Wadephul skeptisch zu raschem Ende des Iran-Kriegs
10.03.2026 - 09:50:35 | dpa.deDie USA seien nach wie vor darauf konzentriert sind, die militÀrischen Möglichkeiten des Iran, "die eine Bedrohung der Nachbarschaft, aber auch Europas darstellen, so zu reduzieren, dass diese Gefahr nicht mehr besteht", sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem Kollegen Konstantinos Kombos in der zyprischen Hauptstadt Nikosia. "Ich denke, dass diese Angriffe so lange weitergehen werden, bis dieses Ziel erreicht ist oder die iranische Seite eine ernsthafte Bereitschaft gezeigt hat, zu verhandeln."
Wadephul: EuropĂ€er mĂŒssen sich auf Verhandlungen vorbereiten
US-PrÀsident Donald Trump hatte zuvor ein baldiges Ende des Krieges ins Spiel gebracht. "Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet", zitierte ihn der US-Sender CBS News. Er legte sich aber nicht auf einen konkreten Zeitpunkt fest.
Wadephul sagte, die EuropĂ€er mĂŒssten auf den Moment warten, in dem es eine ernsthafte Chance gebe, in Verhandlungen einzusteigen. Sie mĂŒssten sich "jetzt sehr schnell aufstellen, damit wir auch in diesen Verhandlungen eine Rolle spielen".
SolidaritĂ€t mit Zypern - aber aktuell keine militĂ€rische UnterstĂŒtzung
Wadephul sagte Zypern SolidaritĂ€t bei möglichen neuen Angriffen mit iranischen Raketen oder Drohnen zu - eine militĂ€rische UnterstĂŒtzung lehnte er erneut ab. Wenn eine sicherheitspolitische Situation entstehe, "wo Zypern Deutschland braucht, wird Deutschland da sein". Die Beistandsverpflichtung des EU-Vertrages gelte und Deutschland werde sie erfĂŒllen. Wadephul verwies aber auf die militĂ€rische Lastenverteilung innerhalb der EU. So unterstĂŒtzten zahlreiche Partner Zypern, die ohnehin MittelmeerlĂ€nder seien. Deutschland sei etwa in der Ostsee oder im Baltikum aktiv.
Zypern ist der EU-Staat, der der Krisenregion im Nahen Osten geografisch am nĂ€chsten liegt. Die Insel im östlichen Mittelmeer liegt nur etwa 150 bis 250 Kilometer von Libanon und Israel entfernt. Eine Drohne iranischer Bauart hatte vergangene Woche einen britischen LuftwaffenstĂŒtzpunkt auf Zypern getroffen und geringen Schaden angerichtet.
Griechenland entsandte daraufhin vier F-16-Kampfjets und zwei Fregatten. Auch Frankreich, Italien und Spanien schickten Schiffe in die Region. Kombos bedankte sich bei allen Staaten, "die rasch reagiert und ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr die VerteidigungsfĂ€higkeiten Zyperns durch konkrete und greifbare MaĂnahmen bekrĂ€ftigt haben".
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