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BASF streckt bei Evonik die FĂŒhler aus - Aktien krĂ€ftig bewegt

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 15:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Mitten in einer tiefen Branchenkrise hat der Chemiekonzern BASF DE000BASF111 laut Kreisen ein Auge auf den Spezialchemieanbieter Evonik DE000EVNK013 geworfen.

Laut Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg ist der Dax DE0008469008-Konzern auf die Essener zugegangen und hat seit mehreren Monaten mit Beratern einen Deal sondiert. Die Wirtschaftszeitung "Financial Times" ("FT") berichtete am Freitag zuvor unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, dass die Ludwigshafener hinsichtlich einer Übernahme mit den Essenern und auch mit der RAG-Stiftung als Evonik-GroßaktionĂ€r gesprochen hĂ€tten. Die Aktien von BASF gaben spĂŒrbar nach, wĂ€hrend Evonik-Papiere krĂ€ftig anzogen.

Der weltgrĂ¶ĂŸte Chemiekonzern wolle mit einem Kauf seinen regionalen Fußabdruck sowie seine Produktpalette ausbauen, unter anderem um im Wettbewerb mit chinesischen Anbietern stĂ€rker dazustehen, hieß es in dem Blatt. Ein Deal wĂ€re angesichts Evoniks Marktkapitalisierung von mehr als 8 Milliarden Euro groß.

BASF-Aktien sackten am frĂŒhen Nachmittag um mehr als 3 Prozent ab, Evonik-Papiere zogen um bis zu 11 Prozent an. Bereits am Dienstag hatte das Fachmedium "Dealreporter" ĂŒber ein Interesse von BASF an Evonik berichtet. Seitdem haben sich Evonik-Aktien sukzessive erholt, nun mit krĂ€ftigem Schwung.

BASF und Evonik wollten zu den Berichten keine Stellung nehmen. Die RAG-Stiftung wollte sich der "FT" zufolge ebenfalls nicht Ă€ußern. Die RAG-Stiftung hĂ€lt laut Evonik-Webseite 43 Prozent an dem Unternehmen, ihre Stimme gilt als wegweisend fĂŒr einen möglichen Zusammenschluss.

Chemiekonzerne haben es derzeit angesichts stark anziehender Energiekosten infolge des Kriegs im Nahen Osten schwer, auch wenn es in einigen FĂ€llen wegen Knappheiten ihrer Produkte eine Sonderkonjunktur mit steigenden Verkaufspreisen gibt.

BASF baut seit einiger Zeit Stellen ab, um die Kosten im Griff zu halten. Von Januar 2024 bis Ende Juni 2026 habe das Unternehmen weltweit rund 7.000 Stellen abgebaut, teilte das Unternehmen Ende Juli zur Halbjahresbilanz mit. Dank steigender Preise konnte BASF-Chef Markus Kamieth allerdings die Gewinnprognose fĂŒr das laufende Jahr anheben.

Neben einem Stellenabbau vor allem im Stammwerk Ludwigshafen setzt das Unternehmen auch schon lÀnger auf den Umbau seiner Struktur. So hat BASF Ende Juni den Verkauf von 60 Prozent des Fahrzeugserien- und Autoreparaturlack-GeschÀfts an den US-Finanzinvestor Carlyle US14309L1026 abgeschlossen. Die restlichen 40 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens mit dem Namen Surventis gehören weiterhin BASF, der Komplettausstieg ist aber anvisiert. Zudem soll das GeschÀft mit der Landwirtschaft an die Börse gebracht werden.

Auch bei Evonik wird gespart - trotz im Sommer ebenfalls erhöhter Gewinnaussichten. Bis Ende 2029 sollen weitere 3.200 Stellen gestrichen werden, davon 2.150 in Deutschland. Zudem kĂŒndigte der Chemiekonzern an, das unprofitable Polyester-GeschĂ€ft mit einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro einzustellen.

Von MassengeschĂ€ften verabschieden sich die Essener, weitere VerkĂ€ufe stehen noch an. So strebt Evonik die Trennung vom GeschĂ€ft mit Standardchemikalien der Sparte Performance Materials an. Krankheitsbedingt ist der etatmĂ€ĂŸige Chef Christian Kullmann nach einer Operation derzeit nicht an Bord, vertreten wird er von Asien-Chef Claus Rettig./men/nas

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