Breite, Kritik

Breite Kritik aus der Wirtschaft an SPD-PlÀnen zur Erbschaftsteuer

13.01.2026 - 13:37:07

Aus der Wirtschaft kommt scharfe Kritik an den PlÀnen der SPD zur Reform der Erbschaftssteuer.

"Finger weg vom Betriebsvermögen", sagte HandwerksprÀsident Jörg Dittrich. Marie-Christine Ostermann, PrÀsidentin des Verbands Die Familienunternehmer, sagte: "Gerade in einer Zeit, in der die Unternehmen wegen struktureller Nachteile des Standortes Deutschland riesige Probleme haben, sendet die SPD ein fatales Signal. Statt Betriebe zu entlasten und Investitionen zu fördern, droht die Partei in ihrem Konzeptpapier, den Unternehmen weitere LiquiditÀt zu entziehen und Nachfolgen zu erschweren."

Die SPD will reiche Erben stĂ€rker besteuern. FĂŒr Unternehmen soll es einen neuen Freibetrag von fĂŒnf Millionen Euro geben. Darunter liegende kleine und viele mittlere Unternehmen sollen steuerfrei ĂŒbertragen werden können. Vermögenswerte ĂŒber diesem Betrag sollen ab diesem Betrag progressiv besteuert werden.

Ostermann sagte, die SPD verkaufe den neuen Unternehmensfreibetrag von fĂŒnf Millionen Euro als Schutz fĂŒr kleine und mittlere Betriebe. "In der RealitĂ€t reicht dieser Betrag bei weitem nicht aus, um die Nachfolge in typischen mittelstĂ€ndischen Unternehmen steuerlich abzusichern." Eine höhere Steuerlast gefĂ€hrde die Substanz und zwinge ohnehin angeschlagene Betriebe entweder zum Verkauf oder schlimmstenfalls zur Aufgabe.

Handwerk: Urteil abwarten

Dittrich sagte: "Bevor ĂŒber Änderungen an der Erbschaftsteuer diskutiert wird, sollte zunĂ€chst das Urteil des Bundesverfassungsgerichts abgewartet werden. Alles andere ist vorschnell und gefĂ€hrdet ArbeitsplĂ€tze sowie AusbildungsplĂ€tze. Gerechtigkeit bedeutet, einen klaren Unterschied zu machen zwischen einer geerbten Yacht oder Immobilie und einem Betrieb, der Verantwortung fĂŒr BeschĂ€ftigte und Auszubildende trĂ€gt." Die Verschonung von Betriebsvermögen sei richtig und mĂŒsse in jedem Fall erhalten bleiben. "Es ist unverstĂ€ndlich, dass ausgerechnet die SPD die Verschonungen abschaffen und durch einen Freibetrag fĂŒr Betriebsvermögen in Höhe von 5 Millionen Euro ersetzen will. Dieser Betrag mag auf den ersten Blick hoch erscheinen, ist aber schnell erreicht, wenn man beispielsweise BetriebsgrundstĂŒcke oder Maschinen betrachtet."

DIHK: Betrieben droht erhebliche Steuerzahlung

DIHK-Chefanalyst Volker Treier sagte, die SPD-PlĂ€ne wĂŒrden zu einer erheblich höheren Belastung bei der Übertragung von Betriebsvermögen fĂŒhren. Der vorgesehene Freibetrag fĂŒr Unternehmen von fĂŒnf Millionen Euro wĂ€re unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig niedrig, sodass in den meisten FĂ€llen erhebliche Steuerzahlungen fĂ€llig wĂŒrden.

Der "Wirtschaftsweise" Achim Truger begrĂŒĂŸte in seiner Kolumne beim "Surplus Magazin" den Reformvorschlag der SPD zur Erbschaftsteuer. Eine weitgehende Abschaffung der Privilegien fĂŒr Betriebsvermögen wĂŒrde eine massive Steuerungerechtigkeit beseitigen, meinte er.

@ dpa.de