Aurora Cannabis Aktie: Heimatmarkt bricht um 55 Prozent ein
20.06.2026 - 04:29:48 | boerse-global.de
Der kanadische Cannabis-Markt wächst stabil. Aurora Cannabis profitiert davon kaum. Das Unternehmen setzt zunehmend aufs Ausland.
Die Aktie schloss am Freitag bei 4,20 CAD – ein Plus von 1,20 Prozent. Für den vergangenen Monat steht ein Minus von knapp zwölf Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust auf 29 Prozent. Der relative Stärkeindex (RSI 14) liegt bei 37,2 Punkten. Das signalisiert verhaltene Stimmung unter Anlegern.
Das 52-Wochen-Hoch von 9,33 CAD aus dem Oktober 2025 ist derzeit unerreichbar.
Medizinisches Geschäft als Stabilitätsanker
Aurora Cannabis hat die Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt. Der Jahresumsatz stieg um elf Prozent auf 320,6 Millionen CAD. Das medizinische Cannabis-Segment bleibt der Motor: Es steuerte 91 Prozent der Erlöse bei und wuchs um 18 Prozent.
Internationale Märkte sind inzwischen das Rückgrat. Sie machten 55 Prozent des Gesamtumsatzes aus.
Doch der Heimatmarkt bereitet Sorge. Die Erstattungspreise in Kanada fielen um 30 Prozent. Die Verkäufe im Endkundengeschäft brachen um 55 Prozent ein. Analysten von Canaccord Genuity und TD haben daraufhin ihre Kursziele gesenkt.
Branche unter Druck
Der kanadische Gesamtmarkt zeigt sich stabil. Laut Statistics Canada erreichten die legalen Verkäufe im April 482,65 Millionen CAD. Die ersten vier Monate 2026 summieren sich auf knapp 1,86 Milliarden CAD – ein Plus von sechs Prozent im Jahresvergleich.
Das klingt solide. Allerdings kämpft die Branche mit Überangebot und fallenden Preisen.
In den USA erlebte die legale Cannabis-Industrie 2025 den ersten Umsatzrückgang seit 2014. Branchenbeobachter setzen Hoffnungen auf eine Neuklassifizierung von Cannabis unter Schedule III. Das könnte Steuerlasten senken und die Margen verbessern.
Für Aurora gilt: Analysten bewerten die Aktie im Schnitt mit „Kaufen" und einem Kursziel von 7,67 CAD. Die Diskrepanz zum aktuellen Kurs spricht für Zurückhaltung. Der Fokus liegt nun darauf, ob das internationale Medizinalgeschäft den Preisdruck in Kanada ausgleichen kann.
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