Vierte, E-Auto

Mehr als jeder Vierte will aufs E-Auto umsteigen

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 06:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Autofahrer in Deutschland zeigen in einem internationalen Vergleich die grĂ¶ĂŸte Bereitschaft zum Umstieg auf die ElektromobilitĂ€t.

27 Prozent der hiesigen Besitzer von Benzin- und Dieselfahrzeugen planen, als nÀchstes Auto höchstwahrscheinlich ein Elektrofahrzeug zu kaufen oder zu leasen. Das geht aus einer Studie hervor, die vom Kartendienst Here Technologies und dem Marktforschungsunternehmen SBD Automotive anlÀsslich des Tages der ElektromobilitÀt vorgelegt wurde.

FĂŒr die Erhebung befragten die Analysten mehr als 4.000 Autofahrerinnen und Autofahrer unter anderem in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, den USA, Indien und Australien. Mehr als die HĂ€lfte der Befragten in Deutschland (54 Prozent) gab dabei an, sich heute eher mit dem Erwerb eines E-Autos zu beschĂ€ftigen als noch vor einem Jahr.

Bessere Ladeinfrastruktur, teurerer Sprit

Ausschlaggebend fĂŒr das gewachsene Interesse sind vor allem Fortschritte bei Reichweite und Ladegeschwindigkeit (37 Prozent), steigende Spritpreise (34 Prozent) sowie das dichtere und zuverlĂ€ssigere Ladenetz (34 Prozent). Bei der Kaufentscheidung dominieren handfeste wirtschaftliche Vorteile: Niedrigere Betriebskosten (41 Prozent), ein besseres Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis (38 Prozent) sowie steuerliche Anreize (36 Prozent) stehen noch vor Umweltaspekten (37 Prozent).

Begleitet wird die Wechselbereitschaft von objektiv messbaren Fortschritten bei der Infrastruktur. Im europĂ€ischen Gesamtranking belegt Deutschland gemeinsam mit Österreich Rang sechs von 30 analysierten LĂ€ndern. Den Spitzenplatz teilen sich Norwegen und die Niederlande, gefolgt von Belgien, DĂ€nemark und Luxemburg. Bei diesem Ranking kam es auf die durchschnittliche Ladeleistung pro Ladestation, den E-Auto-Anteil am Gesamtbestand, die Ladestationen pro Straßenkilometer sowie die Ladepunkte pro E-Fahrzeug an.

Deutschland punktet mit großem Schnellladenetz

Mit mehr als 210.000 öffentlichen Stationen und ĂŒber 55.000 Schnellladepunkten stellt Deutschland laut Erhebung das grĂ¶ĂŸte Schnellladenetz aller untersuchten europĂ€ischen LĂ€nder. Die gesamte installierte öffentliche Ladeleistung ĂŒbertrifft den Zweitplatzierten Frankreich um 48 Prozent. Fast zwei Drittel (64 Prozent) der deutschen E-Auto-Besitzer gaben an, noch nie aus Sorge um freie Ladestationen auf eine Fahrt verzichtet zu haben.

Gleichzeitig bremsen bestehende Vorbehalte in der Gesamtbevölkerung den Umstieg auf die E-MobilitĂ€t: Sorgen um eine vermeintlich nicht ausreichende Reichweite (45 Prozent), die lokale Ladestationsdichte (40 Prozent) und hohe Anschaffungspreise (39 Prozent) bleiben die dominierenden HĂŒrden. Dennoch sinken die Bedenken bezĂŒglich der Infrastruktur im Vergleich zum Vorjahr spĂŒrbar. Die Autoren stufen Deutschland daher als "umstieg-bereiten" Markt ein, bei dem die nĂ€chste Phase der MobilitĂ€tswende vor allem ĂŒber wettbewerbsfĂ€hige Fahrzeugpreise und unkomplizierte LadevorgĂ€nge entschieden werde.

Zur Methodik der Untersuchung

Der Index von Here und SBD steht auf zwei SĂ€ulen: eine reprĂ€sentative Online-Befragung von ĂŒber 4.000 Verkehrsteilnehmern aus dem Sommer 2026 sowie eine detaillierte Datenanalyse zur Ladeinfrastruktur und Marktreife. Diese umfasst 30 europĂ€ische Staaten sowie Bundesstaaten und Territorien in den USA, Indien und Australien. FĂŒr den Bewertungszeitraum von Juni 2025 bis Juni 2026 wurden behördliche Zulassungsdaten und Branchenstatistiken mit den weltweiten Kartendaten von Here zu Ladestationen und LadekapazitĂ€ten zusammengefĂŒhrt.

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