Bayer Aktie: Kursziel krÀftig erhöht
26.02.2026 - 06:03:58 | boerse-global.deDer Leverkusener Agrar- und Pharmakonzern Bayer sorgt derzeit in den USA fĂŒr Schlagzeilen, die sowohl die Bewertung der Aktie als auch das operative GeschĂ€ft betreffen. WĂ€hrend die Schweizer GroĂbank UBS ihr Kursziel massiv nach oben korrigiert, geht das Unternehmen juristisch gegen den US-Pharma-Riesen Johnson & Johnson vor. Doch im Hintergrund drohen neue Verzögerungen bei der BewĂ€ltigung der Altlasten.
UBS sieht deutlich mehr Potenzial
Trotz der jĂŒngsten Kurskorrektur auf 42,50 Euro bleibt das langfristige Bild fĂŒr Analysten positiv. Die UBS reagierte am 24. Februar mit einer signifikanten Anpassung ihrer Bewertung: Analyst Matthew Weston hob das Kursziel von bisher 32 Euro auf nun 48 Euro an. Zwar bleibt die Einstufung auf âNeutralâ, doch der deutliche Anstieg des Zielwerts sendet ein klares Signal.
Weston begrĂŒndet diesen Schritt mit einer Anpassung im Bewertungsmodell. Der sogenannte Konglomeratsabschlag habe sich nach der beeindruckenden Rally der letzten zwölf Monate verringert â in diesem Zeitraum legte das Papier um ĂŒber 85 Prozent zu. Aktuell notiert die Aktie jedoch rund 13 Prozent unter ihrem kĂŒrzlich markierten 52-Wochen-Hoch, was technisch eine ĂŒberverkaufte Situation andeutet.
Juristischer Gegenangriff in New York
Bayer begnĂŒgt sich derzeit nicht mit der Verteidigerrolle, sondern greift im PharmageschĂ€ft aktiv an. In einer am Dienstag eingereichten Klage vor einem New Yorker Bezirksgericht wirft der Konzern dem Konkurrenten Johnson & Johnson irrefĂŒhrende Werbung vor.
Stein des AnstoĂes ist die Vermarktung des Prostatakrebs-Medikaments Erleada durch den US-Wettbewerber. Laut Klageschrift nutzt Johnson & Johnson fehlerhafte Analysen von Real-World-Daten, um das Bayer-Konkurrenzprodukt Nubeqa in ein schlechtes Licht zu rĂŒcken. Bayer verlangt neben Schadensersatz auch die sofortige Unterlassung dieser Marketingpraxis.
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Zitterpartie beim Glyphosat-Vergleich
WĂ€hrend Bayer im operativen GeschĂ€ft StĂ€rke zeigt, bleibt die rechtliche Aufarbeitung der Glyphosat-Problematik eine HĂ€ngepartie. Anwaltskanzleien der Gegenseite, die fast 20.000 KlĂ€ger vertreten, versuchen derzeit, die fĂŒr den 4. MĂ€rz angesetzte Anhörung in Missouri zu verschieben. Dieser Termin gilt als entscheidend fĂŒr die vorlĂ€ufige Genehmigung des nationalen Vergleichs.
Dass institutionelle Investoren trotz dieser Unsicherheiten engagiert bleiben, zeigt eine aktuelle Stimmrechtsmitteilung: Die Goldman Sachs Group hĂ€lt mittlerweile ĂŒber 7 Prozent der Anteile an Bayer, wobei der GroĂteil dieser Position ĂŒber Finanzinstrumente wie Optionen abgebildet wird.
FĂŒr die weitere Kursentwicklung sind die kommenden Wochen entscheidend: Sollte der Termin in Missouri verschoben werden, richtet sich der Fokus auf Ende April. Dann stehen die PlĂ€doyers im âDurnell-Fallâ vor dem US Supreme Court an, die als richtungsweisend fĂŒr die gesamte Klagewelle gelten.
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