Baker Hughes a GE Aktie: Wandel im Härtetest
Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 22:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Baker Hughes steht vor einem Wochenende, das zeigen könnte, ob die große Transformation Substanz hat. Der Vorstand hat eine Quartalsdividende von 0,23 Dollar je Aktie beschlossen, zahlbar am 17. August 2026 an Aktionäre, die am 7. August im Bestand geführt sind. Noch am selben Abend legt das Unternehmen seine Zahlen für das zweite Quartal vor — und die dürften deutlich rauer ausfallen als die Ausschüttung vermuten lässt.
Analysten rechnen mit einem Gewinn von 49 Cent je Aktie bei einem Umsatz von 6,51 Milliarden Dollar. Das wäre ein Rückgang von 22 Prozent beim Gewinn und 6 Prozent beim Umsatz gegenüber dem Vorjahr — und auch schwächer als das erste Quartal mit 58 Cent Gewinn. Der Grund liegt im klassischen Ölfeldservice-Geschäft, das weiterhin unter Druck steht.
Chart-Integration als Nagelprobe
Im Zentrum der Aufmerksamkeit dürfte weniger das Quartal selbst stehen als die Integration von Chart Industries. Die Übernahme des Industrieausrüsters für 13,6 Milliarden Dollar wurde erst vor rund zehn Tagen abgeschlossen, am 16. Juli. Sie soll Baker Hughes' Ziel näherbringen, den Bereich Industrial & Energy Technology erstmals seit der GE-Fusion 2017 auf über 50 Prozent des EBITDA zu heben — ein Schritt weg von der Abhängigkeit vom zyklischen Öl- und Gasgeschäft.
Zusätzliche Fantasie liefert das Datacenter-Geschäft. Ein Ausrüstungsauftrag mit Kodiak Gas Services für rund ein Gigawatt Stromerzeugungskapazität — mit einem möglichen Ausbau auf 1,8 Gigawatt — gilt als Beleg dafür, dass sich Baker Hughes im Infrastrukturaufbau rund um Künstliche Intelligenz und Cloud-Computing positioniert hat. Der erste Auftrag soll einen Wert von mehr als einer Milliarde Dollar haben.
Trotz der kurzfristigen Schwäche bleibt das Analystenlager mehrheitlich zuversichtlich: 17 von 23 Analysten stufen die Aktie als Kauf ein, das mittlere Kursziel liegt bei 70,32 Dollar. Baker Hughes hat in den vergangenen vier Quartalen die Erwartungen im Schnitt um 15 Prozent übertroffen. Für das dritte Quartal rechnen einige Beobachter allerdings mit Druck auf die Industriemargen durch Projektverschiebungen — eine Erholung wird erst für das vierte Quartal erwartet.
Wie belastbar die neue Wachstumsstory ist, dürfte sich an diesem Sonntagabend zeigen, wenn das Management erstmals konkrete Angaben zu Synergien aus der Chart-Übernahme macht.
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