Deutsche Börse strebt weiteres Rekordjahr an
08.02.2024 - 15:26:55(Aussagen aus der Pressekonferenz)
FRANKFURT/ESCHBORN (dpa-AFX) - Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer will in seinem Abschiedsjahr an der Konzernspitze das Rekordergebnis von 2023 nochmals ĂŒbertreffen. Die Gruppe Deutsche Börse DE0005810055 sei "bestens gerĂŒstet fĂŒr weitere erfolgreiche und vor allem auch wachstumsstarke Jahre", sagte Weimer am Donnerstag in der Zentrale des Dax-Konzerns DE0008469008 in Eschborn. Im vergangenen Jahr setzte der Frankfurter Marktbetreiber seinen Rekordlauf dank höherer Zinsen und ZukĂ€ufe wie erwartet fort. Der Gewinn fiel so hoch aus wie noch nie, wie das Unternehmen bereits am Mittwochabend mitgeteilt hatte. Sowohl das Ergebnis des vergangenen Jahres und der Ausblick lagen im Rahmen der Expertenerwartungen. Die Aktie legte leicht zu.
2023 spielten dem Börsenbetreiber neben den höheren Zinsen und ZukĂ€ufen zudem die regen HandelsaktivitĂ€ten an den MĂ€rkten sowie gute GeschĂ€fte im Handel mit Gas- und Stromprodukten in die Karten. Im laufenden Jahr rechnet der Vorstand erneut mit krĂ€ftigen ZuwĂ€chsen - auch dank der jĂŒngst besiegelten Ăbernahme des dĂ€nischen Softwareanbieters Simcorp. Die einmaligen Kosten des 3,9 Milliarden Euro schweren Zukaufs werde die Deutsche Börse "bereits ab dem nĂ€chsten Jahr durch dauerhafte Synergien mehr als wettgemacht" haben, fĂŒhrte Weimer aus.
Im laufenden Jahr rechnet der Vorstand erneut mit krĂ€ftigen ZuwĂ€chsen - auch dank der jĂŒngst besiegelten Ăbernahme des dĂ€nischen Softwareanbieters Simcorp. Die einmaligen Kosten des 3,9 Milliarden Euro schweren Zukaufs werde die Deutsche Börse "bereits ab dem nĂ€chsten Jahr durch dauerhafte Synergien mehr als wettgemacht" haben, fĂŒhrte Weimer aus. Mit dem gröĂten Zukauf ihrer Geschichte will die Deutsche Börse ihr GeschĂ€ft mit Daten stĂ€rken und sich unabhĂ€ngiger von Schwankungen an den FinanzmĂ€rkten machen.
Weitere groĂe ZukĂ€ufe plant der Vorstand im laufenden Jahr nicht, wie Finanzvorstand Gregor Pottmeyer bekrĂ€ftigte: "GröĂere M&A-Transaktionen werden wir in dem Jahr nicht machen, weil wir uns darauf fokussieren, jetzt die Simcorp-Integration zu machen." Kleinere ZukĂ€ufe seien aber nicht ausgeschlossen. 2025 werde die Deutsche Börse voraussichtlich wieder ein bis zwei Milliarden Euro freie Mittel zur VerfĂŒgung haben. Dann werde entschieden, ob dieses Geld in ZukĂ€ufe (Mergers & Acquisitions/M&A) investiert oder ĂŒber Dividenden und AktienrĂŒckkĂ€ufe an die AktionĂ€rinnen und AktionĂ€re ausgeschĂŒttet werde.
Im vergangenen Jahr konnte die Deutsche Börse ihre Nettoerlöse gegenĂŒber dem Vorjahr um 17 Prozent auf knapp 5,1 Milliarden Euro steigern. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte ebenfalls um 17 Prozent auf etwas mehr als 2,9 Milliarden Euro. Unter dem Strich legte der Gewinn binnen Jahresfrist um 15 Prozent auf gut 1,7 Milliarden Euro zu.
Im laufenden Jahr erwartet die Gruppe ein Wachstum der Nettoerlöse auf mehr als 5,6 Milliarden Euro und einen Anstieg des operative Gewinns auf mehr als 3,2 Milliarden Euro. Der Vorstand strebt bis einschlieĂlich 2026 Jahr fĂŒr Jahr ein zweistelliges Umsatz- und Ergebniswachstum an. Die Dividende fĂŒr das 2023 soll um 20 Cent auf 3,80 Euro je Aktie erhöht werden. Anfang Januar 2024 startete der Konzern zudem das erste AktienrĂŒckkaufprogramm seit sechs Jahren. Bis lĂ€ngstens 3. Mai will das Unternehmen fĂŒr bis zu 300 Millionen Euro eigene Papiere zurĂŒckkaufen.
Die 2023er-Zahlen und der Ausblick auf das laufende Jahr kamen am an der Börse gut an. Der Kurs der Deutsche-Börse-Aktie legte am Donnerstagvormittag bis zu ein Prozent auf 188,25 Euro zu und nĂ€herte sich damit wieder dem im Januar erreichten Rekordhoch von etwas mehr als 190 Euro. Bis zum Nachmittag musste das Papier einen Teil der Gewinne wieder abgeben. Das Papier kletterte seit der im Herbst erhöhten Prognose und den Mittelfristzielen um rund ein FĂŒnftel nach oben und gehörte damit zu den Gewinnern bei den deutschen Standardwerten.
Seit Weimers Amtsantritt Anfang 2018 stieg der Börsenwert des Unternehmens um mehr als 90 Prozent auf fast 36 Milliarden Euro. Damit zĂ€hlt die Deutsche Börse in diesem Zeitraum zu den sechs besten der 40 Dax-Werte. FĂŒr Weimer war es die letzte Bilanz-Pressekonferenz als Deutsche-Börse-Chef. Ende Juni hatte der frĂŒhere HVB-Chef gesagt, er strebe keine weitere Amtszeit an. Weimers Vertrag lĂ€uft am 31. Dezember 2024 aus.

