ATX, Tiefster

ATX: Tiefster Stand seit Juni

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 18:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Wiener Leitindex verliert 1,5 Prozent und erreicht den niedrigsten Wert seit Ende Juni. Tech-Sorgen aus China und geopolitische Spannungen drücken auf die Stimmung.

ATX fällt auf tiefsten Stand seit Juni – Techwerte belasten
Ein einzelner, roter Pfeil zeigt scharf nach unten auf einer dunklen, reflektierenden Oberfläche, symbolisiert einen Marktabschwung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Wiener Leitindex hat sich am Freitag deutlich von seiner Bestmarke entfernt. Techwerte gaben europaweit nach, und der ATX zog wegen seiner zyklischen Ausrichtung besonders kräftig mit nach unten.

Der Index verlor 1,47 Prozent auf 6.364,91 Punkte und rutschte zwischenzeitlich auf den niedrigsten Stand seit Ende Juni. Auf Wochensicht steht damit ein Minus von 1,9 Prozent zu Buche. Der breiter gefasste ATX Prime gab um 1,37 Prozent auf 3.136,85 Zähler nach.

Tech-Sorgen aus China belasten

Auslöser der Schwäche war erneut die Debatte um überzogene Bewertungen bei KI-Titeln. Zusätzlichen Druck brachte das von Alibaba unterstützte Start-up Moonshot AI, das mit seinem neuen Sprachmodell "Kimi K3" aufwartete und Ängste vor wachsender asiatischer Konkurrenz schürte. Die fortgesetzten Angriffe zwischen den USA und dem Iran drückten zusätzlich auf die Risikofreude, ließen die Ölpreise aber nur moderat steigen — die Märkte haben sich an das Ausbleiben eines Friedensabkommens offenbar bereits gewöhnt.

Schwächster Wert im Index war AT&S mit einem Abschlag von 7,2 Prozent, die Tech-Schwäche traf den Halbleiterzulieferer besonders hart. Auch Banken, Bau- und Industriewerte gaben in der Breite nach: BAWAG verlor 1,4 Prozent, Erste Group 2,6 Prozent. Gegen den Trend legte Frequentis um 6,8 Prozent zu, nachdem der Technologiekonzern seinen Umsatzausblick angehoben und die Margenprognose bestätigt hatte. Die Erste Group wertete die Anhebung angesichts der sonst konservativen Guidance des Unternehmens positiv.

Addiko-Poker geht weiter

Zweitschwächster Wert war Raiffeisen Bank International mit einem Rückgang von drei Prozent. Im Übernahmerennen um die Addiko Bank sorgte die Meldung für Bewegung, dass zwei namhafte Anleger nun dem höheren Angebot der slowenischen NLB zuneigen könnten — obwohl die RBI zuvor bereits die Annahmeschwelle von 55 Prozent der Addiko-Anteile erreicht hatte. Die Addiko-Aktie selbst blieb davon unbeeindruckt und trat auf der Stelle.

Im Nebenwertesegment sorgte Marinomed für Aufsehen: Das Biotechnologieunternehmen kündigte an, ein gerichtliches Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragen zu wollen — bereits das zweite Mal seit dem Sommer 2025. Der Kurs brach um 58 Prozent ein.

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