Bayer Aktie: Ambelvist mit FDA-Zulassung
20.06.2026 - 12:25:02 | boerse-global.deBayer hat eine unruhige Woche hinter sich — und die entscheidende steht noch bevor. Zwei regulatorische Nachrichten gaben der Aktie Auftrieb. Was die Anleger wirklich bewegt, kommt aus Washington.
EU-Gentechnik und FDA-Zulassung als Kurstreiber
Das Europäische Parlament verabschiedete am 17. Juni neue Regeln für Pflanzen aus sogenannten neuen genomischen Techniken. Sorten der Kategorie NGT-1 — also Pflanzen mit begrenzten genetischen Veränderungen — werden künftig wie konventionell gezüchtetes Saatgut behandelt. Risikoprüfungen nach GVO-Recht entfallen, eine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel gibt es nicht mehr. Das entlastet Bayers Crop-Science-Sparte direkt. Die Regeln treten voraussichtlich Mitte 2028 in Kraft.
Parallel dazu erhielt Bayer am 15. Juni die FDA-Zulassung für Ambelvist — ein Kontrastmittel für die MRT-Bildgebung. Es enthält 60 Prozent weniger Gadolinium als herkömmliche Mittel und wird damit zum niedrigst dosierten makrozyklischen Gadolinium-Kontrastmittel in den USA. Zugelassen ist es für Erwachsene und Kinder, einschließlich Neugeborener.
Glyphosat bleibt das große Fragezeichen
Trotz positiver Impulse bleibt die Belastung durch Rechtsstreitigkeiten erheblich. Bayer erwartet für 2026 einen negativen freien Cashflow — rund 5 Milliarden Euro fließen als Vergleichszahlungen ab. Die Nettofinanzverschuldung steigt. Den Roundup-Sammelvergleich hat ein Gericht vorläufig genehmigt. Die Finanzierung läuft über Kreditlinien und Anleihen, eine Kapitalerhöhung plant das Unternehmen nicht.
Entscheidend ist nun der US Supreme Court. Noch im Juni wird ein Urteil im Durnell-Verfahren erwartet. Es soll klären, ob Bundesrecht zu Warnhinweisen das jeweilige Staatsrecht überlagert — mit Signalwirkung für zahlreiche weitere Glyphosat-Klagen.
Aktie auf Monatshoch, charttechnisch neutral
Die Aktie schloss die Woche bei 37,81 Euro — ein Wochenplus von knapp 5 Prozent. Charttechnisch interessant: Der Kurs liegt praktisch exakt auf dem 50-Tage-Durchschnitt von 37,80 Euro. Weder ein klares Kaufsignal noch ein Warnsignal. Auf Zwölfmonatssicht hat die Aktie rund 41 Prozent zugelegt, liegt auf Jahressicht aber fast unverändert.
Das Supreme-Court-Urteil im Durnell-Verfahren dürfte noch vor Ende Juni fallen. Ein für Bayer günstiges Ergebnis würde die Haftungsrisiken erheblich begrenzen — und könnte die Aktie deutlich über das aktuelle Niveau treiben. Ein ungünstiges Urteil würde den Erholungskurs der vergangenen Wochen schnell wieder in Frage stellen.
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