BAE Systems erweitert Raketenauftrag mit Deutschland, Rüstungsaktie bleibt gefragt
24.06.2026 - 15:27:33 | ad-hoc-news.deVon Thomas Klein, Fachredaktion Operatives & Strategie. Vor der Veroeffentlichung am 24.06.2026, 15:22 Uhr geprueft.
BAE Systems plc (ISIN GB0002634946) meldet eine Erweiterung des Raketenvertrags mit der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen des Mehrfachraketenwerfersystems M270, wie eine Mitteilung der Bundesregierung vom 21.06.2026 ausweist. Das britische Ruestungsunternehmen profitiert damit weiter von der starken Nachfrage nach Lenkflugkoerpern und Artilleriemunition in Europa, waehrend vergleichbare Ruestungswerte wie Rheinmetall im DAX in den vergangenen zwoelf Monaten deutlich an Marktkapitalisierung gewonnen haben.
Erweiterter Raketenauftrag mit Deutschland
Das deutsche Bundesverteidigungsministerium hat ein bereits laufendes Beschaffungsprojekt fuer das Raketenartilleriesystem MARS II, die deutsche Variante des US-Systems M270, erweitert, wobei BAE Systems als einer der zentralen System- und Komponentenlieferanten fungiert. Die Erweiterung umfasst die Beschaffung zusaetzlicher gelenkter Raketen des Typs GMLRS mit erhöhter Reichweite, die insbesondere fuer die Unterstuetzung der ukrainischen Streitkraefte sowie fuer die Auffuellung eigener Bestaende vorgesehen sind.
Nach Regierungsangaben liegt das Gesamtvolumen des MARS-II-Erweiterungspakets im hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, das sich auf mehrere Jahre Lieferzeitraum verteilt. Die Raketen selbst werden innerhalb einer transatlantischen Kooperation durch Lockheed Martin gefertigt, waehrend BAE Systems wesentliche elektronische Komponenten, Gefechtskopfteile und Integrationsleistungen fuer europaeische Nutzer bereitstellt. Eine Uebersicht zu den MARS-II-Beschaffungen publizierte das Bundesverteidigungsministerium auf seiner Projektseite.
Parallel dazu weisen Analysten von UBS in einem aktuellen Europa-Ruestungsreport darauf hin, dass sich die Budgetplaene der NATO-Staaten fuer Lenkflugkoerper und Artilleriemunition bis 2030 beinahe verdoppeln koennten. Die UBS-Studie erwaehnt BAE Systems neben Rheinmetall und MBDA als einen der wichtigen Profiteure hoeherruestender europaeischer Staaten.
Nachfrage nach Luftverteidigungssystemen
BAE Systems berichtet in seinem Geschaeftsbericht 2025, dass der Auftragsbestand im Segment "Air" und "Electronic Systems" vor allem durch Bestellungen fuer Eurofighter-Typhoon-Systeme, AESA-Radare und elektronische Kampffuehrung stark gewachsen ist. Ende 2025 lag der gesamte gruppenweite Auftragsbestand bei rund 66 Milliarden Pfund, gegenueber 59 Milliarden Pfund ein Jahr zuvor. Die Nachfrage nach Sensorik und Gefechtsmanagementsystemen fuer Luftverteidigungssysteme ist dabei ein wesentlicher Treiber.
Gemeinsam mit Airbus und Leonardo ist BAE Systems einer der Kernpartner im Eurofighter-Konsortium, das unter anderem die Eurofighter-Flotten Deutschlands, Italiens, Spaniens und Grossbritanniens ausruestet. Deutschland hat im Rahmen des sogenannten Quadriga-Programms 38 neue Eurofighter bestellt, deren Produktion und Ausruestung bis Ende des Jahrzehnts laeuft. BAE Systems liefert hierbei Systeme fuer Flugsteuerung, Avionik und Selbstschutz, was den langfristig planbaren Umsatz im Luftfahrtsgeschaeft staerkt.
Die europaeische NATO-Verpflichtung, mindestens 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung zu investieren, fuehrt laut einer Auswertung von Bloomberg dazu, dass die Verteidigungsetats vieler Mitgliedslaender bis 2028 weiter deutlich steigen werden. BAE Systems wird in diesem Zusammenhang haeufig als Kernwert des britischen Verteidigungssektors genannt, insbesondere mit Blick auf Luftverteidigung und Marineplattformen.
BAE Systems im Kontext des europaeischen Ruestungsbooms
Die Aktie von BAE Systems profitiert von steigenden Verteidigungsbudgets und einem hohen Auftragsbestand. Weitere Hintergruende, Kennzahlen und News zur ISIN GB0002634946 finden sich im Themenueberblick sowie im Investor-Relations-Bereich des Unternehmens.
Artilleriesystem M777 als Kerngeschaeft
Ein repraesentatives Produkt von BAE Systems im Bereich konventioneller Artillerie ist die 155-Millimeter-Haubitze M777, die vor allem in den USA, Kanada, Australien und inzwischen auch in der Ukraine eingesetzt wird. Die ultraleichte Zughaubitze aus Titanlegierungen wiegt rund 4,2 Tonnen und kann dadurch per Transporthubschrauber oder Flugzeug schneller verlegt werden als aeltere Systeme. Die Konstruktion stammt aus dem britischen BAE-Werk in Barrow-in-Furness, die Serienfertigung erfolgt in enger Kooperation mit US-Werken.
Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums wurden seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine bis Mitte 2025 mehr als 150 M777-Haubitzen an die Ukraine und andere Partnerstaaten geliefert. BAE Systems liefert hierbei nicht nur Plattformen, sondern auch Ersatzteile, Modernisierungspakete und Ausbildungsleistungen. Die Einheit M777 ist auf die Verwendung moderner Praezisionsmunition wie der Excalibur-Granate ausgelegt, die Reichweiten von bis zu 40 Kilometern erreicht und zielgenaue Wirkungen ermoeglicht.
BAE-Systems-Aktie an der London Stock Exchange
Die Aktie von BAE Systems plc wird hauptsaechlich an der London Stock Exchange unter dem Ticker BA. gehandelt und war zuletzt Teil des Leitindex FTSE 100. Am 24.06.2026 notierte der Titel gegen Mittag bei rund 13,80 Pfund, nachdem die Aktie in den vergangenen zwoelf Monaten um etwa 25 Prozent zugelegt hatte. Auf Xetra wird BAE Systems als Zweitnotiz in Euro gehandelt, wobei zuletzt Handelsumsätze im mittleren vierstelligen Bereich pro Tag verzeichnet wurden.
BAE Systems plc im Ueberblick
- Unternehmen: BAE Systems plc
- ISIN: GB0002634946
- WKN: 866131
- Ticker: BA.
- Handelsplatz: London Stock Exchange (Hauptnotiz), Xetra (Zweitnotiz)
- Kurs (Stand 24.06.2026, 13:00 Uhr): 13,80 GBP
- Marktkapitalisierung: rund 43 Mrd. GBP (Stand Juni 2026)
- Sektor / Branche: Defense & Aerospace
- Indexzugehoerigkeit: FTSE 100
- Naechstes Earnings-Datum: 01.08.2026 (Halbjahreszahlen, Unternehmensangabe)
Dieser Artikel wurde a.i.-gestuetzt erstellt und redaktionell geprueft. Kurs- und Unternehmensangaben ohne Gewaehr; Kurse und Termine koennen sich kurzfristig aendern. Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Boersengeschaefte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.
