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Oracle legt krÀftig zu - Hoher Kapitalbedarf lasst Aktie absacken

11.06.2026 - 15:42:25 | dpa.de

AUSTIN - Der US-Software- und Datacenter-Konzern Oracle US68389X1054 bekommt weiter deutlich Schwung von den KI-Ausgaben seiner Kunden.

(neu: Kurs mit Handelsbeginn aktualisiert.)

AUSTIN (dpa-AFX) - Der US-Software- und Datacenter-Konzern Oracle US68389X1054 bekommt weiter deutlich Schwung von den KI-Ausgaben seiner Kunden. Die UmsÀtze mit Cloud-Infrastruktur (etwa KI-Rechenzentren) wuchsen im vierten Quartal auf 5,8 Milliarden US-Dollar (rund 5,0 Mrd Euro), wie der SAP DE0007164600-Rivale am Mittwoch nach US-Börsenschluss in Austin (Texas) mitteilte. Das waren 93 Prozent als ein Jahr zuvor und damit leicht mehr als von Experten geschÀtzt. Die Aktie rutschte nach dem US-Handelsstart am Donnerstag dennoch um 11 Prozent auf 178,34 Dollar deutlich ab.

Das Papier fiel im Tief so stark an einem Tag wie seit Dezember nicht mehr. In den vergangenen Monaten waren die Anleger bereits gut durchgeschĂŒttelt worden und blieben daher nervös. Nach einem rasanten Anstieg im vergangenen Herbst hatte die Aktie monatelang fast nur den Weg nach unten gekannt. Mit der KI- und Tech-Rally der vergangenen Wochen hatte sie sich wieder auf 250 Dollar hochgearbeitet, um dann wieder auf 200 Dollar zurĂŒckzufallen.

Die Experten des Analysedienstes Vital Knowledge attestierten dem Konzern ein ordentliches Abschneiden im Quartal. Der Firma stĂŒnden aber nach wie vor hohe GeldabflĂŒsse bevor, um die KapazitĂ€ten fĂŒr den wachsenden Auftragsbestand aufzubauen. Das werde mehr Schulden und Eigenkapital benötigen.

FĂŒr Analyst Arti Vula von der US-Bank JPMorgan hat sich das wĂ€hrungsbereinigte Wachstum im vierten GeschĂ€ftsquartal erneut beschleunigt. Vula hob zudem den rekordhohen Auftragsbestand hervor. Auch das GeschĂ€ft neben der KI-Infrastruktur bleibe dynamisch.

Brent Thill vom Analysehaus Jefferies hob den weiter steigenden Auftragsbestand des Softwarekonzerns hervor. Der Umschlag in UmsĂ€tze funktioniere aber nicht ganz so gut. Hier sei die Erwartung im vierten Quartal nur knapp ĂŒbertroffen worden, und das Umsatzziel fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2027 sei unverĂ€ndert. Letzteres könnte zunĂ€chst enttĂ€uschen.

Software-Abos und Cloud-Infrastruktur zusammengenommen kam bei Oracle ein Umsatzplus von 48 Prozent auf 9,9 Milliarden Dollar zustande. Das war etwas weniger als von Analysten erwartet.

Der Kapitalbedarf fĂŒr das Rennen um einen schnellen Ausbau der KI-RechenkapazitĂ€ten ist in der Branche riesig. Oracle gab im vergangenen GeschĂ€ftsjahr (Ende Mai) 55,7 Milliarden Dollar fĂŒr Investitionen aus, vorwiegend fĂŒr KI-Technik. Das war deutlich mehr als die veranschlagten 50 Milliarden.

Im laufenden ersten Quartal rechnet Oracle nun mit einem Erlösplus von insgesamt 27 bis 29 Prozent. Im gesamten Jahr soll der Umsatz wie bereits bekannt 90 Milliarden Dollar betragen.

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