Börsen/Aktien, Ausblick

WOCHENAUSBLICK: Anleger setzen auf Finanzpaket - Zölle machen aber nervös

17.03.2025 - 05:50:01 | dpa.de

Auch in der neuen Woche dĂŒrfte sich am deutschen Aktienmarkt alles um die von US-PrĂ€sident Donald Trump losgetretenen Zollstreits und das milliardenschwere Finanzpaket von Union und SPD in Deutschland drehen.

Eine wichtige HĂŒrde hat das Paket durch die Einigung mit den GrĂŒnen mittlerweile genommen. Obendrein stehen die nĂ€chste Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed, der große Verfallstag an den Terminbörsen und weitere Quartalsberichte von Unternehmen auf der Agenda.

Der Dax DE0008469008 hatte sich jĂŒngst weiter von den schwĂ€chelnden US-Börsen abgekoppelt. "WĂ€hrend in den USA die zunehmend als chaotisch und bedrohlich empfundene Wirtschaftspolitik von Donald Trump zu Konjunkturpessimismus gefĂŒhrt hat, sorgt in der Eurozone die deutsche Initiative zur Lockerung der Schuldenbremse fĂŒr Wachstumsoptimismus", fasste Helaba-Experte Ulf Krauss die uneinheitliche Lage zusammen.

Am Dienstag soll der Bundestag ĂŒber die Schuldenbremse abstimmen. Die Fraktionsspitzen von Union, SPD und GrĂŒnen hatten sich nach langen Diskussionen auf die Pakete fĂŒr Verteidigung und Infrastruktur geeinigt. Der ehemalige CDU-GeneralsekretĂ€r Mario Czaja will dem schwarz-roten Finanzpaket zur Aufnahme neuer Milliardenschulden allerdings nicht zustimmen und verwies in einem GesprĂ€ch mit "The Pioneer" darauf, "dass viele in der CDU/CSU-Fraktion mit sehr großen Bauchschmerzen in den kommenden Dienstag gehen". Am Freitag mĂŒsste schließlich noch der Bundesrat einer Änderung am Grundgesetz zustimmen. Auch hier ist die dafĂŒr nötige Zweidrittelmehrheit aber nicht ganz sicher.

Im Dax sei bis dahin mit einer weiterhin abwartenden Haltung zu rechnen, schrieb der technische Analyst Marcel Mußler. "Und sobald es eine Entscheidung gibt, kann und sollte die VolatilitĂ€t noch einmal richtig zuschlagen." Mußler rechnet daher mit einer intensiven Börsenwoche.

Auch Konjunkturdaten dĂŒrften unter dem Eindruck des Finanzpakets stehen. Am Dienstag wird der ZEW-Index veröffentlicht. Schon im Februar hatten sich die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten zur Bundestagswahl aufgehellt. Die Aussicht auf milliardenschwere Investitionen könnte die Laune im MĂ€rz zusĂ€tzlich heben. Zuletzt hatte das Finanzpaket bereits den Sentix-Konjunkturindex fĂŒr die Eurozone beflĂŒgelt.

Derweil legt sich US-PrÀsident Trump mit seinen Zöllen gleichzeitig mit China, der EuropÀischen Union, Kanada und Mexiko an. Die US-Börsen leiden mittlerweile erheblich unter Trumps Zollpolitik, aber auch im Dax bleibt die NervositÀt hoch.

"Es ist zu hoffen und auch zu erwarten, dass der Wirtschafts- und Aktienschmerz, sinkende Umfragewerte und zunehmende Unruhe auch in seiner Partei bei Trump ein Umdenken bewirken wird", kommentierte Robert Halver, Kapitalmarktanalyst der Baader Bank. Bislang sei Trump kein Ideologe gewesen, der krampfhaft an kontraproduktiven Ideen festhalte.

Besonderer Fokus liegt nun auf der US-Notenbank. "Die Fed steht vor der Herausforderung, zwischen der BekĂ€mpfung eines Konjunkturabschwungs und steigenden Inflationsrisiken zu balancieren", schrieb Birgit Henseler von der DZ Bank. Bei der Zinsentscheidung am Mittwoch rechnet die Expertin nicht mit einer Änderung der Leitzinsen. Die US-Notenbank werde aber die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen betonen. Henseler erwartet diesen Zinsschritt im Juni und eine weitere Lockerung spĂ€ter im Jahr.

FĂŒr weitere Kursbewegungen dĂŒrfte der große Verfallstag an den Terminbörsen am Freitag sorgen. Vom "großen Verfall" oder auch "vierfachen Verfall" sprechen Börsianer, wenn Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien am selben Tag verfallen. Die Experten von Index-Radar rechnen mit einer Fortsetzung der SeitwĂ€rtsbewegung. Sollte es jedoch einen Durchbruch nach oben oder unten geben, erwarten sie dynamische Anschlussbewegungen.

Auf Unternehmensseite stehen von Vonovia DE000A1ML7J1 am Mittwoch und RWE DE0007037129 am Donnerstag ein weiteres Mal Jahreszahlen aus dem Dax an. Dazu kommen im Wochenverlauf zahlreiche Quartalsberichte von Nebenwerten wie zum Beispiel Lanxess DE0005470405, Fraport DE0005773303 und Deutz DE0006305006.

Die deutsche Sportartikelbranche könnte von Quartalszahlen des US-Konkurrenten Nike US6541061031 am Donnerstagabend bewegt werden. Parallel dĂŒrften DHL-AktionĂ€re DE0005552004 auf die Zahlen von Fedex US31428X1063 achten./niw/ag/jha/he

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

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