AuslandsflughÀfen retten Halbjahr bei Fraport - Aktie sackt ab
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 10:34 Uhr | dpa, AD HOC NEWSWÀhrend der Heimatstandort Frankfurt im ersten Halbjahr schwÀchelte, legten die meisten Fraport-FlughÀfen im Ausland zu. So konnte Fraport Umsatz und Gewinn im TagesgeschÀft steigern. Die Inbetriebnahmen der neuen Passagierterminals in Frankfurt und Lima schlugen unter dem Strich aber teuer zu Buche.
An der Börse wurden die Neuigkeiten mit Kursverlusten quittiert. Die Fraport-Aktie verlor am Vormittag rund zweieinhalb Prozent auf 65,90 Euro und gehörte damit zu den stĂ€rksten Verlierern im MDax DE0008467416, dem Index der mittelgroĂen Werte. Im Vergleich zum Jahreswechsel hat das Papier nun mehr als fĂŒnf Prozent verloren.
"WÀhrend das Passagieraufkommen in Frankfurt streikbedingt und aufgrund der aktuellen geopolitischen Situation im Nahen Osten stagniert, wÀchst der Verkehr an den meisten internationalen Standorten im Fraport-Konzern", sagte Konzernchef Stefan Schulte.
Allerdings hatte die Lufthansa DE0008232125 ihre Regionaltochter Cityline im April stillgelegt und will ihr Flugangebot in diesem Jahr konzernweit ĂŒberhaupt nicht mehr ausbauen. Fraport-Chef Schulte hatte seine Passagierprognose fĂŒr Deutschlands gröĂten Flughafen angesichts der Aussichten bereits im Juli gekappt.
Seither rechnet der Manager in diesem Jahr in Frankfurt nur noch mit einem Passagieraufkommen auf dem Niveau von 2025. Da hatte Fraport an seinem Heimatstandort rund 63,2 Millionen FluggÀste gezÀhlt. Das Rekordniveau von 70,6 Millionen Passagieren aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 bleibt damit auch im laufenden Jahr weit entfernt.
In den ersten sechs Monaten kam Fraport in Frankfurt auf 28,9 Millionen Passagiere - fast ein Prozent weniger als im Vorjahr. Dies lag neben dem Wegfall von FlĂŒgen in den Nahen und Mittleren Osten an den Streiks bei der Lufthansa im April, die in Frankfurt allein 700.000 FluggĂ€ste trafen.
Im wichtigen Reisemonat Juli ging es in Frankfurt wieder etwas aufwĂ€rts: Die Zahl der FluggĂ€ste wuchs nach vorlĂ€ufigen Zahlen im Jahresvergleich um 1,4 Prozent. FĂŒr die ersten sieben Monate steht damit aber immer noch ein RĂŒckgang um 0,5 Prozent zu Buche.
Fraports Umsatz legte im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dennoch um vier Prozent auf 2,07 Milliarden Euro zu. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 3,8 Prozent auf 582,3 Millionen Euro. Auf die AktionÀre entfiel ein Gewinn von 51,2 Millionen Euro. Das war nur noch gut halb so viel wie ein Jahr zuvor, weil die Inbetriebnahme der neuen Terminals in Lima und Frankfurt in Form von höheren Zinszahlungen negativ zu Buche schlug.
Der RĂŒckgang kam nicht ĂŒberraschend, schlieĂlich hat die Fraport-Spitze aus diesem Grund schon fĂŒr das Gesamtjahr einen GewinnrĂŒckgang angekĂŒndigt. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll das Ergebnis im Vergleich zu 2025 jedoch weiterhin steigen - und zwar auf bis zu 1,5 Milliarden Euro. In Frankfurt hatte Fraport im April das dritte Passagierterminal im SĂŒden des Flughafens in Betrieb genommen. Im Gegenzug bleibt das Terminal 2 bis ins nĂ€chste Jahrzehnt hinein geschlossen. Das GebĂ€ude soll in diesem Zuge grĂŒndlich modernisiert werden.
