Atai Beckley Aktie: Eli Lilly bietet 3,8 Milliarden
Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 10:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eli Lilly wagt den Sprung in ein neues Feld der Medizin. Der Pharmariese übernimmt Atai Beckley für bis zu 3,8 Milliarden US-Dollar. Damit sichert sich der US-Konzern eine führende Position bei der Erforschung psychedelischer Therapien gegen Depressionen.
Bedingungen der Milliarden-Übernahme
Die Vereinbarung sieht vor, dass Eli Lilly zunächst 6,75 US-Dollar je Aktie in bar zahlt. Dies entspricht einer Sofortzahlung von etwa 2,8 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommen bis zu 2,50 US-Dollar pro Anteilsschein über erfolgsabhängige Besserungsscheine (CVRs).
Erreichen die klinischen Programme bestimmte Entwicklungs- und Zulassungsziele, steigt der Gesamtwert der Transaktion auf 9,25 US-Dollar je Aktie. Die Vorstände beider Unternehmen haben dem Deal bereits zugestimmt.
Fokus auf neue Therapien
Die Zusatzzahlungen hängen primär an zwei Wirkstoffen der Pipeline. Das Medikament BPL-003 befindet sich aktuell in der klinischen Phase 3 zur Behandlung therapieresistenter Depressionen. Parallel dazu durchläuft VLS-01 eine Phase-2b-Studie bei schweren depressiven Störungen.
Durch die Struktur des Zukaufs verteilt Eli Lilly die finanziellen Risiken. Die Aktionäre von Atai Beckley partizipieren im Gegenzug am möglichen kommerziellen Erfolg der Forschung. Marktbeobachter sehen in dem Einstieg eine massive Aufwertung für den gesamten Sektor der psychedelischen Medizin.
Reaktion der Analysten
An der Börse hat sich die Lage nach einer Phase hoher Volatilität beruhigt. Der Aktienkurs stabilisierte sich zuletzt bei 6,25 Euro. Innerhalb der vergangenen sieben Tage verzeichnete das Papier ein Plus von 37,67 Prozent.
Das bisherige 52-Wochen-Hoch von 7,85 Euro markiert derzeit die obere Grenze. Mehrere Investmentbanken, darunter Jefferies und Cantor Fitzgerald, stuften den Titel nach der Ankündigung auf „Halten“ herab. Sie sehen angesichts des feststehenden Barangebots nur noch begrenztes Potenzial für weitere Kursgewinne.
Die Übernahme soll im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Zuvor stehen noch die Zustimmungen der Aktionäre sowie der zuständigen Kartellbehörden aus. Verläuft dieser Prozess reibungslos, markiert der Deal den bisher größten Meilenstein für das von Christian Angermayer gegründete Unternehmen.
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