von 64,73 Prozent, gegenĂŒber dem Vorjahreskurs sogar ein Anstieg von 140,83 Prozent.
China-Anteil bricht ein, Ausblick bleibt stark
Die Kursrally ĂŒberdeckt eine strukturelle Verschiebung im GeschĂ€ft. ASML hat seine Umsatzprognose fĂŒr 2026 angehoben, auf eine Spanne von 36 bis 40 Milliarden Euro. FĂŒr 2030 bekrĂ€ftigt der Vorstand ein Ziel von 44 bis 60 Milliarden Euro Jahresumsatz bei Bruttomargen zwischen 56 und 60 Prozent.
Im ersten Quartal 2026 meldete das Unternehmen 8,8 Milliarden Euro Nettoumsatz und 2,8 Milliarden Euro Gewinn. AuffĂ€llig: Der China-Anteil am Umsatz fiel von 36 Prozent im Vorquartal auf nur noch 19 Prozent. VerschĂ€rfte Exportkontrollen verĂ€ndern damit spĂŒrbar, wie Analysten das Chancen-Risiko-Profil des Konzerns bewerten.
Trotz des China-RĂŒckgangs hĂ€lt ASML an ambitionierten Lieferzielen fest. FĂŒr 2026 plant der Konzern rund 60 Low-NA-EUV-Systeme, ein Plus von 25 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr.
Charttechnik zeigt Ăberhitzung, aber keinen Alarm
Der Kurs liegt inzwischen 41,73 Prozent ĂŒber dem 200-Tage-Durchschnitt von 1.148,68 Euro. Auch der Abstand zur 50-Tage-Linie bei 1.442,48 Euro fĂ€llt mit 12,86 Prozent deutlich aus. Der 14-Tage-RSI steht bei 54,6 â weder ĂŒberkauft noch ĂŒberverkauft, trotz der jĂŒngsten SprĂŒnge.
Analysten von JPMorgan warnen zugleich vor nachlassender relativer StĂ€rke der Chip-Hersteller gegenĂŒber Cloud-Anbietern, sollte sich die Performance-LĂŒcke zwischen beiden Gruppen schlieĂen. Der globale Markt fĂŒr Chip-Fertigungsanlagen soll bis Ende 2026 auf 126 Milliarden Dollar wachsen. ASML hĂ€lt daran einen Marktanteil von rund 25 Prozent.
FĂŒr das zweite Quartal erwartet ASML einen Nettoumsatz zwischen 8,4 und 9,0 Milliarden Euro. Die Bruttomarge soll dabei auf 51 bis 52 Prozent sinken, ein RĂŒckgang gegenĂŒber dem laufenden Niveau. Ob der Konzern seine Margenziele angesichts der verĂ€nderten China-GeschĂ€fte hĂ€lt, dĂŒrfte sich in den kommenden Quartalsberichten zeigen.
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