Bahnchefin verteidigt Streckensanierungen mit Vollsperrung
02.03.2026 - 06:10:09 | dpa.de"Viele Jahre lang wurde zu wenig in das Schienennetz investiert", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Deswegen können wir jetzt gar nicht anders, als ganze Korridore am StĂŒck zu sanieren, wenn wir in groĂen Schritten vorankommen wollen." Sie plĂ€diere dafĂŒr, nicht alles schlechtzureden, bevor es richtig angefangen habe.
"Wir bauen ja nicht gebĂŒndelt in der Korridorsanierung, weil wir irgendjemanden Ă€rgern wollen, sondern weil das mittlerweile einfach alternativlos ist", erlĂ€uterte Palla. "Die Alternative wĂ€re ja, dass wir an unterschiedlichen Stellen im gesamten Streckennetz ĂŒber einen langen Zeitraum immer wieder neue Voll- und Teilsperrungen am selben Streckenabschnitt haben. Genau das wurde ja immer kritisiert." Nach den ersten zwei bis vier Korridorsanierungen werde man ein ResĂŒmee ziehen können, was gut und was weniger gut funktioniert hat.
Bund und Bahn wollen bis 2036 mehr als 40 vielbefahrene und ĂŒberalterte Strecken grundlegend sanieren, um das Netz nach und nach zu ertĂŒchtigen und VerspĂ€tungen in den Griff zu bekommen. DafĂŒr werden die Abschnitte in der Regel ĂŒber Monate voll gesperrt - mit erheblichen EinschrĂ€nkungen fĂŒr Reisende, Pendler und Verkehrsunternehmen.
Derzeit lĂ€uft die Sanierung Hamburg-Berlin, die bis Ende April abgeschlossen sein sollte. Aufgrund wochenlanger KĂ€lte mit tief gefrorenem Boden kamen die Arbeiten zuletzt aber nicht voran. Die Bahn verkĂŒndete deshalb, dass sich die Inbetriebnahme verzögert. Sie will am 13. MĂ€rz mitteilen, wie lange. Man warte bis dann, um sicherzustellen, "dass uns nicht noch ein Wintereinbruch ereilt und dass der Termin, den wir dann bekanntgeben, auch hĂ€lt", erlĂ€uterte Palla. "Es wird sich nicht um Monate handeln, wir sprechen hier von Wochen."
Die Probleme hatten Kritik am Konzept der sogenannten Generalsanierungen wieder aufflammen lassen. Die Wettbewerber im GĂŒterverkehr kritisieren etwa, dass Umleitungen zu lang, nicht gut vorbereitet, ĂŒberlastet und marode seien. Auch die neue Bundesregierung hatte das Programm kritisch bewertet und eine VerlĂ€ngerung veranlasst. Zuvor sollten die Strecken bis 2030 saniert werden.
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