Börse Frankfurt-News: Kursschwankungen fĂŒr ZukĂ€ufe nutzen (Wochenausblick)
12.08.2024 - 10:17:29Erwartet werden zwar weitere Schwankungen, aber keine gröĂere Korrektur. DafĂŒr seien die fundamentalen Rahmenbedingungen zu gut.
12. August 2024. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach turbulenten Tagen mit heftigen Verlusten und einer krĂ€ftigen Gegenbewegung sieht es in der neuen Woche nach mehr NormalitĂ€t aus. "Die Sorgen der Anleger haben sich etwas zerstreut", erklĂ€rt Helaba-Analystin Claudia Windt. Bei Standartwerten sei wieder zugegriffen worden. "Solange sich die US-Rezessionssorgen als ĂŒbertrieben herausstellen, sollten sich die AktienmĂ€rkte beruhigen können." Auch nach EinschĂ€tzung der Commerzbank wird sich die Stimmungsberuhigung diese Woche fortsetzen. "Eine RĂŒckbesinnung auf Fundamentaldaten ist in Gang", erklĂ€rt Thorsten Weinelt. Die MĂ€rkte seien "aus dem Gröbsten heraus, aber noch nicht unbedingt im Trockenen". "Saisonal ist die Sommerzeit eine der schwĂ€cheren und die Verlangsamung des US-Wachstums ist nun da, auch wenn die RezessionsbefĂŒrchtungen ĂŒbertrieben scheinen." Bis zur "aufmunternden" Fed-Sitzung seien es auch noch fĂŒnf Wochen. "Diese Zeit dĂŒrfte volatil bleiben."
Der DAX, der vor einer Woche in Richtung 17.000 ZÀhler gefallen war, steht am Montagmorgen bei gut 17.800 Punkten - nach 17.723 am Freitag zu Handelsschluss deutlich im Plus. Die US-Börsen waren am Freitag mit leichten Gewinnen aus dem Handel gegangen.
"Korrekturpotenzial begrenzt"
Laut DekaBank waren zwar die Sorgen um die US-Konjunktur Auslöser fĂŒr die Korrektur, der eigentliche Grund sei aber die notwendige Stimmungsbereinigung in einzelnen Marktsegmenten gewesen. "Vor allem die den Markt beherrschenden Technologie- und Plattformunternehmen stehen unter Anpassungsdruck", erklĂ€rt Chefvolkswirt Ulrich Kater. FĂŒr die Börsen insgesamt sei das Korrekturpotenzial fundamental begrenzt. "Das globale Wachstum ist intakt, die Unternehmensgewinne steigen leicht an, die Notenbanken senken die Zinsen, und die Bewertungen sind mit der Kurskorrektur wieder unter ihre langjĂ€hrigen Durchschnittswerte gefallen", erklĂ€rt Kater. Die erhöhten Kursschwankungen sollten somit fĂŒr regelmĂ€Ăige ZukĂ€ufe genutzt werden. Die Bank sieht den DAX in sechs Monaten bei 19.000 und in zwölf Monaten bei 20.000 Punkten.
Zeit fĂŒr Stock-Picking
Auch nach Ansicht der Fondsgesellschaft DWS war die Korrektur ĂŒberfĂ€llig - trotz aller positiven Aussichten fĂŒr die KĂŒnstliche Intelligenz. Die Entwicklungen zeigten aber gut, dass eine breite Streuung bei der Aktienanlage wichtig sei. "Anleger konnten in den vergangenen zwei Jahren auch ohne Diversifikation sehr erfolgreich sein, sofern sie auf die groĂen Technologietitel gesetzt haben", erklĂ€rt Aktienfondsmanagerin Madeleine Ronner. Langfristig gesehen sei eine vernĂŒnftige Diversifikation innerhalb der Anlageklasse Aktien aber ein Muss. Stock-Picking werde wieder wichtiger, also die gezielte Auswahl einzelner Werte. Etwa sei der US-Markt nur zum Teil hoch bewertet, manches sei unter Bewertungsaspekten hingegen interessant - etwa die Medizintechnologie und Transport. "Es gibt auch spannende Branchen, die nichts mit KI zu tun haben, etwa die Luft- und Raumfahrtindustrie", so Ronner.
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche
Dienstag, 13. August
11.00 Uhr. Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen August. Es lÀuft alles andere als rund in Deutschland, erklÀrt die DekaBank. Geopolitische Unsicherheiten und noch dazu schwache Konjunkturindikatoren weckten Zweifel an der erhofften Erholung im dritten Quartal. Das schlage sich in sinkenden Umfrageindikatoren nieder und werde sich auch erneut in der ZEW-Konjunkturumfrage zeigen.
Mittwoch, 14. August
14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise Juli. In den USA hat sich die Inflation der Commerzbank zufolge deutlich beruhigt, was die Zahlen bestĂ€tigen wĂŒrden.
Donnerstag, 15. August
4.00 Uhr. China: Industrieproduktion Juli. Die Industrieproduktion ist weiterhin die wichtigste StĂŒtze der chinesischen Wirtschaft, schreibt die DekaBank. Aufgrund eines Basiseffekts sei die JahresverĂ€nderungsrate im Juli wohl leicht gestiegen. Angesichts der schwachen Nachfrageentwicklung sei hier in den kommenden Monaten allerdings keine Beschleunigung zu erwarten.
14.30 Uhr. USA: EinzelhandelsumsĂ€tze Juli. Die US-EinzelhandelsumsĂ€tze sind laut DekaBank wohl relativ krĂ€ftig gegenĂŒber dem Vormonat gestiegen. Hierauf deuteten VorabschĂ€tzungen sowie ein deutlicher Anstieg der FahrzeugverkĂ€ufe hin.
Von Anna-Maria Borse, 12. August 2024, © Deutsche Börse AG
(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

