Bauzinsen, Niveau

Bauzinsen stagnieren bei 3,55 Prozent

25.01.2026 - 07:31:12

Die Bauzinsen bewegen sich seitwärts auf einem stabilen, aber höheren Niveau. Experten erwarten für 2026 keine Entlastung, sondern einen leicht steigenden Trend.

Baufi24 meldet für Januar einen Top-Zins von 3,55 Prozent für Baufinanzierungen. Die Konditionen zeigen damit eine Seitwärtsbewegung und bieten Immobilienkäufern kurzfristig Planungssicherheit – allerdings auf einem deutlich höheren Niveau als in den Niedrigzinsjahren. Experten rechnen mit stabilen, aber leicht steigenden Zinsen im Jahresverlauf.

Die aktuelle Zinslandschaft im Detail

Der Top-Zins von 3,55 Prozent gilt nur unter besten Voraussetzungen: exzellente Bonität, hohes Eigenkapital und eine Beleihung von oft nur 60 Prozent. Das allgemeine Zinsniveau für zehnjährige Darlehen liegt zwischen 3,4 und 4,2 Prozent. Andere Vermittler wie Dr. Klein nennen einen Bestzins von 3,48 Prozent.
* Bei längeren Zinsbindungen von 15 oder 20 Jahren überschreiten die Zinsen häufig die Vier-Prozent-Marke.
* Der endgültige Zinssatz hängt stark von den persönlichen Voraussetzungen des Kreditnehmers ab.

Was treibt die Zinsentwicklung?

Die Stabilität ist vor allem der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zu verdanken. Nach einer Serie von Leitzinserhöhungen bis 2023 senkte die EZB den Zins schrittweise auf aktuell 2,00 Prozent. Das beruhigte den Markt.

Ein weiterer Schlüsselfaktor ist die Rendite deutscher Staatsanleihen und Pfandbriefe, über die Banken ihre Kredite refinanzieren. Die hohe Nachfrage nach diesen sicheren Anlagen – angetrieben durch geopolitischen Unsicherheiten – hält die Renditen stabil. Experten gehen davon aus, dass diese Faktoren die Seitwärtsbewegung in den kommenden Monaten fortsetzen werden.

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Was bedeutet das für Käufer?

Für angehende Immobilienbesitzer bietet das Umfeld Planungssicherheit. Die Phase der rasanten Zinssprünge ist vorbei. Doch ein Zins um 3,55 Prozent belastet das Budget deutlich stärker als noch vor wenigen Jahren. Ein Lichtblick: Die Erschwinglichkeit hat sich zuletzt leicht verbessert, weil auch die Immobilienpreise in vielen Regionen stagnieren oder nachgeben.

Experten raten Käufern zu einer genauen Prüfung der eigenen finanziellen Belastbarkeit. Die Devise lautet: Nicht von der Nähe zur Vier-Prozent-Marke abschrecken lassen, sondern das Budget solide kalkulieren.

Experten erwarten keine Entlastung

Im historischen Vergleich bewegen sich die Bauzinsen auf einem moderaten Niveau. Die extreme Niedrigzinsphase ist vorbei, von historischen Höchstständen ist man aber weit entfernt. Die aktuelle Stagnation werten Marktbeobachter als Konsolidierung.

Ein Expertenpanel von Interhyp bestätigt diesen Trend:
* Die Mehrheit erwartet in den kommenden sechs Monaten gleichbleibende Zinsen.
* 40 Prozent der Befragten gehen von einem leichten Anstieg aus.
* Niemand prognostiziert aktuell sinkende Zinsen.

Diese Einschätzung deckt sich mit der Prognose von Baufi24, die für die erste Jahreshälfte 2026 kaum Entlastung und einen Zinskorridor von 3,5 bis 4,0 Prozent erwarten.

Wie geht es 2026 weiter?

Für den weiteren Jahresverlauf prognostizieren Analysten eine Fortsetzung der stabilen, aber tendenziell leicht steigenden Entwicklung. Entscheidend werden die Inflationsdaten und die Reaktion der EZB sein. Auch die konjunkturelle Lage und geopolitischen Spannungen beeinflussen die Kapitalmärkte und damit die Bauzinsen.

Ein plötzlicher Zinsrutsch gilt als unwahrscheinlich. Stattdessen sollten sich Marktteilnehmer auf ein mittelfristiges Zinsniveau zwischen 3 und 4 Prozent für zehnjährige Darlehen einstellen. Für Kreditnehmer, deren Zinsbindung bald ausläuft, oder für Käufer in der Planungsphase könnte es sich lohnen, die aktuellen Konditionen zu sichern.

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