Wadephul: SchÀrfer gegen russische Schattenflotte vorgehen
26.01.2026 - 13:41:46 | dpa.deDas internationale Seerecht mĂŒsse dringend novelliert werden, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seiner lettischen Kollegin Baiba Braze in der Hauptstadt Riga. Das aktuelle Recht verhindere, gegen Schiffe und die HintermĂ€nner vorzugehen. "Es kann nicht sein, dass uns hier einseitig dauerhaft die HĂ€nde gebunden sind."
Es sei "sehr viel mehr EffektivitĂ€t in der BekĂ€mpfung dieser Schattenflotte" nötig, verlangte Wadephul. Zwar werde gegen die Schiffe und deren HintermĂ€nner schon in den Sanktionspaketen auf EU-Ebene vorgegangen. Es mĂŒsse aber einen vertieften Austausch unter den Ostseepartnern geben. Zudem mĂŒsse man auch gegen Schiffe vorgehen können, deren Flaggenstatus unklar sei - wo also unklar ist, in welchem Land die Tanker gemeldet sind. "Wir mĂŒssen jetzt alle Möglichkeiten des Seerechtes nutzen, derartige Schiffe zu stoppen", sagte der BundesauĂenminister.
Wadephul: Schattenflotte bedroht Ăkologie an OstseekĂŒsten
Die Schiffe der Schattenflotte seien fĂŒr alle Ostseeanrainer eine Bedrohung, weil sie oft in einem katastrophalen technischen Zustand seien und eine schlecht ausgebildete Mannschaft hĂ€tten, sagte Wadephul. Falls einer dieser groĂen Ăltanker an den OstseekĂŒsten havariere, wĂ€ren möglicherweise die lettische und auch die deutsche OstseekĂŒste sofort sehr stark verschmutzt. "Es droht eine ökologische Katastrophe, ĂŒbrigens auch mit starken ökonomischen Auswirkungen fĂŒr den ganzen Tourismusbereich", warnte Wadephul.
Braze sprach sich zudem dafĂŒr aus, gegen Finanzdienstleister und HĂ€fen von DrittlĂ€ndern vorzugehen, die die Fracht der Schattenflotte umschlagen. "Alle LĂŒcken, die von Russland aus genutzt werden, um diese AblĂ€ufe durchzufĂŒhren, mĂŒssen geschlossen werden", forderte sie. Nötig sei eine stĂ€rkere internationale Abstimmung und ein verbesserter Informationsaustausch.
Am Nachmittag will sich Wadephul in Stockholm mit seiner schwedischen Kollegin Maria Stenergard treffen. Lettland und Schweden sind Nato- und EU-Partner.
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