AsylantrÀge: Schutzquote steigt deutlich
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 09:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie bereinigte Schutzquote des Bundesamts fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (Bamf) lag laut Auskunft der Bundesregierung im ersten Halbjahr 2026 bei 47,4 Prozent. Im Gesamtjahr 2025 hatte sie noch 37,5 Prozent betragen. Bei der bereinigten Quote werden formelle Entscheidungen, bei denen das Schutzgesuch inhaltlich nicht geprĂŒft wird, herausgerechnet.
Eine wichtige Rolle spielte zuletzt der Familienschutz: Im ersten Halbjahr 2026 wurde in 21.195 FĂ€llen auf dieser Basis ein Schutzstatus vergeben. Das entsprach 45,6 Prozent der positiven Entscheidungen, wobei hier auch Abschiebungsverbote berĂŒcksichtigt sind.
Hauptherkunftsland Afghanistan
Wie die Bundesregierung in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion weiter mitteilt, lag die bereinigte Schutzquote fĂŒr Menschen aus Afghanistan sogar bei 89,3 Prozent. Afghanistan war zugleich das wichtigste Herkunftsland der im ersten Halbjahr registrierten Asylgesuche.
Entrechtung und Verfolgung von Frauen
Ein Faktor fĂŒr den Anstieg der Schutzquote ist ein Urteil des EuropĂ€ischen Gerichtshofs vom Oktober 2024. Darin war festgestellt worden, dass Frauen aus dem seit 2021 wieder von den islamistischen Taliban regierten Land grundsĂ€tzlich einen Schutzanspruch haben. Wie aus der Antwort der Bundesregierung hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, wurde im ersten Halbjahr dieses Jahres bei knapp 95 Prozent der Entscheidungen ĂŒber Afghaninnen ein Schutzstatus erteilt.
Die Zahl der Menschen, die erstmals in Deutschland einen Asylantrag stellen, war im ersten Halbjahr dieses Jahres mit 39.646 ErstantrÀgen deutlich niedriger als im Vorjahreszeitraum (72.818 ErstantrÀge).
Nur drei Strafanzeigen wegen falscher Angaben
Kaum praktische Relevanz hat bisher die seit Februar 2024 geltende Strafvorschrift gegen unrichtige oder unvollstĂ€ndige Angaben im Asylverfahren. Laut Bundesregierung gab es seit Inkrafttreten der neuen Regelung insgesamt drei Strafanzeigen des Bamf. Eine davon wurde wegen GeringfĂŒgigkeit beziehungsweise fehlenden öffentlichen Interesses eingestellt. "Viele dieser MaĂnahmen erweisen sich in der Praxis als wenig hilfreich", sagte die fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Clara BĂŒnger.
