ROUNDUP, Iran-Krieg

Iran-Krieg belastet Luxuskonzern Hermes - Aktie verliert krÀftig

15.04.2026 - 10:43:36 | dpa.de

Auch der französische LuxusgĂŒterhersteller Hermes FR0000052292 hat zum Jahresauftakt die Folgen des Iran-Krieges zu spĂŒren bekommen.

Vor allem die GeschĂ€fte in Frankreich entwickelten sich schlechter, denn wegen der militĂ€rischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten kamen weniger Touristen in das Land. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an. Die Aktie gab im frĂŒhen Handel um fast 13 Prozent nach. Damit summieren sich die Kursverluste seit Jahresbeginn auf gut ein Viertel.

Im ersten Quartal schrumpfte der Umsatz im Jahresvergleich um 1,4 Prozent auf knapp 4,1 Milliarden Euro, wie das EuroStoxx-50-Schwergewicht EU0009658145 am Mittwoch in Paris mitteilte. Bereinigt um die Folgen des starken Euro legte der Erlös um 5,6 Prozent zu. Damit verfehlte der Hersteller von Produkten wie Birkin- und Kelly-Taschen die Erwartungen der Experten.

Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC zufolge hat der Quartalsumsatz um zwei Prozent unter dem Konsens gelegen. Das GeschĂ€ft mit Lederwaren sei schwĂ€cher gelaufen als erwartet. Auch laut Luca Solca von dem US-Analysehaus Bernstein Research hat das Unternehmen im ersten Quartal die zuletzt ohnehin schon gesunkenen Erwartungen verfehlt. Der Luxuskonzern habe aber sein ambitioniertes Wachstumsziel fĂŒr das Gesamtjahr beibehalten, hob der Branchenkenner hervor.

In den ersten drei Monaten bis Ende MĂ€rz schrumpfte der Erlös von Hermes bereinigt um WĂ€hrungsschwankungen neben dem Heimatland Frankreich auch im Nahen Osten. In der mit Abstand wichtigsten Region Asien (ohne Japan) stieg zwar der um WĂ€hrungseffekte bereinigte Umsatz um gut zwei Prozent, damit aber deutlich weniger stark als von Analysten erwartet. WĂ€hrend das Uhren-Segment schwĂ€chelte und der Bereich rund um ParfĂŒm und Beauty auf dem Vorjahresniveau verharrte, entwickelte sich vor allem das LederwarengeschĂ€ft besser.

Hermes konzentriert sich vor allem auf exklusive Kunden und hĂ€lt bestimmte Produkte bewusst knapp. Das stĂ€rkte zuletzt die Nachfrage und macht den Luxuskonzern unabhĂ€ngiger von den schwankenden Ausgaben weniger wohlhabender Kundengruppen - welche ihr Geld nach der Pandemie tendenziell eher beisammen halten. So hatte Hermes die Krise im LuxusgĂŒtersektor auch wesentlich besser ĂŒberstanden als Konkurrenten wie LVMH FR0000121014 oder Kering FR0000121485.

Auch der Krieg im Persischen Golf wirkt sich bisher stĂ€rker auf einige Wettbewerber aus. So schwĂ€chelte im ersten Quartal bei LVMH (Louis Vuitton MoĂ«t Hennessy) vor allem die wichtigste Sparte mit Mode und Lederwaren, da der Konflikt die Nachfrage nach Marken wie Louis Vuitton und Dior spĂŒrbar dĂ€mpfte. Der gesamte LVMH-Umsatz ging im Quartal um sechs Prozent zurĂŒck, wie der Konzern bereits zu Wochenbeginn mitgeteilt hatte. Auch Kering FR0000121485 machten die Folgen des Kriegs zum Jahresstart zu schaffen. Vor allem die kriselnde Modemarke Gucci sorgte beim Konzern fĂŒr einen UmsatzrĂŒckgang ebenfalls von sechs Prozent.

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