BASF Aktie: Coatings-Verkauf an Carlyle abgeschlossen
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 00:32 Uhr, Redaktion boerse-global.de
BASF-Aktien legen am Dienstag deutlich zu. Der Kurs steigt um 1,73 Prozent auf 49,45 Euro. Damit setzt sich die positive Serie der letzten sieben Handelstage fort, in denen das Papier bereits 4,34 Prozent gewann.
Drei Nachrichten treiben den Kurs: neue grüne Additive, ein überraschend schneller Anlauf des China-Werks und der Abschluss eines großen Verkaufs. Zusammen zeigen sie, wie BASF sein Geschäft umbaut.
Neue Additive für die Bauindustrie
BASF erweitert sein Portfolio an zertifizierten „biomass-balanced"-Additiven für Lacke und Beschichtungen. Neu im Programm sind unter anderem Dispex AA 4145 MB und die Rheologie-Additive Rheovis PU 1333 MB sowie Rheovis HS 1169 MB.
Der Konzern setzt dabei auf das sogenannte Massenbilanz-Verfahren. Nachwachsende Rohstoffe fließen früh in die Produktion ein, ohne dass sich Rezepturen oder Leistung der Endprodukte ändern. Kunden aus der Bauindustrie können damit ihre Treibhausgasemissionen senken. Die Nachfrage nach CO2-armen Vorprodukten wächst in Europa stetig, und BASF positioniert sich hier als Zulieferer.
Zhanjiang erreicht die Gewinnschwelle schneller als erwartet
Der wichtigere Treiber liegt in China. Der neue Verbundstandort in Zhanjiang wurde erst im März 2026 eingeweiht. Das Projekt kostete 8,7 Milliarden Euro.
Rund 100 Tage nach dem Start nähert sich die Anlage bereits der operativen Gewinnschwelle. Das ist deutlich schneller als ursprünglich geplant. Der Standort läuft komplett mit regenerativ erzeugtem Strom. Für BASF ist das strategisch wichtig: Zhanjiang soll vom Wachstum des asiatischen Chemiemarktes profitieren und die Abhängigkeit von schwankenden Energiekosten in Europa verringern.
Coatings-Verkauf an Carlyle abgeschlossen
Parallel zur China-Expansion schärft BASF sein Portfolio. Der Verkauf des Coatings-Geschäfts an den Finanzinvestor Carlyle ist zum 30. Juni 2026 abgeschlossen. Das Unternehmen hat den Abschluss bestätigt.
Die Mittelzuflüsse aus dem Deal stärken die Bilanz. Sie schaffen finanziellen Spielraum für den laufenden Konzernumbau. Marktbeobachter sehen darin einen Beleg dafür, dass CEO Markus Kamieth seine Portfoliostrategie konsequent umsetzt: Randbereiche verkaufen, Kapital auf Spezialchemie und den asiatischen Markt konzentrieren.
Charttechnik zeigt Aufwärtstrend
Mit dem heutigen Anstieg hat die Aktie die 200-Tage-Linie bei 47,51 Euro klar nach oben durchbrochen. Der Kurs liegt nun nur noch knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 49,85 Euro. Der RSI notiert bei 57,5 – neutral, mit Spielraum nach oben, ohne dass die Aktie überkauft wirkt.
Zum 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro fehlen der Aktie noch gut zehn Prozent. Seit Jahresbeginn steht bereits ein Plus von 10,54 Prozent.
Der nächste wichtige Termin ist der 29. Juli 2026. Dann legt BASF den Halbjahresfinanzbericht vor. Anleger richten den Blick vor allem auf den Free Cashflow und die Margenentwicklung im Segment Chemicals. Analysten erwarten für das Geschäftsjahr 2026 eine Dividende von rund 2,28 Euro je Aktie.
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