Bauernverband: 'Katastrophale Lage am Schweinemarkt'
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 06:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIm FrĂŒhjahr und Sommer sei "eine völlig ungewöhnliche, deutliche PreisabwĂ€rtsentwicklung zu beobachten", heiĂt es in einem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Angesichts der "auĂerordentlichen Marktkrise" verlangt der Verband LiquiditĂ€tshilfen und weitere Erleichterungen.
Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) lÀdt am Mittwoch zu einem digitalen Runden Tisch zur Situation der heimischen Schweinehaltung.
Situation "zunehmend existenzgefÀhrdend"
Der Bauernverband spricht in dem Papier von einer "katastrophalen Lage am Schweinemarkt in Deutschland und Europa". Mit aktuellen PreisrĂŒckgĂ€ngen auf 1,40 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht fĂŒr Schweinefleisch seien vielfach nicht einmal mehr die variablen Kosten zu decken. Die Situation zahlreicher Betriebe entwickele sich zunehmend existenzgefĂ€hrdend. "Es droht ein Strukturbruch, wie es ihn zuletzt wĂ€hrend der Corona-Krise gegeben hat."
Ursache sei ein Zusammentreffen negativer Entwicklungen auf internationalen MĂ€rkten, die die Exportbedingungen fĂŒr europĂ€isches Schweinefleisch spĂŒrbar verschlechterten. So habe China als lange Zeit wichtigster Absatzmarkt seine Eigenproduktion ausgeweitet. Zugleich hĂ€tten andere ExportlĂ€nder - besonders Brasilien - KapazitĂ€ten ausgebaut und trĂ€ten mit vergleichsweise niedrigen Produktionskosten zunehmend in direkte Konkurrenz zu Anbietern aus der EU.
"Heftiger VerdrÀngungswettbewerb"
Bisher nach auĂerhalb der EU gehende Mengen blieben so im europĂ€ischen Markt. Dies erhöhe den Preisdruck fĂŒr die Erzeuger. "Die Folge ist ein heftiger VerdrĂ€ngungswettbewerb innerhalb des EU-Binnenmarktes mit erheblichen strukturellen Folgen fĂŒr die Schweinehaltung in Deutschland."
Aufgrund von höheren Produktionskosten auch im Vergleich innerhalb der EU bestehe die Gefahr, "dass die heimische Erzeugung erheblich einbricht und damit perspektivisch auch die Versorgung mit regional erzeugtem Schweinefleisch deutlich geschwÀcht wird", warnt der Bauernverband.
